US-Behörden, Logistikbranche

US-Behörden und Logistikbranche verstärken Kampf gegen Paketbetrug

27.02.2026 - 08:09:58 | boerse-global.de

US-Behörden und Logistikverbände führen strengere Identitätsprüfungen für Speditionen ein und warnen vor betrügerischen Jobangeboten zur Paketweiterleitung.

Washington D.C. – Angesichts einer Flut von Betrugsfällen im E-Commerce verschärfen US-Behörden und Logistikverbände diese Woche den Kampf gegen raffinierte Paketumleitungs- und Weiterleitungssysteme. Die Maßnahmen zielen auf ein wachsendes Netzwerk krimineller Aktivitäten, das Verbraucher und Unternehmen gleichermaßen schädigt.

Neue Identitätsprüfungen für Transportunternehmen

Am 26. Februar kündigte die National Motor Freight Traffic Association (NMFTA) strengere Identitätsprüfungen an. Ziel ist es, zu verhindern, dass Kriminelle sich als legitime Transportunternehmen ausgeben. Konkret müssen alle Speditionen, die einen Standard Carrier Alpha Code (SCAC) beantragen oder verlängern, eine verschärfte Überprüfung durchlaufen.

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Parallel dazu hat die NMFTA eine neue „Fraud Prevention Hub“ eingerichtet. Diese Plattform soll der Branche als zentrale Anlaufstelle für den Austausch von Informationen und Best Practices im Kampf gegen Frachtkriminalität dienen. „Die Glaubwürdigkeit eines Transportunternehmens muss ein verlässliches Signal für seine Legitimität sein“, so die Logistik-Experten.

FTC warnt vor betrügerischen „Nebenjobs“

Bereits am 24. Februar hatte die US-Verbraucherschutzbehörde Federal Trade Commission (FTC) eine Warnung vor betrügerischen Nebenjob-Angeboten herausgegeben. Diese sogenannten „Side-Hustle“-Anzeigen locken ahnungslose Personen mit dem Versprechen einfachen Geldes für das Weiterleiten von Paketen.

In Wirklichkeit werden diese „Weiterleitungs-Helfer“ zu unfreiwilligen Komplizen in kriminellen Netzwerken. Sie empfangen gestohlene Ware an ihrer Privatadresse und schicken sie – häufig ins Ausland – weiter. Die eigentlichen Drahtzieher bleiben so für die Strafverfolgungsbehörden schwer greifbar.

So funktionieren moderne Paketbetrugssysteme

Der moderne Paketbetrug ist ein mehrstufiges Verbrechen, das Technologie und Social Engineering kombiniert. Die Kette beginnt meist mit Phishing-Angriffen per SMS oder E-Mail. Diese Nachrichten geben sich als offizielle Mitteilung von Logistikriesen wie UPS, FedEx oder der US-Post aus und fordern unter einem Vorwand zum Klicken auf einen Link auf.

Haben die Betrüger erst einmal die Zugangsdaten zu einem Kundenkonto, warten sie auf hochwertige Bestellungen. Noch vor der Auslieferung nutzen sie dann die offiziellen Paketmanagement-Tools der Versanddienstleister, um die Sendung an eine andere Adresse umzuleiten. Diese ist oft eine leerstehende Immobilie oder die Privatadresse eines ahnungslosen „Weiterleiters“.

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Verbraucher in der Pflicht: Diese Warnsignale sollten Sie kennen

Während die Branche ihre Sicherheitsvorkehrungen erhöht, bleibt die Wachsamkeit der Verbraucher eine entscheidende Verteidigungslinie. Die FTC warnt ausdrücklich vor unverlangten Jobangeboten, die einfaches Geld für das Weiterleiten von Paketen versprechen. Seriöse Arbeitgeber verlangen nie, dass Mitarbeiter Ware für unbekannte Kunden an ihre Privatadresse liefern lassen.

Cybersicherheitsexperten raten zu einer mehrschichtigen Verteidigungsstrategie:
* Starke, einzigartige Passwörter für jedes E-Commerce- und Versandkonto
* Aktivierung der Zwei-Faktor-Authentifizierung
* Skepsis bei unerbetenen Nachrichten zu Paketlieferungen

Ein klassisches Warnsignal sind Nachrichten, die künstliche Dringlichkeit erzeugen – etwa die Drohung, ein Paket werde zurückgeschickt, wenn nicht sofort gehandelt wird. Verbraucher sollten niemals auf Links in solchen Nachrichten klicken, sondern die Sendungsverfolgung stets direkt auf der Website des Versanddienstleisters prüfen.

Koordinierte Abwehr gegen eine wachsende Bedrohung

Die zeitgleichen Maßnahmen von Industrie und Behörden markieren eine neue Phase im Kampf gegen den Paketbetrug. Die Kriminellen werden immer professioneller, nutzen KI für überzeugendere Phishing-Nachrichten und bauen komplexe logistische Netzwerke auf.

Für die Zukunft ist absehbar, dass Versanddienstleister strengere Identitätsprüfungen einführen werden, wenn Kunden eine Adressänderung oder Umleitung beantragen. Gleichzeitig dürften Strafverfolgungsbehörden ihre Bemühungen intensivieren, die Weiterleitungsnetzwerke zu zerschlagen. Die Botschaft an Verbraucher und Unternehmen ist klar: Die Bequemlichkeit des Online-Handels erfordert heute ein hohes Maß an Sicherheitsbewusstsein.

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