VanEck, Dividend

VanEck Dividend Leaders: Rebalancing im Juni

23.06.2026 - 10:57:27 | boerse-global.de

Der VanEck Dividenden-ETF verzeichnet Milliardenzuflüsse, korrigiert seine Gewichtung und bringt einen neuen thesaurierenden Fonds auf den Markt.

VanEck Dividenden-ETF: Rekordzuflüsse und neue Produktstrategie
VanEck - Eine Hand hält eine Lupe über einen Finanzbericht mit Dividendendiagrammen, im Hintergrund ein Kalender, der den Juni hervorhebt. 23.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Exxon Mobil war zu groß geworden. Das hat der Mechanismus des VanEck Morningstar Developed Markets Dividend Leaders UCITS ETF nun korrigiert — und die halbjährliche Neugewichtung fällt in eine Phase, in der der Fonds so viel Kapital anzieht wie nie zuvor.

Exxon gedeckelt, Verizon übernimmt die Führung

Die wichtigste Änderung des Monats: Exxon Mobil hatte im Portfolio auf 5,69% zugelegt und damit die Indexobergrenze überschritten. Die Regel greift automatisch — jede Einzelposition ist auf 5% gedeckelt. Also wurde Exxon zurückgestutzt. Kein Managementurteil, sondern eingebaute Disziplin.

Die Neugewichtung tritt nach Börsenschluss am dritten Freitag im Juni in Kraft und gilt ab dem darauffolgenden Montag. Datenbasis ist der letzte Handelstag im Mai.

Nach dem Schnitt führt Verizon Communications das Portfolio mit 4,63% an. Es folgen Nestlé mit 3,64%, Pfizer mit 3,50%, TotalEnergies mit 3,44% und Shell mit 3,23%. Die größten Sektoren sind Finanzen, Energie und Gesundheit. Der Index hält die 100 dividendenstärksten Titel, begrenzt jeden Sektor auf 40% und jede Einzelposition auf 5%.

Ein neues Produkt für irische Strukturen

Im April 2026 hat VanEck einen Begleiter-ETF gestartet: den VanEck Morningstar Developed Markets ex-US Dividend Leaders UCITS ETF (TDVX). Er notiert an der Deutschen Börse und der Londoner Börse, hält ebenfalls 100 Dividendentitel aus Industrieländern — jedoch ohne US-Werte — und kostet dieselben 0,38% Jahresgebühr.

Der entscheidende Unterschied: TDVX thesauriert, TDIV schüttet aus. VanEck-Produktmanager Dmitrii Ponomarev erklärte, eine thesaurierende Anteilsklasse für TDIV sei bislang nicht möglich gewesen. Der Grund liegt in der Domizilierung: TDIV ist in den Niederlanden aufgelegt, was niederländischen Anlegern ermöglicht, einen Teil der Quellensteuer zurückzufordern. Eine Umstrukturierung hätte bestehende Halter benachteiligt. Also entschied VanEck, ein separates irisches Vehikel aufzulegen.

Sektoral unterscheiden sich die beiden Produkte spürbar. TDVX gewichtet Finanzwerte wie die Zurich Insurance Group stärker und hat weniger Exposure in Kommunikationsdiensten wie Verizon.

Acht Milliarden Euro und ein klarer Trend

Das verwaltete Vermögen liegt bei 8,0 Milliarden Euro. Der Anstieg war rasant: Im ersten Quartal 2026 zogen globale Dividendenfonds 24 Milliarden Dollar an — das stärkste Quartal seit vier Jahren. TDIV allein sammelte 2,1 Milliarden Euro ein und war damit der meistgekaufte europäische Dividenden-ETF des Zeitraums, noch vor dem Vanguard FTSE All-World High Dividend Yield UCITS ETF.

Der Hintergrund: Big-Tech-Konzerne investieren ihr Kapital zunehmend in künstliche Intelligenz statt in Aktienrückkäufe. Einkommensorientierte Anleger weichen deshalb auf klassische Dividendenzahler aus. Parallel dazu fließt 2026 mehr Kapital in internationale Aktienstrategien — als Reaktion auf die hohe Konzentration in US-Indizes.

Ausschüttungsprofil und Kosten

Der ETF bildet den Morningstar Developed Markets Large Cap Dividend Leaders Screened Select Index ab. Die Aufnahmekriterien sind streng: Ein Titel muss in den vergangenen zwölf Monaten eine Dividende gezahlt haben, die Dividende je Aktie darf nicht unter dem Niveau von vor fünf Jahren liegen, und die Ausschüttungsquote muss unter 75% bleiben.

Pfizer — eine der größten Positionen — zahlte im zweiten Quartal 2026 eine Dividende von 0,43 Dollar je Aktie. Es war die 350. Quartalsdividende in Folge.

Auf ETF-Ebene schüttete der Fonds in den vergangenen zwölf Monaten 1,65 Euro je Anteil aus. Für die nächsten zwölf Monate wird derselbe Betrag erwartet, was einer Dividendenrendite von rund 3,19% entspricht. Seit Auflegung hat der Fonds jedes Jahr eine Dividende gezahlt.

Mit einer Gesamtkostenquote von 0,38% liegt der ETF im günstigsten Fünftel seiner Morningstar-Vergleichsgruppe, deren Median bei 1,06% liegt. Auf Sicht von einem, drei und fünf Jahren rangiert der Fonds auf risikoadjustierter Basis unter den besten zehn Prozent seiner Kategorie.

Der Kurs steht bei 52,03 Euro — rund 24% über dem Niveau vor zwölf Monaten und knapp 6% über dem 200-Tage-Durchschnitt. Seit Jahresbeginn liegt der ETF mit 7,59% im Plus.

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