Ver.di und GEW kündigen neue Streiks an
15.03.2026 - 00:00:21 | boerse-global.deDeutschland erlebt eine neue Welle von Warnstreiks im Verkehrs- und Bildungssektor. Die Gewerkschaften erhöhen den Druck in den laufenden Tarifverhandlungen, nur Stunden nach dem Ende eines massiven Pilotenstreiks bei der Lufthansa.
Lufthansa-Pilotenstreik legte Luftverkehr lahm
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Ein 48-stündiger Streik der Pilotenvereinigung Vereinigung Cockpit (VC) brachte den Flugverkehr der Lufthansa am 12. und 13. März weitgehend zum Erliegen. Die Aktion betraf die Passagierflieger, Lufthansa Cargo und die Regionaltochter Lufthansa CityLine. Während es bei der Hauptgesellschaft um betriebliche Altersvorsorge ging, fordern die Piloten der CityLine höhere Gehälter. Der Streik traf die Drehkreuze Frankfurt, München, Berlin und Hamburg besonders hart. Selbst der Frachtverkehr wurde gestoppt – eine Belastung für globale Lieferketten.
Ver.di ruft zu zweitägigem Nahverkehrsstreik in NRW auf
Kaum ist der Flugverkehr wieder angelaufen, drohen die nächsten Ausfälle. Die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di hat für Montag und Dienstag kommender Woche einen flächendeckenden Warnstreik im öffentlichen Nahverkehr Nordrhein-Westfalens angekündigt. Grund ist das Scheitern der zweiten Verhandlungsrunde mit den kommunalen Arbeitgebern. Rund 30.000 Beschäftigte sind betroffen.
Am Montag bleiben zunächst die Verwaltungen und Kundencenter geschlossen. Der Fahrdienst soll noch rollen. Doch am Dienstag, dem 17. März, wird es ernst: Dann streiken auch die Fahrerinnen und Fahrer. Busse, Bahnen und U-Bahnen in NRW werden voraussichtlich den ganzen Tag über stillstehen. Lediglich Regional- und S-Bahnen, die unter anderen Tarifverträgen fallen, sind nicht betroffen.
GEW mobilisiert im öffentlichen Dienst Hessens
Parallel dazu ruft die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) in Hessen für Dienstag zu Warnstreiks auf. Im Tarifstreit des öffentlichen Dienstes (TV-Hessen) fordert die GEW sieben Prozent mehr Gehalt, mindestens jedoch 300 Euro monatlich. Auch Auszubildende sollen 200 Euro mehr erhalten. Die Streikversammlungen konzentrieren sich auf die Regionen Marburg-Biedenkopf, Gießen und Darmstadt. Das Land Hesse habe bisher noch kein akzeptables Angebot vorgelegt, so die Gewerkschaft.
Hintergrund: Eine strategische Streikwelle
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Die aktuelle Häufung von Arbeitsniederlegungen ist kein Zufall. Nach Streiks im Nahverkehr in 14 Bundesländern Ende Februar setzen die Gewerkschaften ihre Strategie gezielter, kurzfristiger Warnstreiks fort. Sie nutzen den anhaltenden Fachkräftemangel als Hebel, um in Zeiten hoher Inflation spürbare Reallohnsteigerungen durchzusetzen. Für Pendler und Unternehmen bedeutet das eine phase großer Unsicherheit. Können sich Arbeitgeber und Gewerkschaften nicht bald einigen, drohen weitere, möglicherweise unbefristete Streiks – gerade vor der bevorstehenden Osterreisezeit.
Was kommt als Nächstes?
Die entscheidende dritte Verhandlungsrunde für die NRW-Nahverkehrsbeschäftigten beginnt am 24. März. Ihr Ausgang wird zeigen, ob eine Eskalation vermieden werden kann. Auch bei der Lufthansa sind die Konflikte nur pausiert, nicht gelöst. Sollten die Gespräche erneut scheitern, sind weitere Pilotenstreiks vor Ostern wahrscheinlich. Deutschland muss sich auf weiterhin angespannte Arbeitsbeziehungen und kurzfristige Verkehrsausfälle einstellen.
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