Universitätsmedizin Halle startet Programm „Kleine Helden“ für Grundschüler
13.02.2026 - 06:53:11Die Universitätsmedizin Halle startet ein neues Mitmach-Programm für mentale Gesundheit. „Kleine Helden für mentale Gesundheit“ richtet sich gezielt an Kinder der dritten und vierten Klasse. Ziel ist es, psychische Widerstandsfähigkeit – die Resilienz – früh zu fördern und das Thema zu entstigmatisieren.
Spielerisch die Seele stärken
Das Programm der Psychiatrischen Institutsambulanz (PIA) lädt Schulklassen zu einem Projektnachmittag ein. Die Kinder lernen die PIA als Ort der Hilfe kennen und begegnen spielerisch verschiedenen Berufsgruppen: Ärzten, Psychologen sowie Kunst- und Musiktherapeuten. Sie erfahren, dass Unterstützung vielfältig sein kann – durch Gespräche, kreatives Gestalten oder praktische Alltagshilfen.
„Kinder sollen früh lernen, dass seelische Gesundheit ein normaler Teil des Lebens ist“, sagt Dr. Michael Brütting, leitender Oberarzt der Klinik. Das Programm soll Neugier wecken und die Botschaft vermitteln: Es ist okay, sich Hilfe zu holen.
Warum Prävention schon in der Grundschule wichtig ist
Die Hallenser Initiative passt in eine bundesweite Strategie. Die Bundesregierung arbeitet aktuell an dem Plan „Mentale Gesundheit für junge Menschen“, der noch in diesem Jahr erste Maßnahmen umsetzen will. Ein Kernziel: Prävention und Früherkennung stärken.
Experten sind überzeugt: Emotionale Kompetenzen und Wissen über die eigene Psyche, die im Kindesalter vermittelt werden, legen den Grundstein für langfristige Stabilität. Solche Programme gelten als Schlüssel, um der wachsenden Zahl psychischer Probleme bei Jugendlichen zu begegnen.
Multiplikatoren lernen „Erste Hilfe im Kopf“
Parallel zur Arbeit mit Kindern setzt ein weiterer Trend an: die Schulung von Betreuern. Kurse unter dem Motto „Erste Hilfe im Kopf“ richten sich zum Beispiel an Jugendleiter in Ferienlagern. Sie lernen, psychische Krisen wie Panikattacken oder starkes Heimweh zu erkennen und angemessen zu reagieren.
Für Jugendleiterinnen, Hort-Teams und Schulleitungen, die psychische Belastungen früh erkennen und dokumentieren möchten, gibt es kostenlose Vorlagen und Checklisten zur Gefährdungsbeurteilung. Die Muster-Überlastungsanzeige hilft, Überlastungssituationen systematisch zu erfassen und das Team rechtssicher zu entlasten – mit praktischen Schritt-für-Schritt-Anleitungen. Kostenlose Muster-Vorlage & Checklisten zur Überlastungsanzeige sichern
Das Ziel ist nicht die Diagnose, sondern ein sicherer Rahmen: Zuhören, unterstützen und wissen, wann professionelle Hilfe nötig ist. Dieser Ansatz stärkt das gesamte soziale Umfeld der Kinder.
Vom Reparieren zum Vorbeugen
Die neuen Programme markieren einen Paradigmenwechsel. Statt erst bei akuten Problemen zu handeln, rückt die proaktive Förderung von Wohlbefinden in den Vordergrund. Getragen wird dieser Wandel von der Erkenntnis, dass viele psychische Erkrankungen im Jugendalter beginnen.
Die Politik unterstützt diesen Weg. Das „Startchancen-Programm“ der Bundesregierung stellt über zehn Jahre 20 Milliarden Euro für Schulen in schwieriger Lage bereit – und schließt explizit Maßnahmen für die mentale Gesundheit ein.
Wird Resilienztraining zum Schulalltag?
Das Hallenser Programm ist für weitere Schul- und Hortgruppen geöffnet. Es könnte also Schule machen. Mit der nationalen Strategie sind 2026 weitere ähnliche Projekte zu erwarten. Das langfristige Ziel ist klar: Resilienzförderung und Wissen über psychische Gesundheit sollen fester Bestandteil im Bildungsalltag werden. Die ersten praktischen Schritte sind nun gemacht.
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