VanEck, Seltene

VanEck Seltene Erden ETF: Dysprosium +25,4%, ETF -5,10% im Monat

Veröffentlicht: 11.07.2026 um 05:45 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Trotz steigender Metallpreise für Seltene Erden verliert der VanEck ETF an Wert. Preisdeckelungen und strukturelle Probleme belasten die Minenbetreiber.

Seltene Erden ETF: Rohstoffrallye trifft auf fallende Aktienkurse
Ein glänzendes Stück Dysprosium-Erz auf dunklem Hintergrund, mit unscharfen, fallenden Finanzcharts im Hintergrund. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die Metallpreise für Seltene Erden explodieren gerade. Der VanEck Seltene Erden ETF dagegen fällt. Diese Kluft wirft eine einfache Frage auf: Warum profitieren die Minenbetreiber nicht von der eigenen Rohstoff-Rallye?

Am Freitag schloss der ETF bei 13,78 Euro, nur 0,07 Prozent unter dem Vortagesniveau. Auf Wochensicht steht dennoch ein Verlust von 6,86 Prozent zu Buche. Über 30 Tage summiert sich der Rückgang auf 5,10 Prozent.

Metalle steigen, Aktien fallen

Der Preisindex der China Rare Earth Industry Association kletterte am 9. Juli auf 272,4 Punkte. Dysprosium-Oxid legte im Monatsverlauf um rund 25,4 Prozent zu. Terbium gewann über 21 Prozent.

Von dieser Rallye kommt beim ETF nichts an. Ein Grund: verschärfte Probleme beim australischen Explorer Northern Minerals, die für Unruhe im gesamten Sektor sorgten. Hinzu kommen Preisdeckelungen in strategischen Verträgen zwischen westlichen Regierungen und Produzenten wie MP Materials. Diese Mechanismen sollen die Versorgung sichern, kappen aber gleichzeitig die Gewinnmargen der Unternehmen. Steigt der Weltmarktpreis, profitieren die gedeckelten Verträge kaum davon.

Der lange Weg zur eigenen Lieferkette

Ein Bericht vom 9. Juli bringt ein weiteres strukturelles Problem ans Licht. US-geförderte Projekte für Seltene Erden exportieren ihre Produktion weiterhin primär nach Asien. Der Aufbau einer eigenständigen westlichen Lieferkette für Magnete und Endprodukte kommt nur langsam voran.

Das US-Militär will ab Januar 2027 chinesische Seltene Erden aus seinen Waffensystemen verbannen. Die industrielle Umsetzung im privaten Sektor hinkt diesem Ziel jedoch hinterher. Investoren hatten hier auf mehr Tempo gehofft.

Auch Firmenmeldungen ändern daran wenig. SAGA Metals gab am 10. Juli den Abschluss der Übernahme des Wolverine-Projekts in Kanada bekannt. Der Markt bewertet solche Schritte derzeit vor allem als zusätzlichen Kapitalbedarf – nicht als kurzfristige Ertragschance.

Überverkauft, aber volatil

Der jüngste Kursrutsch hat den ETF technisch in überverkauftes Terrain gedrückt. Der 14-Tage-RSI liegt bei 31,4 und nähert sich der Marke von 30, die Analysten oft als Signal für eine mögliche Gegenbewegung werten.

Der aktuelle Kurs liegt 14,11 Prozent unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 16,04 Euro und 4,47 Prozent unter dem 200-Tage-Schnitt von 14,42 Euro. Vom 52-Wochen-Hoch bei 18,76 Euro, erreicht im Mai, trennen den Fonds mittlerweile 26,56 Prozent. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität von knapp 43 Prozent zeigt: Der Sektor bleibt ein Terrain für starke Ausschläge in beide Richtungen.

Ein Blick auf die Jahresfrist relativiert die schwache Woche allerdings deutlich. Der ETF notiert noch immer 83,98 Prozent über seinem Stand vor zwölf Monaten. Seit Jahresbeginn steht ein Plus von 7,39 Prozent zu Buche – die aktuelle Schwäche hat den langfristigen Aufwärtstrend also angekratzt, aber nicht gebrochen.

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