VanEck Seltene Erden ETF: Lynas-Vertrag am 16. Juli entscheidend
Veröffentlicht: 07.07.2026 um 04:24 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Chinas Griff nach den kritischen Metallen wird enger. Industriestaaten suchen dringend nach Auswegen aus der Abhängigkeit. Diese Neuordnung der Lieferketten treibt den VanEck Seltene Erden ETF an.
Lynas fordert China heraus
Ein zentraler Treiber ist aktuell Lynas Rare Earths. Der australische Förderer baut eine neue Magnetfabrik in Malaysia. Partner ist das südkoreanische Unternehmen JS Link. Gemeinsam investieren sie rund 142 Millionen Australische Dollar. Lynas liefert bis mindestens Januar 2038 exklusiv die Rohstoffe. Das Ziel: Chinas Dominanz brechen. Bislang kontrolliert die Volksrepublik fast 90 Prozent des globalen Marktes für Neodym-Eisen-Bor-Magnete. Diese Bauteile sind für Elektromotoren und Windkraftanlagen unverzichtbar.
Die Expansion verläuft allerdings nicht reibungslos. Das malaysische Parlament prüft am 16. Juli 2026 einen weiteren Vertrag von Lynas. Es geht um 96 Millionen US-Dollar vom US-Energieministerium. Kritiker befürchten eine militärische Nutzung der Rohstoffe.
Parallel dazu fließt viel Geld in westliche Infrastruktur. GreenMet baut für 150 Millionen US-Dollar ein Verarbeitungszentrum in West Virginia. Die Anlage soll seltene Erden aus Kohleabfällen gewinnen. Private Investoren haben bereits zehn Milliarden US-Dollar zugesagt. In Grönland treibt Greenland Mines neue Projekte mit Kapital von SRX Global voran.
Japans Kampf um Rohstoffe
Derweil verschärft Peking die Gangart. Seit Ende 2025 blockiert China die Lieferung von Terbium und Dysprosium nach Japan. Die Folgen zeigen sich in den Bilanzen. Erwähnungen von Lieferrisiken in japanischen Unternehmensberichten haben sich seit Mai 2026 verdoppelt.
Japan sucht nun dringend neue Rohstoffquellen bei den G7-Staaten. Dieses sogenannte Friend-Shoring stützt das Geschäftsmodell der Unternehmen im ETF.
An der Börse zeigt der VanEck Seltene Erden ETF aktuell Schwäche. Der Kurs fiel in den vergangenen sieben Tagen um gut vier Prozent auf 14,50 Euro. Damit rutschte der Fonds unter seinen 50-Tage-Durchschnitt von 16,29 Euro.
Die langfristige Bilanz bleibt stark. Auf Jahressicht verbuchen Aktionäre ein Plus von fast 116 Prozent. Der Kurs hält sich knapp über der 200-Tage-Linie. Mit einem RSI von 36 nähert sich der ETF dem überverkauften Bereich.
Die politische Debatte in Malaysia liefert den nächsten Impuls. Das Votum am 16. Juli entscheidet über das Tempo der westlichen Rohstoff-Allianz. Kippt der US-Vertrag von Lynas, droht dem Sektor ein herber Rückschlag beim Aufbau unabhängiger Lieferketten.
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