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VanEck Seltene Erden ETF: Exportstopp vom 24. Juli

Veröffentlicht am: 28.07.2026 um 13:56 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Chinas Exportstopp für Seltene Erden trifft EU-Rüstungsfirmen und lässt den VanEck ETF auf ein neues Jahrestief fallen.

Seltene Erden ETF: Chinas Exportsperre drückt Kurs auf Tiefstand
Nahaufnahme von verschiedenen Seltenen Erden Mineralien mit metallischer Textur unter stimmungsvoller Beleuchtung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Peking sperrt europäische Rüstungskonzerne von seltenen Rohstoffen ab. Der VanEck Seltene Erden ETF quittiert das mit einem Absturz auf tiefstes Terrain. Am Dienstag fällt der Kurs um 2,29 Prozent auf 11,52 Euro, binnen 30 Tagen summiert sich der Verlust auf 21,36 Prozent.

China sperrt 14 EU-Firmen aus

Auslöser ist eine Bekanntmachung des chinesischen Handelsministeriums vom 24. Juli 2026. Peking setzt 14 Unternehmen aus der Europäischen Union auf seine Exportkontrollliste. Betroffen sind unter anderem deutsche Konzerne wie Rheinmetall, Sindlhauser Materials und Antraco Chemie.

Die Regel ist eindeutig: Chinesische Exporteure dürfen den gelisteten Firmen keine Dual-Use-Güter mehr liefern. Seltene Erden und Permanentmagnete zählen genau dazu. China kontrolliert weiterhin rund 90 Prozent der weltweiten Raffineriekapazitäten für diese Rohstoffe. Europäische Rüstungs- und Hochtechnologiefirmen stehen damit vor einem echten Lieferkettenproblem.

Produktionsprobleme bei den Schwergewichten im Fonds

Die geopolitische Lage ist nur ein Teil der Geschichte. Auch operativ hakt es bei den größten Positionen im ETF.

Lynas Rare Earths meldete für das am 30. Juni 2026 endende Quartal einen Rekordumsatz von 288,9 Millionen australischen Dollar. Trotzdem blieb die Produktion von Neodym-Praseodym hinter den Erwartungen zurück. Grund waren Schwankungen in der Erzqualität am Standort Mount Weld, konkret in der sogenannten Übergangszone der Mine.

Anleger blicken zudem nervös auf den 6. August 2026. Dann legt MP Materials seine Zahlen für das zweite Quartal vor. Die Aktie des Unternehmens hat seit dem letzten Ergebnisbericht bereits über 36 Prozent verloren.

Technisch überverkauft, fundamental ungeklärt

Der ETF bildet den MVIS Global Rare Earth/Strategic Metals Index ab. Xiamen Tungsten, Albemarle und China Northern Rare Earth dominieren dort mit Gewichtungen zwischen 6 und 7 Prozent.

Der Relative-Strength-Index steht bei 23,0 und signalisiert einen tief überverkauften Markt. Normalerweise deutet ein solcher Wert auf eine baldige Gegenbewegung hin. Allerdings bleiben die fundamentalen Belastungsfaktoren bestehen: Pekings Traceability-System für Seltene Erden und die gezielten Sanktionen gegen EU-Firmen sorgen weiter für Verunsicherung im Sektor.

Ob sich die überverkaufte technische Lage in eine Erholung übersetzt, hängt an zwei Terminen. Die MP-Materials-Zahlen am 6. August liefern erste Hinweise auf die operative Substanz der Branche. Wie stark die chinesischen Exportbeschränkungen die Lieferketten tatsächlich treffen, wird sich erst in den kommenden Wochen zeigen, wenn die betroffenen Unternehmen ihre Rohstoffbestände aufbrauchen.

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