US-Regierung, Verbot

US-Regierung plant Verbot von Zinsen auf Stablecoins

20.02.2026 - 22:40:35 | boerse-global.de

Die US-Regierung will die Vergütung für das bloße Halten von Stablecoins in digitalen Wallets verbieten. Diese Pläne aus den Verhandlungen zum Digital Asset Market Clarity Act könnten die Rolle der Digitalwährungen in den USA grundlegend verändern. Der Vorstoß ist ein Erfolg für die traditionelle Bankenlobby, die um Einlagen fürchtet.

Bankenlobby setzt sich gegen Krypto-Industrie durch

Hintergrund ist eine Gesetzeslücke im GENIUS Act von 2025. Dieses Gesetz verbietet bereits Stablecoin-Emittenten, direkte Zinsen an Halter zu zahlen. Nicht geregelt war jedoch, ob Plattformen wie Krypto-Börsen oder Wallet-Anbieter eigene Prämien anbieten dürfen. Genau diese Praxis soll nun unterbunden werden.

Bankenverbände argumentieren, solche zinsähnlichen Belohnungen schafften einen unfairen, unregulierten Wettbewerber zu herkömmlichen Sparkonten. Die Krypto-Branche hält dagegen: Ein Verbot würde Innovation ersticken und den Nutzen für Verbraucher stark einschränken. Der aktuelle Gesetzesentwurf aus vom Weißen Haus vermittelten Verhandlungen begünstigt klar die Position der Banken. Lediglich Belohnungen für spezifische Aktivitäten wie Kreditvergabe bleiben möglicherweise erlaubt.

Das Weiße Haus hat eine Frist bis zum 1. März für eine Einigung gesetzt. Sie ist der letzte große Streitpunkt auf dem Weg zum CLARITY Act, der den gesamten US-Kryptomarkt regulieren soll.

Große Player integrieren Stablecoins trotz Unsicherheit

Parallel zum regulatorischen Tauziehen treiben Finanz- und Technologieunternehmen die Integration von Stablecoins voran – ein Zeichen für die starke Marktnachfrage.

Das globale Fintech-Unternehmen Payoneer kündigte an, im zweiten Quartal 2026 Zahlungsfunktionen für Stablecoins zu starten. Nahezu zwei Millionen Geschäftskunden sollen dann digitale Währungen für grenzüberschreitende Transaktionen nutzen können.

Einen Schritt in Richtung Barriereabbau ging Trust Wallet. Einer der größten nicht-verwahrenden Wallet-Anbieter weltweit ermöglicht es seinen Nutzern nun, über eine Partnerschaft mit Coinme an über 15.000 Einzelhandelsstandorten in den USA Kryptowährungen mit Bargeld zu kaufen. Diese Verbindung von Bargeldwirtschaft und Self-Custody-Wallets ist beispiellos.

USA setzen auf Zahlungsverkehr, EU hat eigenen Weg

Das geplante Verbot passiver Erträge ist eine wegweisende politische Entscheidung. Sie lenkt den primären Anwendungsfall von Stablecoins in den USA klar in Richtung Zahlungsverkehr und Transaktionen – und weg von der Nutzung als Spar- oder Anlageinstrument.

Dieser Ansatz unterscheidet sich von der Lage in anderen Rechtsräumen. Die umfassende MiCA-Regulierung der Europäischen Union ist bereits in Kraft. Ihr strenges Lizenz- und Reserveanforderungen haben bereits dazu geführt, dass einige Börsen den Zugang zu nicht konformen Stablecoins wie Tether (USDT) einschränken. Ob es in den USA zu einer ähnlichen Marktverschiebung kommt, hängt vom Ausgang der Verhandlungen ab.

Sollte bis März eine Einigung erzielt werden, könnte der CLARITY Act verabschiedet werden und dem US-Kryptomarkt endlich umfassende Rechtssicherheit geben. Ein Scheitern würde den Gesetzgebungsprozess wohl bis nach den Zwischenwahlen im November auf Eis legen und die regulatorische Unsicherheit verlängern.

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