VDI, Kennzeichnungspflicht

VDI verschärft Kennzeichnungspflicht für Ladungssicherung

01.01.2026 - 22:13:12

Ab sofort müssen Zurrmittel und Steckrungen dauerhaft mit Herstellerdaten, Chargennummer und Belastungsgrenzen markiert sein. Die verschärfte VDI 2700 Blatt 3.2 gilt als neuer Stand der Technik.

Ab heute gelten in Deutschland verschärfte Regeln für die Kennzeichnung von Ladungssicherungsmitteln. Die neue VDI-Richtlinie 2700 Blatt 3.2 schreibt vor, dass alle Zurrgurte, Ketten und Steckrungen dauerhaft mit Herstellerangaben, Chargennummer und Belastungsgrenzen gekennzeichnet sein müssen. Ziel ist mehr Transparenz und Sicherheit im Straßengüterverkehr.

Neue Ära der Rückverfolgbarkeit

Die aktualisierte Richtlinie „VDI 2700 Blatt 3.2: Einrichtungen und Hilfsmittel zur Ladungssicherung“ setzt einen neuen technischen Standard. Sie soll Unfälle durch Materialversagen oder Fehlgebrauch reduzieren. Hersteller müssen nun drei entscheidende Datenpunkte permanent auf ihren Produkten anbringen:

  1. Herstellerkennzeichnung zur Sicherstellung der Verantwortlichkeit
  2. Chargennummer für die lückenlose Rückverfolgung der verwendeten Materialien
  3. Belastungsgrenzen wie Blockierkräfte in den relevanten Anwendungshöhen

Die Regelungen gelten für ein breites Spektrum an Hilfsmitteln – von klassischen Zurrmitteln bis zu formschlüssigen Systemen wie Steckrungen und anderen fahrzeugintegrierten Komponenten.

Anzeige

Passend zum Thema Ladungssicherung: Viele Transportunternehmen unterschätzen die Folgen unvollständiger Unterweisungen und fehlender Dokumentation nach den neuen VDI-Vorgaben. Ein kostenloses Komplettpaket zur Unterweisung in der Ladungssicherung bietet fertige PowerPoint-Folien, Checklisten, ein E‑Book und Muster für den Unterweisungsnachweis — sofort einsetzbar für Fuhrparkleiter und Sicherheitsbeauftragte. Unterweisung zur Ladungssicherung jetzt kostenlos herunterladen

Branche vor Umstellungsphase

Die Logistik- und Fertigungsbranche bereitet sich seit der Veröffentlichung des Entwurfs 2023 auf diese Änderung vor. Mit dem heutigen Inkrafttreten liegt die Verantwortung für die Einhaltung bei Flottenbetreibern und Geräteherstellern.

Das Metallverarbeitungsunternehmen Elting Metalltechnik bestätigte bereits Ende 2025, dass sein „VarioSave Light“-System für Fahrzeuge bis 12 Tonnen den neuen Anforderungen entspricht. Die firmaeigenen, verzinkten Steckrungen tragen nun witterungsbeständige Markierungen inklusive der geforderten Chargennummern.

Branchenkenner sehen in der Chargennummer-Pflicht einen Wendepunkt für das Haftungs- und Sicherheitsmanagement. Bisher war es bei allgemeinen Sicherungshilfsmitteln oft schwierig, einen Defekt auf eine bestimmte Materialcharge zurückzuführen. Die neue Transparenz soll Sicherheitsaudits und eventuelle Rückrufaktionen deutlich vereinfachen.

VDI 2700 als „Stand der Technik“

Die VDI-2700-Reihe gilt in Deutschland als „Stand der Technik“ für Ladungssicherung. Obwohl es sich bei VDI-Richtlinien formal um Empfehlungen handelt, haben sie erhebliche rechtliche Bedeutung. Paragraph 22 der Straßenverkehrs-Ordnung (StVO) verlangt, dass Ladung nach „den anerkannten Regeln der Technik“ gesichert sein muss. Gerichte und Versicherungen ziehen die VDI 2700 regelmäßig als Maßstab bei der Haftungsbeurteilung von Transportunfällen heran.

Die Aktualisierung von Blatt 3.2 folgt auf eine Modernisierungswelle in der VDI-2700-Reihe. Im September 2024 hatte der VDI bereits umfassende Überarbeitungen der Blätter 8, 8.1 und 8.2 für Autotransporter vorgestellt. Das Update für 2026 schließt nun eine Lücke bei allgemeinen Sicherungshilfsmitteln.

Rechtsexperten betonen, dass die sofortige Übernahme der Standards durch Kontrollbehörden diese für Transportunternehmen praktisch verbindlich macht – wer Bußgelder und Haftungsrisiken vermeiden will, muss sich daran halten.

Erhöhte Kontrollen erwartet

Transportunternehmen müssen sich ab sofort auf verschärfte Kontrollen bei Straßenkontrollen einstellen. Das Bundesamt für Logistik und Mobilität (BALM) und die Polizei werden voraussichtlich vermehrt auf die neuen Kennzeichnungen an Geräten achten, die ab 2026 gekauft oder in Dienst gestellt werden.

Praktische Empfehlungen für Betriebe:
* Bestand prüfen: Sicherstellen, dass neu beschafftes Equipment der VDI 2700 Blatt 3.2 entspricht.
* Lieferantenzertifikate anfordern: Bestätigung einholen, dass Produkte die erforderlichen Chargennummern und Belastungswerte tragen.
* Personal schulen: Fahrer und Verlader im Lesen und Interpretieren der neuen Kennzeichnungen unterweisen, um Überlastung zu vermeiden.

Der VDI verweist darauf, dass diese Maßnahmen Teil einer umfassenderen „Vision Zero“-Strategie sind, um schwere Unfälle im Straßengüterverkehr zu eliminieren. Weitere Updates verwandter Blätter der VDI-2700-Reihe werden im Laufe des Jahrzehnts erwartet, parallel zur Entwicklung neuer Materialtechnologien.

Anzeige

PS: Sie wollen Bußgelder und Haftungsrisiken vermeiden? Das kostenlose Unterweisungs-Paket zur Ladungssicherung erklärt in 15 Minuten, wie Sie Ihre Belegschaft schulen, Unterweisungsnachweise korrekt führen und die Vorgaben der VDI 2700 praktisch umsetzen. Enthalten sind PowerPoint-Vorlagen, ein Quiz sowie Checklisten zur Dokumentation. Jetzt Unterweisungspaket gratis anfordern

@ boerse-global.de