Unicredit, Commerzbank

Unicredit will Übernahmegespräche mit Commerzbank 'von Angesicht zu Angesicht'

18.03.2026 - 10:25:18 | dpa.de

Unicredit IT0005239360-Chef Andrea Orcel will mit seinem Übernahmeangebot für die Commerzbank DE000CBK1001 die festgefahrene Lage zwischen den beiden Parteien brechen.

"Ziel ist es, die Patt-Situation zu überwinden", sagte Orcel auf einer Finanzkonferenz der US-Bank Morgan Stanley. Nötig sei ein "konstruktiver Dialog von Angesicht zu Angesicht" mit allen Beteiligten. In den vergangenen 18 Monaten habe man das versucht, es sei aber nicht gelungen.

Orcel betonte, dass das Angebot auf alle Commerzbank-Anteile ziele. "Das Angebot ist für 100 Prozent." Nun habe man ein Fenster von 12 Wochen geschaffen für Gespräche. Ziel sei ein offenerer Dialog mit der Commerzbank, um Wertpotenziale zu heben. Er sei aber auch offen für andere Szenarien, wenn die Gespräche sich entsprechend entwickelten. "Wie auch immer es ausgeht, es wird eine Win-Win-Situation sein", zeigte sich Orcel überzeugt.

Übernahmeangebot in eigenen Aktien

Die Unicredit, die direkt über Aktien und indirekt über Finanzinstrumente knapp 30 Prozent der Commerzbank kontrolliert, hatte am Montag ein freiwilliges Übernahmeangebot für den Frankfurter Dax DE0008469008-Konzern angekündigt.

Dabei will die italienische Großbank für sämtliche Commerzbank-Aktien je 0,485 neue Unicredit-Papiere bieten. Das entspricht einem Preis von 30,80 Euro je Commerzbank-Anteil oder einem Aufschlag von vier Prozent zum Schlusskurs von vergangenem Freitag. Damit bewertet die Unicredit die Commerzbank mit knapp 35 Milliarden Euro. Final soll das Angebot aber erst im Mai vorgelegt werden. Vorher sollen die Aktionäre der Unicredit der nötigen Kapitalerhöhung zustimmen.

Widerstand aus Frankfurt

Die Commerzbank besteht auf ihrer Eigenständigkeit und bekommt Unterstützung von der Bundesregierung. Der deutsche Staat hält noch rund 12 Prozent an der Commerzbank. Vorstandschefin Bettina Orlopp fordert ein konkretes Angebot der Italiener. Sie kritisierte jüngst, die Unicredit lasse im Unklaren, wie eine wertstiftende Transaktion aussehen solle. Orlopp hatte das Vorgehen der Unicredit als "taktisches Manöver" bezeichnet, auch weil der angebotene Aufschlag gemessen am Marktwert der Commerzbank nur gering und die Kommunikation der Italiener widersprüchlich sei.

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