US-Tarif trifft KI-Chips: 25 Prozent Zoll auf Importe
15.01.2026 - 06:00:12Die USA verhängen ab sofort einen Sonderzoll von 25 Prozent auf bestimmte Hochleistungs-KI-Chips. Die Regierung begründet den Schritt mit nationalen Sicherheitsinteressen. Die Maßnahme zielt auf Prozessoren, die in den USA eingeführt, aber dann weiter in Drittländer exportiert werden.
Hintergrund ist eine Untersuchung des Handelsministeriums. Sie kam zu dem Schluss, dass die starke Abhängigkeit von ausländischen Halbleitern ein Sicherheitsrisiko darstellt. Die USA verbrauchen etwa ein Viertel der weltweiten Halbleiterproduktion, stellen aber nur rund zehn Prozent ihres Bedarfs selbst her. Der neue Zoll soll diese Abhängigkeit verringern und Investitionen in heimische Fertigung anreizen.
Betroffen sind spezifische Hochleistungsprozessoren, darunter fortschrittliche KI-Chips von US-Firmen wie Nvidia und AMD. Diese werden jedoch überwiegend im Ausland, vor allem in Taiwan, gefertigt. Die ungewöhnliche Struktur des Zolls zielt darauf ab, dass die USA an den Erlösen des globalen Handels mit Spitzenchips partizipieren.
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Ausnahmen für heimische Wirtschaft
Um die heimische Tech-Industrie nicht zu behindern, sieht die Maßnahme zentrale Ausnahmen vor. Der Zoll gilt nicht für Chips, die in US-Rechenzentren verbaut werden. Auch Halbleiter für Forschung und Entwicklung, für US-Startups sowie für Verbraucher- und Industrieanwendungen außerhalb von Rechenzentren sind befreit. Chips für den öffentlichen Sektor und die Regierung sind ebenfalls ausgenommen.
Diese Ausnahmeregelungen sollen verhindern, dass die amerikanische Innovationskraft und Infrastruktur unmittelbar beeinträchtigt werden. Die Politik ist als erster Schritt einer mehrstufigen Strategie angelegt. Je nach Ergebnis laufender Handelsgespräche könnten später umfassendere Zölle folgen.
Strategisches Spiel mit China
Die Zoll-Entscheidung hängt eng mit einer jüngsten Lockerung der US-Exportkontrollen zusammen. Das Handelsministerium erlaubt es US-Firmen nun unter bestimmten Bedingungen, leistungsstarke KI-Chips wie die Nvidia H200 nach China zu verkaufen.
Dadurch entsteht eine paradoxe Situation: Der Export dieser Chips nach China ist erlaubt, löst aber den 25-Prozent-Zoll aus. Grund ist der typische Produktionsweg: Fertigung in Taiwan, Versand in die USA und Weiterleitung an ausländische Kunden. Die Regierung sieht darin eine strategische Entscheidung. US-Firmen können auf Schlüsselmärkten wettbewerbsfähig bleiben, während der Staat an den Umsätzen verdient. Kritiker in Washington warnen jedoch, dass fortschrittliche Technologie so Chinas militärische und wirtschaftliche Ambitionen stärken könnte.
Unsichere Zukunft für Halbleiterbranche
Die unmittelbaren Auswirkungen auf US-Chipriesen wie Nvidia, AMD und Intel sind komplex. Die Ausnahmen für den Inlandsmarkt mildern die direkten finanziellen Folgen. Spürbar wird der Zoll vor allem bei den Kosten für internationale Verkäufe, die über die USA abgewickelt werden.
Die Abhängigkeit dieser Konzerne von ausländischer Fertigung – insbesondere bei TSMC in Taiwan – steht im Zentrum der politischen Debatte. Branchenbeobachter sehen durch den gezielten Zoll vor allem wachsende Planungsunsicherheit. Das Weiße Haus hat den Handelsminister und den Handelsbeauftragten angewiesen, innerhalb von 90 Tagen über Fortschritte in Verhandlungen mit ausländischen Partnern zu berichten. Die Möglichkeit weiterer, umfassenderer Halbleiterzölle bleibt bestehen. Die globale Tech-Industrie navigiert nun in einem sich ständig verändernden Geflecht aus Handelspolitik und Sicherheitsinteressen.
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