Verdi, Tariferfolge

Ver.di feiert Tariferfolge für Millionen Beschäftigte

01.04.2026 - 22:49:38 | boerse-global.de

Die Gewerkschaft ver.di erzielt mehrere Tarifabschlüsse mit deutlichen Lohnerhöhungen und Mindestbeträgen für Beschäftigte im Gesundheitswesen, öffentlichen Dienst und weiteren Branchen.

Ver.di feiert Tariferfolge für Millionen Beschäftigte - Foto: über boerse-global.de

Die Gewerkschaft ver.di setzt sich mit einer Reihe neuer Tarifabschlüsse durch. Millionen Beschäftigte im öffentlichen Dienst und im Gesundheitswesen profitieren ab sofort von höheren Löhnen. Die Erfolge zeigen einen klaren Trend: Die Gewerkschaft fokussiert sich auf die Stärkung der unteren und mittleren Einkommen.

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Durchbruch bei Sana-Kliniken: 6,5 Prozent mehr Lohn

Nach wochenlangen Warnstreiks in Berlin, München und Nürnberg einigte sich ver.di mit der Sana-Kliniken AG. Für rund 8.000 Beschäftigte gibt es ab heute, dem 1. April 2026, eine garantierte Erhöhung. Die erste Stufe beträgt 3,0 Prozent, mindestens jedoch 120 Euro monatlich. Über die gesamte Laufzeit von 27 Monaten summiert sich die Erhöhung auf 6,5 Prozent.

Der Vertrag enthält weitere Verbesserungen. So steigen die Zulagen für spezialisierte Bereiche wie Endoskopie und Sterilisation. Auch die Eingruppierung der Hebammen wird angehoben. Ein neuer „Samstagszuschlag“ und bessere Bedingungen für Auszubildende sollen die Attraktivität der Pflegeberufe steigern. Der garantierte Mindestbetrag kommt vor allem Geringverdienern zugute, die besonders unter der Inflation leiden.

Sozial- und Bildungssektor: Einigung mit Internationalem Bund

Gemeinsam mit der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) schloss ver.di auch mit dem Internationalen Bund (IB) einen Tarifvertrag. Er gilt für Tausende Beschäftigte in der Sozialarbeit, der Bildung und der Berufsausbildung. Trotz angespannter Finanzlage des Arbeitgebers wurden einheitliche Erhöhungen für alle Tochtergesellschaften durchgesetzt.

Die prozentualen Steigerungen sind moderat: 2,2 Prozent ab Januar 2027 und weitere 2,7 Prozent ab Januar 2028. Entscheidend ist jedoch die soziale Komponente. Jede Erhöhungsstufe ist mit einem Mindestbetrag von 70 Euro verbunden. Das sichert den Geringverdienern eine überproportionale Steigerung. Zusätzlich erhalten Gewerkschaftsmitglieder in den Jahren 2027 und 2028 einen Solidaritätsbonus von je 350 Euro.

Medien und Technik: Erfolge bei dpa und ISS

Die Verhandlungserfolge erstrecken sich auch auf andere Branchen. Bei der Deutschen Presse-Agentur (dpa) einigten sich ver.di und der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) nach einem 24-stündigen Warnstreik. Die rund 800 Beschäftigten erhalten 2026 zwei feste Betragserhöhungen von 110 und 90 Euro. Mitte 2027 folgt eine prozentuale Erhöhung von 2,5 Prozent. Dies kommt besonders jungen Journalisten und Volontären zugute.

Ebenfalls erfolgreich verliefen die Gespräche bei ISS Communication Services. Die Belegschaft im Infrastruktur- und Kommunikationsbereich erhält rückwirkend zum 1. März 2026 eine tabellenwirksame Erhöhung von 125 Euro. Der Vertrag sieht zudem mehr Urlaub für langjährige Beschäftigte und eine Einmalzahlung von 1.700 Euro für Gewerkschaftsmitglieder vor.

TV-L-Erhöhung tritt in Kraft: 2,2 Millionen profitieren

Während neue Verträge abgeschlossen werden, wirken sich bereits beschlossene Tariferhöhungen aus. Für etwa 2,2 Millionen Beschäftigte im öffentlichen Dienst der Länder (TV-L) – mit Ausnahme Hessens – tritt heute die erste Stufe in Kraft. Sie erhalten 2,8 Prozent mehr Lohn, mindestens jedoch 100 Euro.

Damit schließt sich die Lohnlücke zu den Beschäftigten von Bund und Kommunen, die bereits im Vorjahr erhöht wurden. Ein großer Gewinn ist die Anhebung des Mindeststundenlohns für studentische Beschäftigte auf 15,20 Euro. Für rund 300.000 Studierende bedeutet das mehr finanzielle Sicherheit. Die Gewerkschaft betont, dass solche Verbesserungen nötig sind, um den öffentlichen Dienst als Arbeitgeber wettbewerbsfähig zu halten.

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Strategischer Wandel: Soziale Komponenten im Fokus

Die jüngsten Erfolge von ver.di spiegeln einen strategischen Wandel in der deutschen Tarifpolitik wider. Immer weniger geht es nur um prozentuale Erhöhungen. Stattdessen setzen die Gewerkschaften auf komplexe soziale Komponenten wie garantierte Mindestbeträge. Diese Mindestbeträge sorgen dafür, dass die Lohnschere innerhalb der Betriebe etwas kleiner wird.

Diese Strategie verfolgt zwei Ziele: Sie stützt gezielt Haushalte mit niedrigem Einkommen und stärkt die Attraktivität der Gewerkschaft für eine breite Belegschaft. Trotz einer sich abkühlenden Konjunktur behalten die Gewerkschaften offenbar ihre Verhandlungsmacht. Der demografische Wandel und der Fachkräftemangel spielen ihnen in die Hände.

Nächste Herausforderung: Tarifrunde im Einzelhandel

Nach den Erfolgen im März richtet ver.di nun den Blick auf den Einzelhandel. Die Tarifkommission in Nordrhein-Westfalen hat die Forderungen für die anstehende Runde formuliert. Für über 730.000 Beschäftigte in der Region fordert die Gewerkschaft sieben Prozent mehr Lohn, mindestens jedoch 225 Euro. Zudem soll der Grundstundenlohn auf 14,90 Euro steigen.

Die Verhandlungen beginnen am 24. April 2026 in Düsseldorf. Angesichts des hohen Drucks durch Inflation und Online-Handel dürften sie hart werden. Die Gewerkschaft will den Schwung aus den jüngsten Erfolgen nutzen, um für die Beschäftigten im Handel eine deutliche Anpassung an die Lebenshaltungskosten zu erreichen.

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