Unicredit, Aktie

Unicredit Aktie: Commerzbank fordert BaFin-Untersuchung

04.06.2026 - 03:58:08 | boerse-global.de

Commerzbank wirft UniCredit Täuschung über Aktionärsunterstützung vor und bittet die BaFin um Prüfung der Übernahmepläne.

Unicredit Aktie: Commerzbank fordert BaFin-Untersuchung - Bild: über boerse-global.de
Unicredit Aktie: Commerzbank fordert BaFin-Untersuchung - Bild: über boerse-global.de

Commerzbank geht in die Offensive und ruft die Finanzaufsicht BaFin auf den Plan. Der Vorwurf wiegt schwer: UniCredit soll den Kapitalmarkt über die tatsächliche Unterstützung für ihre Übernahmepläne getäuscht haben. In Frankfurt wächst der Widerstand gegen den Expansionskurs aus Mailand.

UniCredit verkündete jüngst, die kritische Schwelle von 30 Prozent überschritten zu haben. Commerzbank hält dagegen und bezeichnet die Angaben als potenziell irreführend. Die gemeldeten 7,58 Prozent an angedienten Aktien stammen laut bankinterner Analyse nicht von unabhängigen Investoren.

Vielmehr hingen diese Positionen mit Derivategeschäften der Italiener zusammen. Die Zusammenfassung von Direkthaltequoten und angedienten Aktien schaffe einen künstlich aufgeblähten Eindruck der Zustimmung. Parallel dazu fehlt dem Angebot die wirtschaftliche Logik.

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Das Tauschangebot von 0,485 UniCredit-Aktien je Commerzbank-Anteil liegt aktuell unter dem Börsenkurs der Frankfurter. Für freie Aktionäre gibt es derzeit keinen rationalen Grund, ihre Papiere einzureichen. Die BaFin soll nun klären, ob komplexe Finanzkonstruktionen hinter der gemeldeten Aktivität stecken.

Das Erreichen der 30-Prozent-Marke ist ein strategischer Hebel. Durch ein freiwilliges Angebot in dieser Höhe umgeht UniCredit ein gesetzlich vorgeschriebenes Pflichtangebot in bar, das deutlich teurer ausfallen dürfte. Inklusive Finanzinstrumenten kontrolliert die Mailänder Großbank mittlerweile fast 38 Prozent der Anteile.

Die UniCredit-Aktie notiert aktuell bei rund 73,50 Euro. Damit liegt das Papier zwar etwa sieben Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch vom Februar, verzeichnet aber auf Jahressicht ein Plus von gut 30 Prozent.

Die Entscheidung fällt Mitte Juni mit dem Ende der Annahmefrist. Bis dahin bleibt die Lage für Investoren unübersichtlich. Die Bundesregierung, die noch zwölf Prozent an der Commerzbank hält, lehnt den Vorstoß weiterhin als feindlich ab.

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