Uzatom, Framatome

Uzatom und Framatome vertiefen Kooperation für erstes Atomkraftwerk

13.03.2026 - 00:00:15 | boerse-global.de

Uzbekistan kombiniert für sein erstes Kernkraftwerk russische Reaktortechnik mit französischen Leitsystemen von Framatome. Die IAEA plant eine Inspektionsmission zur Prüfung der Sicherheitsstandards.

Uzatom und Framatome vertiefen Kooperation für erstes Atomkraftwerk - Foto: über boerse-global.de
Uzatom und Framatome vertiefen Kooperation für erstes Atomkraftwerk - Foto: über boerse-global.de

Uzbekistan setzt beim Bau seines ersten Atomkraftwerks auf französische Sicherheitstechnik. Ein Abkommen mit dem Nuklearkonzern Framatome soll westliche Standards garantieren.

Die staatliche Atomenergiebehörde Uzatom und das französische Unternehmen haben am 12. März 2026 eine umfassende Partnerschaft vereinbart. Im Fokus stehen moderne Instrumentierungs- und Leitsysteme – das „zentrale Nervensystem“ jeder Anlage. Für das zentralasiatische Land ist dies ein strategischer Schachzug. Es kombiniert russische Reaktortechnik mit europäischer Sicherheits- und Automatisierungsexpertise.

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Hybrid-Strategie für maximale Sicherheit

Das erste Kernkraftwerk des Landes entsteht im Distrikt Farish. Primärauftragnehmer für die Reaktoren ist der russische Staatskonzern Rosatom. Doch um nicht von einem einzigen Technologieanbieter abhängig zu sein, sucht Uzbekistan gezielt Partner im Westen. Die Kooperation mit Framatome deckt den gesamten Lebenszyklus der Anlage ab: von der Planung über die Bauphase bis zum langfristigen Betrieb.

„Durch diese Partnerschaft erhält Uzbekistan Zugang zu jahrzehntelanger europäischer Erfahrung in der nuklearen Sicherheit“, analysieren Branchenbeobachter. Framatome hat bereits Leitsysteme für Projekte wie Paks II in Ungarn oder El Dabaa in Ägypten geliefert. Das Unternehmen ist spezialisiert darauf, seine digitalen Kontrollsysteme an verschiedene Reaktortypen – auch russische Druckwasserreaktoren (VVER) – anzupassen.

IAEA-Mission und internationale Transparenz

Parallel zu den Vertragsverhandlungen stellt sich Uzbekistan unter internationale Aufsicht. Die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEA) kündigte für die zweite Jahreshälfte 2026 eine umfassende Inspektionsmission an. Sie soll den Baufortschritt prüfen und die Einhaltung globaler Sicherheitsvorschriften bewerten.

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IAEA-Generaldirektor Rafael Grossi lobte den „konsequenten Ansatz“ Uzbekistans. Die Mission fällt voraussichtlich mit dem Beginn der Betonarbeiten am Standort Jizzakh zusammen. Diese doppelte Absicherung – durch einen Top-Technologiepartner und die UN-Behörde – soll Investoren und Nachbarländern Vertrauen geben.

Blaupause für andere Schwellenländer?

Die Entwicklung spiegelt einen Paradigmenwechsel im globalen Nuklearmarkt wider. Neueinsteiger-Länder streben eine Diversifizierung der Lieferkette an, um technologische und geopolitische Risiken zu minimieren. Die „Hybrid“-Lösung aus Ost und West könnte zum Vorbild werden.

„Starke Governance und unantastbare Sicherheitsstandards sind eine Grundvoraussetzung für moderne Energieprojekte“, so Experten. Für Uzbekistan ist das Kraftwerk zentral für die Abkehr von fossilen Brennstoffen. Sollte die Integration der Systeme reibungslos verlaufen, eröffnet dies Framatome möglicherweise weitere Märkte in Zentralasien. Der Erfolg des Projekts wird zeigen, wie internationale Kooperation die globale Energiesicherung voranbringen kann.

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