Unilever: Europäische Arbeitnehmer fordern drei-Jahre-Garantie
22.04.2026 - 05:25:16 | boerse-global.deUnilever steht vor einer teuren Zerreißprobe. Der geplante Verkauf der Lebensmittelsparte an McCormick ruft die europäischen Arbeitnehmervertreter auf den Plan. Sie fordern weitreichende Jobgarantien. Das bringt zusätzliche Kostenrisiken für die ohnehin schwächelnde Aktie.
Das Eiscreme-Vorbild
Der Europäische Betriebsrat vertritt rund 20.000 Angestellte des Konsumgüterkonzerns. Kürzlich traf sich das Gremium mit CEO Fernando Fernandez. Das Ziel: Die Mitarbeiter der Lebensmittelsparte sollen nach dem Verkauf langfristig abgesichert werden. Als Vorbild dient die Abspaltung des Eiscreme-Geschäfts rund um die Marke Magnum.
Damals garantierte Unilever die Arbeitsbedingungen für europäische Mitarbeiter für drei Jahre. Das übertrifft die gesetzliche EU-Mindestfrist von einem Jahr deutlich. Nun pocht der Betriebsrat auf eine identische Regelung für das Personal, das zum US-Konzern McCormick wechseln soll.
Teurer Umbau
Der geplante Zusammenschluss schafft einen neuen Lebensmittelriesen. Marken wie Knorr und Hellmann's wechseln den Besitzer. Unilever erwartet aus der Transaktion Barmittel von knapp 16 Milliarden US-Dollar. Damit will der Vorstand vorrangig Schulden abbauen.
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Parallel dazu plant das Management in den kommenden Jahren ein milliardenschweres Aktienrückkaufprogramm. Die Trennung verursacht jedoch hohe Kosten. Unilever rechnet mit Restrukturierungsaufwendungen von rund 500 Millionen Euro. Zusätzliche Zusagen an die Belegschaft würden diese Summe weiter in die Höhe treiben.
Bislang hat Unilever nur den europäischen Beschäftigten formelle Gespräche angeboten. Das sorgt international für Unmut. Schon bei der Eiscreme-Abspaltung erhielten außereuropäische Mitarbeiter lediglich eine einjährige Garantie. Die Folge: weltweite Proteste an mehreren Standorten. Ein ähnliches Szenario droht nun erneut, da das Lebensmittelgeschäft stark in Schwellenländern verankert ist.
Blick auf die Zahlen
An der Börse spiegelt sich die Unsicherheit wider. Die Unilever-Aktie schloss am Dienstag bei 48,83 Euro. Damit notiert das Papier nur knapp über seinem 52-Wochen-Tief. Seit Jahresbeginn beläuft sich das Minus auf gut zwölf Prozent.
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Ende April legt Unilever seinen Bericht für das erste Quartal vor. Investoren achten dann besonders auf den Fortschritt des McCormick-Deals. Ebenso wichtig wird der Ausblick auf das Gesamtjahr 2026. Das Management peilt ein Umsatzwachstum zwischen vier und sechs Prozent an, rechnet aber wegen eines schwachen Marktumfelds eher mit dem unteren Ende dieser Spanne.
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