VanEck Semiconductor ETF: Micron-Zahlen am 24. Juni
06.06.2026 - 12:39:05 | boerse-global.de
Es war eine historische Woche für den VanEck Semiconductor UCITS ETF – nur leider aus den falschen Gründen. Am vergangenen Freitag verlor der Fonds 7,95 Prozent auf 92,04 Euro. Der stärkste Tagesverlust der Woche. Und das ausgerechnet zwei Tage nach einem neuen Allzeithoch bei 102,98 Euro.
Der Auslöser war eindeutig: Broadcoms Ausblick nach den Quartalszahlen enttäuschte die Märkte – und riss den gesamten Halbleitersektor mit nach unten.
Broadcoms Ausblick enttäuscht
Die Zahlen selbst waren solide. Broadcom meldete einen Umsatz von 22,19 Milliarden Dollar, leicht über den erwarteten 22,13 Milliarden. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag mit 2,44 Dollar ebenfalls über der Konsensschätzung von 2,39 Dollar. Die AI-Chip-Erlöse legten um 143 Prozent auf 10,8 Milliarden Dollar zu.
Das Problem war der Ausblick. Für das dritte Quartal prognostiziert Broadcom nur 16 Milliarden Dollar an AI-Chip-Verkäufen. Analysten hatten mit 17,2 Milliarden gerechnet. Zudem hob der Konzern seine Jahresprognose für 2026 nicht an. Die Folge: eine klassische Sell-the-News-Reaktion.
Der Philadelphia Semiconductor Index brach zwischenzeitlich um über 6 Prozent ein und schloss 5,21 Prozent tiefer bei 12.907,8 Punkten – einer der größten Tagesverluste seit Anfang 2025.
Die Top-Holdungen im freien Fall
Der Schaden ging weit über Broadcom hinaus. Intel, AMD und Micron Technology verloren in den vergangenen zwei Handelstagen massiv an Wert. Micron stürzte um 17 Prozent ab, Intel um 9 Prozent und AMD um 12,6 Prozent.
Für den VanEck ETF eine verheerende Kombination. Seine fünf größten Positionen sind genau diese Titel:
• Micron Technology: 14,33 Prozent
• AMD: 12,22 Prozent
• Broadcom: 8,33 Prozent
• Intel: 8,02 Prozent
• TSMC: 7,51 Prozent
Mit einem Schlag traf es die Schwergewichte des Fonds gleichzeitig. Auch ARM Holdings fiel um 4 Prozent.
48 Stunden vom Hoch zum Tief
Die zeitliche Abfolge ist bemerkenswert. Am Dienstag notierte der ETF noch auf einem 52-Wochen-Hoch. Zwei Tage später lag er 10,62 Prozent darunter. Auf Wochensicht steht ein Minus von 3,52 Prozent.
Die längerfristigen Kennzahlen relativieren den Einbruch allerdings. Auf 30 Tage gerechnet liegt der Fonds noch 8,70 Prozent im Plus. Seit Jahresanfang sind es beeindruckende 67,47 Prozent, über zwölf Monate sogar 147,35 Prozent. Der RSI von 55,1 deutet zudem darauf hin, dass die Korrektur bislang im Rahmen eines intakten Aufwärtstrends verläuft. Der 50-Tage-Durchschnitt bei 78,45 Euro bleibt klar geknackt.
Was die Kursbewegung so heftig machte, war die Vorgeschichte. Der Technologiesektor hatte Ende Mai mehr als 39 Prozent der Marktkapitalisierung des S&P 500 ausgemacht – so viel wie nie zuvor. Ein Stolpern der Branche traf den Gesamtmarkt entsprechend härter.
Der Ausverkauf blieb nicht auf die USA beschränkt. In Südkorea verlor der Kospi 5,54 Prozent. Samsung Electronics und SK Hynix fielen um 6,4 beziehungsweise 9,92 Prozent. ASML notierte 3,8 Prozent schwächer, Infineon brach um über 6 Prozent ein.
Der nächste Test
Am 24. Juni legt Micron Technology seine Zahlen für das dritte Quartal vor. Als größte Einzelposition des ETFs wird der Bericht genau beobachtet werden. Zeigt sich dort eine ähnliche Diskrepanz zwischen Gegenwart und Prognose, dürfte die Korrektur weitergehen. Der RSI von 55,1 signalisiert jedenfalls noch Luft nach unten.
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