Uniper Aktie: Bund startet Verkauf bis 12. Juni
25.05.2026 - 18:18:36 | boerse-global.deDer Bund leitet den Ausstieg aus Uniper ein. Per Anzeige in der „Financial Times“ startet die Bundesregierung den Verkaufsprozess für ihre Mehrheitsbeteiligung an Deutschlands größtem Gasimporteur. Potenzielle Investoren haben bis zum 12. Juni 2026 Zeit, sich bei den beauftragten Investmentbanken UBS und J.P. Morgan zu melden.
Aktuell hält der Staat 99,12 Prozent der Anteile. Ziel ist es, diese bis Ende 2028 auf 25 Prozent plus eine Aktie zu senken – eine Sperrminorität bleibt erhalten. Die Aktie notierte am Montag bei 48,75 Euro, ein Minus von 2,4 Prozent zum Freitagsschluss. Auf Wochensicht steht ein Plus von knapp 13 Prozent, seit Jahresbeginn sogar über 45 Prozent. Das 52-Wochen-Hoch wurde erst vor fünf Tagen bei 52,90 Euro markiert.
Notverstaatlichung als Rettungsanker
Die Reprivatisierung ist die Kehrseite der Rettungsaktion von 2022. Nachdem Russland die Gaslieferungen eingestellt hatte, war Uniper in eine existenzielle Krise gerutscht. Der Bund musste das Unternehmen mit Milliardenhilfen stabilisieren, um die Energieversorgung zu sichern. Nun prüft die Regierung verschiedene Optionen: den Verkauf von Aktienpaketen an strategische Investoren, einen erneuten Börsengang – oder eine Mischung aus beidem.
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Für den Konzern selbst läuft es wieder rund. Uniper schüttet eine Dividende von 0,72 Euro je Aktie für 2025 aus, bestätigt auf der Hauptversammlung am 20. Mai. Die schrittweise Rückkehr in private Hände könnte die Attraktivität für den Kapitalmarkt weiter steigern.
Wer darf kaufen?
Der Verkauf ist heikel. Uniper zählt zur kritischen Infrastruktur Deutschlands. Die Herkunft des Kapitals wird genau geprüft. Gewerkschaft Verdi und der Konzernbetriebsrat haben sich bereits gegen einen Direktverkauf an ausländische Wettbewerber ausgesprochen. Gleichzeitig bleibt der Konzern ein zentraler Akteur bei der Dekarbonisierung und dem Ausbau der Wasserstoff-Infrastruktur.
Die Entscheidung über die künftige Eigentümerstruktur fällt nicht vor dem zweiten Junidrittel. Bis dahin müssen die Interessensbekundungen vorliegen. Die Weichen für die strategische Ausrichtung Unipers werden in den kommenden Wochen gestellt.
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