VanEck Seltene Erden ETF: 7-Prozent-Sturz bei Rohstoff-Rallye
Veröffentlicht: 09.07.2026 um 04:45 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Starke physische Nachfrage, schwache Kurse. Beim VanEck Seltene Erden ETF klaffen Realität und Marktstimmung spürbar auseinander. Der Fonds verlor in den vergangenen sieben Handelstagen über sieben Prozent an Wert. Parallel dazu verzeichnen die zugrundeliegenden Rohstoffe eine bemerkenswerte Preisrallye.
Breite Erholung am Rohstoffmarkt
Im Juli stiegen die Preise aller 18 verfolgten Seltenen Erden. Das zeigen asiatische Marktdaten. Ein solcher branchenweiter Anstieg ohne einen einzigen Rückgang ist bemerkenswert. Die Folge: ein seltener Preis-Gleichschritt.
Germanium verteuerte sich im Inland um fast 28 Prozent. Dysprosium und Indium legten jeweils um gut ein Viertel zu. Auch bei den wichtigen leichten Seltenen Erden zeigte sich enorme Stärke.
Chinas Produktion von gesintertem NdFeB-Rohmaterial stieg im Juni zwar leicht an. Dieser Zuwachs beruht laut Experten jedoch primär auf vorsorglicher Lagerbildung. Eine grundlegende Erholung der reinen Industrieproduktion treibt diesen spezifischen Marktbereich noch nicht.
Autobauer liefern Rekordzahlen
Die Automobilindustrie sendet derweil stark unterstützende Signale. Chinas Elektroauto-Auslieferungen lieferten im vergangenen Monat exzellente Zahlen. Nio verbuchte mit gut 40.000 Fahrzeugen einen monatlichen Rekordwert. Auch Leapmotor und Xpeng erreichten neue Höchststände bei den weltweiten Auslieferungen.
Abseits der reinen Nachfrage verschärft China seine Exportkontrollen. Seit Anfang Juli gilt eine neue Meldepflicht für strategische Mineralien. Das Handelsministerium etablierte einen rigorosen Mechanismus zur Verfolgung von Verstößen. Diese striktere Überwachung erschwert die Materialverfügbarkeit außerhalb Chinas weiter.
Aktien hinken hinterher
Die Bergbauunternehmen im ETF profitieren bislang nicht von dieser Gemengelage. Der Fonds rutschte zuletzt auf 13,71 Euro ab. Auf Sicht von 30 Tagen verbucht das Papier einen Verlust von über sieben Prozent.
Technisch wirkt der Fonds angeschlagen. Der Kurs fiel deutlich unter den gleitenden 50-Tage-Durchschnitt von 16,18 Euro. Ein RSI-Wert von exakt 30 signalisiert aktuell eine klar überverkaufte Situation.
Trotz der jüngsten Korrektur bleibt das langfristige Bild intakt. Auf Sicht von zwölf Monaten verzeichnet der Fonds ein Plus von fast 99 Prozent. Die strukturelle Angebotsknappheit stützt den Sektor weiterhin massiv. Solange Chinas strenge Exportpolitik den globalen Markt limitiert, behalten die Förderunternehmen ihre starke strategische Position.
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