US-Handelskrieg, Oberstes

US-Handelskrieg: Oberstes Gericht kippt Trump-Tarife

26.02.2026 - 00:39:42 | boerse-global.de

Ein historisches Urteil des Supreme Court erklärt Trumps Zollpolitik für verfassungswidrig, was zu milliardenschweren Rückforderungen führt und die Regierung zu einer Notfallmaßnahme zwingt.

US-Handelskrieg: Oberstes Gericht kippt Trump-Tarife - Foto: über boerse-global.de
US-Handelskrieg: Oberstes Gericht kippt Trump-Tarife - Foto: über boerse-global.de

Das Oberste Gericht der USA hat die Zollpolitik von Präsident Trump für verfassungswidrig erklärt. Die Entscheidung macht Milliarden an Strafzöllen rückzahlbar und zwingt das Weiße Haus zu einem hastigen Kurswechsel – mit direkten Folgen für die deutsche Exportwirtschaft.

Historisches Urteil gegen Machtmissbrauch

In einem Grundsatzurteil stellten die Richter klar: Nur der Kongress darf Steuern und Zölle erheben. Präsident Trump hatte diese Befugnis überschritten, als er 2025 mit Verweis auf ein Notstandsgesetz pauschale Strafzölle verhängte. Die Begründung: nationale Sicherheit. Sechs der neun Richter sahen darin einen klaren Verstoß gegen die Gewaltenteilung.

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„Wenn der Kongress dem Präsidenten eine so fundamentale Macht übertragen wollte, hätte er das explizit tun müssen“, schrieb Chief Justice John Roberts in der Urteilsbegründung. Das Notstandsgesetz von 1977 sei nie als Grundlage für Zölle gedacht gewesen – kein Präsident vor Trump habe es so interpretiert.

Diese Zölle sind jetzt ungültig

Betroffen sind alle seit 2025 verhängten „Fentanyl-Zölle“ gegen Kanada, Mexiko und China sowie die umfassenden „Liberation Day“-Zölle, die pauschal auf fast alle Handelspartner erhoben wurden. Zusammen haben diese Abgaben Importeure schätzungsweise 175 Milliarden Dollar gekostet.

Nicht betroffen sind hingegen ältere Strafzölle, etwa auf Stahl und Aluminium oder gegen chinesische Produktpiraterie. Diese beruhen auf anderen Gesetzen, die der Kongress ausdrücklich erlassen hat.

Weißes Haus reagiert mit Notlösung

Innerhalb von Stunden nach dem Urteil schlug die Regierung zurück. Unter Berufung auf ein fast vergessenes Gesetz von 1974 verhängte Trump neue globale Strafzölle von 15 Prozent. Diese Notmaßnahme gilt zunächst nur 150 Tage – bis zum 24. Juli 2026.

Doch was bedeutet das für deutsche Unternehmen? Die neue Regelung trifft alle Importe gleichermaßen und schafft damit planbare Rahmenbedingungen. Allerdings bleibt die Unsicherheit groß: Die Regierung signalisiert, dass sie vor Ablauf der Frist dauerhafte Alternativen schaffen will.

Milliarden-Rückzahlungen stehen an

Für betroffene Unternehmen eröffnet das Urteil eine historische Chance. Die seit 2025 gezahlten Zölle unter dem gekippten Notstandsgesetz könnten zurückgefordert werden. Experten sprechen von bis zu 175 Milliarden Dollar.

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Doch der Weg dorthin ist kompliziert. Das Gericht hat kein Verfahren für die Rückzahlung festgelegt. Importeure müssen jetzt aktiv werden: Sie sollten umgehend ihre Zolldokumente prüfen und formelle Einspruch einlegen, um ihre Ansprüche zu wahren. Die Regierung kündigte bereits an, viele Rückzahlungsanträge vor Gericht anzufechten.

Handelskrieg geht in neue Runde

Das Urteil beendet eine Schlacht, aber nicht den Krieg. Die neuen Notfallzölle werden bereits vor Gericht angefochten. Gleichzeitig drängt die Regierung auf schnellere Untersuchungen, um vor Juli dauerhafte Alternativen zu schaffen.

Für den Kongress wird die Entscheidung zur Nagelprobe. Das Parlament muss sich endlich zu seiner verfassungsmäßigen Rolle in der Handelspolitik bekennen. Die Frage ist: Werden die Abgeordneten klare Regeln setzen – oder dem Präsidenten weiter freie Hand lassen?

Die größte Unsicherheit betrifft internationale Handelsabkommen. Viele Verträge wurden unter dem Druck der nun ungültigen Zölle geschlossen. Handelspartner wie die EU könnten jetzt Nachverhandlungen fordern. Für die deutsche Exportindustrie beginnt eine Phase neuer Verhandlungen – und möglicherweise neuer Chancen.

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