Valmet Oyj Aktie: Konzern vor Aufspaltung?
Veröffentlicht am: 24.07.2026 um 09:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Valmet stellt sein bewährtes Zwei-Säulen-Modell infrage. Der Verwaltungsrat hat am Freitag eine strategische Prüfung eingeleitet, ob sich eine Aufspaltung in zwei eigenständig börsennotierte Unternehmen lohnt. Ausgerechnet an dem Tag, an dem der finnische Anlagenbauer auch seine Halbjahreszahlen vorlegt und einen neuen CFO verkündet — ein dichtes Nachrichtenpaket für Investoren.
Zwei Geschäfte, zwei Wege?
Im Zentrum der Prüfung stehen die Sparten Biomaterial Solutions and Services und Process Performance Solutions. Beide seien zu großen, weitgehend unabhängigen Geschäften herangewachsen, mit eigenen Marktpositionen und unterschiedlichen Kapitalbedarfen, begründet der Verwaltungsrat den Schritt. Process Performance Solutions hat sich vom früheren Zellstoff-und-Papier-Zulieferer zu einer breiter diversifizierten Automatisierungs- und Flow-Control-Sparte entwickelt — mittlerweile stammen rund 70 Prozent der Erlöse aus anderen Industrien.
Rückenwind für die Überlegung liefert die kürzlich abgeschlossene Übernahme von Severn: Sie hebt die Sparte auf einen Jahresumsatz von etwa 1,7 Milliarden Euro. Der Verwaltungsrat betont jedoch, dass es keine Garantie für eine Transaktion gibt. Eine Entscheidung fällt nur, wenn eine Trennung den Aktionären klar mehr Wert bringt als die heutige Struktur. Ein Update soll es spätestens mit den Jahreszahlen 2026 geben.
Umsatz wächst, Auftragseingang schwächelt
Operativ zeigte sich Valmet im zweiten Quartal gemischt. Der Nettoumsatz stieg um 6 Prozent auf 1.315 Millionen Euro, das vergleichbare EBITA legte im gleichen Tempo auf 152 Millionen Euro zu. Die Marge blieb mit 11,5 Prozent stabil.
Beim Auftragseingang lief es dagegen schwächer: Er sank um 10 Prozent auf 1.373 Millionen Euro, organisch um 9 Prozent. Grund war vor allem der Rückgang bei Großprojekten im Biomaterial-Geschäft — allerdings zog die Nachfrage dort im Quartalsvergleich bereits wieder an, mit Kapitalaufträgen von 501 Millionen Euro. Die Jahresprognose für 2026 bestätigte das Unternehmen unverändert: Umsatz und vergleichbares EBITA sollen auf Vorjahresniveau bleiben oder leicht zulegen.
Personell steht zudem ein Wechsel an der Finanzspitze an. Pia Aaltonen-Forsell, zuletzt CFO bei Finnair und zuvor unter anderem bei Northvolt und Outokumpu tätig, übernimmt spätestens Ende Januar 2027 den Posten von Katri Hokkanen, die ihre Rolle bereits im März angekündigt zum Ende September 2026 abgibt.
Die strategische Prüfung dürfte in den kommenden Monaten die Diskussion um Valmet dominieren. Ein konkretes Update haben Vorstand und Aufsichtsrat spätestens zur Vorlage der Jahreszahlen 2026 in Aussicht gestellt.
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