Ver.di legt Frankfurter Nahverkehr am Wochenende lahm
25.02.2026 - 07:39:52 | boerse-global.deFrankfurt steht vor einem Verkehrschaos: Die Gewerkschaft ver.di weitet ihre Warnstreiks massiv aus und legt den ÖPNV am Freitag und Samstag weitgehend still. Im Fokus stehen nicht Löhne, sondern bessere Arbeitsbedingungen.
Zweitägiger Streik trifft Pendler und Einkaufsverkehr
Nach dem eintägigen Ausstand am Dienstag erhöht ver.di den Druck. Die Arbeitsniederlegungen beginnen mit der Frühschicht am Freitag, dem 27. Februar, und dauern den gesamten Samstag an. In Frankfurt bedeutet das voraussichtlich den kompletten Ausfall aller U-Bahn- und Straßenbahnlinien der Verkehrsgesellschaft Frankfurt am Main (VGF). Auch Wiesbaden, Kassel, Marburg und Gießen sind betroffen.
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Die S-Bahnen und Regionalzüge sollen voraussichtlich weiterfahren, da andere Unternehmen sie betreiben. Der Busverkehr könnte teilweise aufrechterhalten bleiben – doch hier ist mit überfüllten Fahrzeugen und Verspätungen zu rechnen. Die städtische Nahverkehrsgesellschaft traffiQ warnt bereits vor erheblichen Beeinträchtigungen.
Arbeitsbedingungen im Fokus des Tarifkonflikts
Warum eskaliert der Konflikt gerade jetzt? Im Kern geht es ver.di nicht primär um Geld, sondern um die Entlastung der Beschäftigten. Die Gewerkschaft fordert kürzere Wochenarbeitszeiten bei vollem Lohnausgleich, verkürzte Schichten, längere Ruhezeiten und mehr Urlaub.
Hintergrund ist der akute Fachkräftemangel im ÖPNV. Ver.di argumentiert, dass die hohe Belastung durch Schichtarbeit und Zeitdruck zu viel Personal in andere Branchen treibt. Bisherige Angebote der Arbeitgeber seien unzureichend gewesen. „Gute Arbeitsbedingungen sind essentiell für eine funktionierende Daseinsvorsorge“, so die Gewerkschaft.
Parallele Tarifrunden heizen Konfliktlage an
Die Eskalation im Nahverkehr ist kein Einzelfall. Am gleichen Freitag beginnen die Tarifverhandlungen für rund 53.000 Landesbeschäftigte in Hessen. Hier fordern die Gewerkschaften 7 Prozent mehr Gehalt, mindestens jedoch 300 Euro.
Auch bei der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) stehen wichtige Verhandlungen an. Erst am 20. Februar traf man sich in Frankfurt zur Tarifrunde für die Albtal-Verkehrs-Gesellschaft – ohne Einigung. Die nächste Verhandlung ist für den 30. März angesetzt.
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Trendwende auf dem Arbeitsmarkt
Die Frankfurter Streikwelle spiegelt einen bundesweiten Trend wider: Gewerkschaften rücken Arbeitsbedingungen immer stärker in den Mittelpunkt – oft vor reine Lohnforderungen. Themen wie Arbeitszeitreduzierung und bessere Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben gewinnen an Bedeutung.
Für Frankfurt als europäisches Verkehrsdrehkreuz sind die Auswirkungen besonders gravierend. Die Mobilisierungsfähigkeit von ver.di zeigt, wie hoch der Druck in systemrelevanten Berufen ist. Die Ergebnisse dieser Tarifrunde werden signalisieren, wie attraktiv Jobs im öffentlichen Sektor künftig sein werden.
Was kommt nach dem Wochenende?
Die unmittelbare Zukunft für Pendler bleibt ungewiss. Sollte es in der nächsten Verhandlungsrunde keine Annäherung geben, drohen weitere und möglicherweise längere Streiks. Die Entschlossenheit der Gewerkschaft scheint ungebrochen.
Die parallel startenden Verhandlungen für den hessischen Landesdienst könnten die Konfliktlage zusätzlich verschärfen. Die kommenden Wochen werden entscheidend sein – nicht nur für Frankfurt, sondern für die Tariflandschaft in der gesamten Rhein-Main-Region.
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