VanEck Seltene Erden ETF: 9. Juli Rohstoffindex bei 272,4 Punkten
Veröffentlicht: 13.07.2026 um 17:56 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Während die Preise für Seltene Erden in China durch die Decke gehen, bricht der VanEck Seltene Erden ETF weiter ein. Am Montag fiel der Fonds um 3,14 Prozent auf 13,35 Euro. Damit liegt er fast 29 Prozent unter seinem Jahreshoch von 18,76 Euro. Diese Lücke zwischen Rohstoffmarkt und Fondskurs wirft eine Frage auf: Was treibt die Aktien im Fonds wirklich?
Rohstoffpreise explodieren, der ETF sackt ab
Chinas Markt für Seltene Erden erlebt einen breiten Preisboom. Der chinesische Rare-Earth-Preisindex kletterte am 9. Juli auf 272,4 Punkte. Zwar bildet dieser Index nicht den globalen Markt eins zu eins ab, doch die Dynamik dahinter ist real.
Im Juli legten alle 18 von einer Branchenseite erfassten Elemente im Preis zu. Germanium führte mit plus 27,8 Prozent, gefolgt von Indium mit plus 26,5 Prozent und Dysprosium mit plus 25,4 Prozent. Im Schnitt stiegen die Preise im beobachteten Elemente-Korb um 16,7 Prozent.
Besonders angespannt bleibt der Markt für schwere Seltene Erden. Käufer berichten von Schwierigkeiten, Dysprosium, Terbium und Lutetium in größeren Mengen zu bekommen. Der ETF bewegt sich trotzdem in die entgegengesetzte Richtung. Der Grund liegt nicht in der Marktstimmung zu Seltenen Erden, sondern in der Zusammensetzung des zugrunde liegenden Index.
Lithium zieht das Portfolio nach unten
Der Fonds folgt einem breiten Mandat. Es reicht weit über reine Minenbetreiber für Seltene Erden hinaus. Zum 3. Juli war Albemarle mit 7,12 Prozent die größte Position, gefolgt von China Northern Rare Earth Group mit 6,91 Prozent, PLS Group mit 6,86 Prozent, Xiamen Tungsten mit 6,83 Prozent, Lynas Rare Earths mit 6,54 Prozent und MP Materials mit 5,78 Prozent.
Albemarle und PLS Group sind in erster Linie Lithium-Produzenten, keine reinen Seltene-Erden-Miner. Ihre Aktienkurse leiden seit Monaten unter der Schwäche am Lithiummarkt. Das zieht den gesamten ETF nach unten, obwohl die Rohstoffpreise für Seltene Erden gleichzeitig steigen.
Die kurzfristige Wertentwicklung des Fonds hängt damit fast genauso stark von der Stimmung bei Batteriemetallen ab wie von der Angebotsknappheit bei Dysprosium oder Terbium.
Weitere Belastungen im Portfolio
Neben der Lithium-Schwäche belasten auch unternehmensspezifische Risiken den Fonds. Zwischen zwei großen US-Playern für Seltene Erden läuft ein Rechtsstreit: USA Rare Earth wehrt sich vor einem texanischen Gericht gegen Vorwürfe des Konkurrenten MP Materials.
Der australische Produzent Northern Minerals steht ebenfalls unter Beobachtung. Sechs chinesisch verbundene Investoren, die zusammen 17,58 Prozent an dem Unternehmen halten, haben eine von der australischen Regierung angeordnete Reduzierung ihrer Anteile bis zur Frist am 2. Juli nicht umgesetzt. Regulierungsbehörden beobachten den Fall weiter.
Konkurrenz ohne China-Bremse
Die Lithium-Last im VanEck-Fonds verschafft schlankeren Alternativen Auftrieb. Der Sprott Rare Earths ex-China ETF, Mitte April 2026 gestartet, verwaltet inzwischen rund 54,5 Millionen Dollar bei einer Kostenquote von 0,65 Prozent.
Dessen Konstruktion vermeidet genau die Batteriemetall-Exposure, die den VanEck-Fonds belastet. Die größten Positionen sind MP Materials mit rund 21 Prozent, Lynas mit 17 Prozent und USA Rare Earth mit knapp 9 Prozent. Damit bietet der Fonds einen reinen Zugang zu westlicher Förderung von Seltenen Erden, ohne Beteiligung chinesischer Staatsbetriebe.
Der Blick richtet sich nach Peking
Der nächste große Impuls für Rohstoffmarkt und Aktienbasis kommt aus China. Das chinesische Ministerium für Industrie und Informationstechnologie hat die Produktionsquoten für das zweite Halbjahr noch nicht bekanntgegeben.
Branchenanalysten halten eine Verschärfung dieser Quoten für das wahrscheinlichste Szenario angesichts der aktuellen Regulierungspause. Das könnte die Preise für schwere Seltene Erden um 50 Prozent oder mehr weiter nach oben treiben. In diesem Fall dürfte die Rohstoffrally die Lithium-Bremse im ETF irgendwann überwinden.
Bis dahin bleibt der Fonds zwischen zwei gegensätzlichen Rohstoffzyklen gefangen. Der Kurs notiert derzeit klar unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 15,96 Euro und dem 200-Tage-Durchschnitt von 14,43 Euro, während der Relative-Stärke-Index bei 28,1 auf eine überverkaufte Lage hindeutet.
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