Verdi-Landesweiter, Warnstreik

Verdi-Landesweiter Warnstreik legt Nahverkehr lahm

27.02.2026 - 08:22:06 | boerse-global.de

Ein bundesweiter 48-Stunden-Warnstreik stoppt Busse und Bahnen. Die Gewerkschaft Verdi verlangt kürzere Arbeitszeiten und mehr Urlaub für rund 100.000 Beschäftigte.

Ein 48-Stunden-Warnstreik der Gewerkschaft Verdi hat den öffentlichen Nahverkehr in weiten Teilen Deutschlands am Freitag nahezu komplett zum Erliegen gebracht. Rund 100.000 Beschäftigte fordern bessere Arbeitsbedingungen und höhere Löhne.

Die Folgen für Millionen Pendler und Reisende sind massiv. Busse, Straßenbahnen und U-Bahnen stehen in den meisten Großstädten still. Der Streik dauert bis Samstagabend an und trifft den Berufsverkehr in seiner ganzen Breite. Lediglich der Fern- und Regionalverkehr der Deutschen Bahn sowie viele S-Bahn-Linien sind nicht bestreikt – sie drohen jedoch völlig überfüllt zu sein.

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Metropolen im Ausnahmezustand

Von Hamburg bis München, von Köln bis Leipzig: Die Verkehrsbetriebe fast aller Bundesländer melden massive Ausfälle. In Berlin bleibt das gesamte Netz von BVG-Bussen, -Bahnen und -Trams bis Sonntagfrüh stehen. Auch in Nordrhein-Westfalen, dem bevölkerungsreichsten Bundesland, sind nahezu alle Großstadt-Verkehre betroffen.

In Bayern sind München, Nürnberg und Augsburg lahmgelegt. In Hessen kämpfen Frankfurt, Wiesbaden und Kassel mit dem kompletten Ausfall. Selbst erste Streiks begannen bereits am Donnerstag in einigen Städten Sachsen-Anhalts. Nur wenige Regionen bleiben von der beispiellosen Arbeitsniederlegung verschont.

Der Kern des Konflikts: Mehr als nur Geld

Im Zentrum des Streits stehen nicht primär Lohnforderungen, sondern grundlegende Verbesserungen der Arbeitsbedingungen. Verdi fordert eine Reduzierung der Wochenarbeitszeit, kürzere Schichten und längere Ruhezeiten zwischen den Dienstzeiten für das überlastete Personal.

Zusätzlich verlangt die Gewerkschaft höhere Zuschläge für Nacht- und Wochenendarbeit sowie mehr Urlaubstage. „Die Arbeitgeber scheinen nicht zu verstehen, dass entscheidende Verbesserungen nötig sind, damit der ÖPNV funktionieren kann“, so Verdi-Vize Christine Behle. Die kommunalen Arbeitgeberverbände halten die Forderungen für „nicht finanzierbar“ und verurteilen den Streik als überzogene Eskalation.

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Chaos auf den Straßen, Belastung für die Wirtschaft

Für die Bevölkerung bedeutet der Ausfall: Verkehrschaos. Wer kann, arbeitet im Homeoffice. Alle anderen weichen auf Autos, Taxis oder Fahrräder aus – mit der Folge von Staus in den Ballungsräumen. Die wirtschaftlichen Folgen sind spürbar, besonders für den Einzelhandel und die Tourismusbranche.

Auch international Reisende sind betroffen. Bus- und Bahnverbindungen aus Nachbarländern wie Tschechien, die auf deutsche Nahverkehrs-Anschlüsse angewiesen sind, müssen streckenweise ausfallen oder umgeleitet werden. Der Streik reiht sich ein in eine Serie jüngster Arbeitskämpfe, etwa an Schulen und Universitäten.

Droht eine weitere Eskalation?

Bereits Anfang Februar legte ein kürzerer Warnstreik den Nahverkehr lahm. Da die Verhandlungen seitdem feststecken, erhöht Verdi nun den Druck. Die Gewerkschaft signalisiert deutlich: Sollten die Arbeitgeber in der nächsten Verhandlungsrunde kein wesentlich verbessertes Angebot vorlegen, könnten weitere und möglicherweise längere Streiks folgen.

Die nächsten Gespräche werden in den kommenden Wochen erwartet. Bis dahin bleibt die Lage angespannt. Für Reisende gilt: Informieren Sie sich bei den lokalen Verkehrsbetrieben und planen Sie alternative Routen – das Chaos wird das ganze Wochenende anhalten.

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