Unitree G1: Roboter trotzt -47 Grad in China
08.02.2026 - 11:03:12Ein chinesischer Roboter hat einen neuen Kälterekord für menschenähnliche Maschinen aufgestellt. Der Unitree G1 absolvierte autonom einen Marathon im Schnee bei arktischen Temperaturen.
Neuer Maßstab für Roboter in Extremkälte
In den Schneefeldern von Xinjiang hat der zweibeinige Roboter Geschichte geschrieben. Bei bis zu -47,4 Grad Celsius legte er über 130.000 Schritte zurück und meisterte tiefen Schnee und Eis. Diese Demonstration übertrifft die üblichen Betriebsgrenzen von Humanoiden bei weitem – sie liegen normalerweise bei etwa -20 Grad.
Der Test fand in der Altay-Region statt. Die Aufgabe war anspruchsvoll: Der G1 sollte ein riesiges Schneekunstwerk stampfen, das Emblem der Olympischen Winterspiele auf einer Fläche von 186 mal 100 Metern. Dafür nutzte er das chinesische Beidou-Navigationssystem für Zentimeter-genaue Positionierung. Videoaufnahmen zeigen, wie der Roboter auf glattem Eis das Gleichgewicht hält und durch Schneewehen watet – ganz ohne menschliches Eingreifen.
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Geheime Waffe: Das spezielle „Winter-Kit“
Wie überlebt ein Roboter solche Bedingungen, bei denen ungeschützte Haut in Minuten erfrieren würde? Unitree stattete den G1 mit einem speziellen „Winter-Kit“ aus. Dazu gehörte eine thermische Schutzhülle für den Rumpf und Kunststoffabdeckungen für die Beingelenke.
Das interne Heizsystem wurde optimiert, um den 9.000-mAh-Akku und die Gelenkmotoren zu schützen. Bei extremer Kälte würden sich eigentlich die Schmiermittel in den Gelenken verdicken. Das erhöht den Widerstand und den Stromverbrauch drastisch. Der erfolgreiche Test beweist: Unitree hat wirksame Gegenmaßnahmen entwickelt.
Auch das Vision-System mit 3D-LiDAR und Tiefenkameras funktionierte zuverlässig. Das war entscheidend, um auf der weißen, kontrastarmen Schneefläche den präzisen Pfad für das Olympia-Emblem zu finden.
Billiger Preis, hohe Robustheit: Ein neuer Marktansatz
Diese Demonstration positioniert Unitree als ernstzunehmenden Konkurrenten im wachsenden Humanoiden-Markt. Während sich US-Konkurrenten oft auf Lagerlogistik konzentrieren, setzt das chinesische Unternehmen auf Erschwinglichkeit und Widerstandsfähigkeit im Freien.
Der Preisunterschied ist enorm: Der G1 kostet seit seinem Launch 2024 etwa 16.000 US-Dollar (rund 15.000 Euro). Damit ist er eine vergleichsweise günstige Plattform für Forschung und Entwicklung. Seine nun bewiesene Robustheit stellt die Annahme infrage, dass preiswertere Roboter weniger haltbar seien als teure Industriemodelle.
Experten diskutieren nun neue Einsatzgebiete: Such- und Rettungseinsätze, Arktisforschung oder Infrastrukturinspektionen in kalten Klimazonen. Bisher waren dafür vor allem Raupen- oder Vierbeiner-Roboter wie Unitrees eigene Go2-Serie im Einsatz. Der Erfolg des G1 zeigt: Zweibeiner könnten bald komplexes, verschneites Gelände bewältigen, das für Räder unpassierbar ist.
Wetterfeste Roboter werden zum neuen Standard
Nach diesem Erfolg rechnen Branchenkenner mit einem Wandel bei Stresstests für Humanoiden. Die Fähigkeit, bei fast -50 Grad zu arbeiten, eröffnet neue kommerzielle Möglichkeiten in Regionen wie Skandinavien, Kanada oder Nordchina.
Unitree will die Daten aus dem Altay-Test nutzen, um die Wärmemanagementsysteme seiner nächsten Modellgeneration zu verbessern. Analysten prognostizieren: Bis 2027 werden „allwettertaugliche“ Fähigkeiten zum Standard für vielseitige Humanoiden werden. Hersteller wollen ihren Nutzen über klimakontrollierte Fabriken hinaus erweitern.
Die Robotik-Landschaft reift rapide. Da der G1 bewiesen hat, dass extreme Kälte keine unüberwindbare Barriere mehr ist, hat das Rennen um den Einsatz autonomer Humanoiden in der realen Welt – bei jedem Wetter – deutlich an Fahrt aufgenommen.
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