Unicredit, Aktie

Unicredit Aktie: 55 Prozent Commerzbank-Exposure erreicht

18.06.2026 - 12:34:32 | boerse-global.de

Der italienische Großbank droht eine politische Eskalation beim Commerzbank-Übernahmeversuch, während die Aktie neue Höchststände erreicht.

UniCredit: Eskalation im Machtkampf um die Commerzbank
Unicredit - Ein Börsenticker zeigt Finanzdaten mit verschwommenem Hintergrund eines geschäftigen Handelssaals. 18.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Die Aktie der italienischen Großbank kratzt mit 80,14 Euro am 52-Wochen-Hoch. Seit Jahresbeginn summiert sich das Plus auf knapp zwölf Prozent, auf Sicht von zwölf Monaten sogar auf über 42 Prozent. Der tägliche Handel zeigt wenig Ausschlag, doch die Lage hinter den Kulissen ist desto explosiver.

Berlin lehnt Tausch ab

Die Übernahme der Commerzbank stößt auf massiven Widerstand der deutschen Politik. Der Finanzmarktstabilisierungsfonds hat das Umtauschangebot offiziell abgelehnt. Der Fonds nannte eine unzureichende Prämie und die aggressive Vorgehensweise als Gründe.

Der deutsche Staat hält seit der Finanzkrise 2008 einen Anteil von zwölf Prozent an der Commerzbank. Die Bundesregierung stellt sich klar gegen eine Übernahme. Sie verweist auf die Bedeutung des Geldhauses für den deutschen Mittelstand.

Bislang ohne Erfolg. Unicredit hat nach der ersten Annahmefrist weitere 12,41 Prozent der Aktien eingesammelt. Die Gesamtbeteiligung liegt nun bei rund 39,18 Prozent. Zählt man Derivate und Wandelanleihen hinzu, dürfte das wirtschaftliche Exposure bei über 55 Prozent liegen.

Staatsanwaltschaft ermittelt

Die Stimmung ist vergiftet. Der Commerzbank-Betriebsrat hat Strafanzeige wegen Marktmanipulation gestellt. Die Frankfurter Staatsanwaltschaft hat ein vorläufiges Ermittlungsverfahren eingeleitet.

Parallel dazu wächst der Druck auf politischer Ebene. EU-Wettbewerbskommissarin Teresa Ribera forderte die Mitgliedsstaaten auf, grenzüberschreitende Bankenfusionen zu unterstützen. Sie kritisierte Regierungen, die „paneuropäische Champions" forderten, aber notwendige Regulierungen blockierten.

Orcel sieht Marktchancen

Unicredit-Chef Andrea Orcel nutzte eine Branchenkonferenz in Rom für eine Kampfansage. Er verwies auf eine Umfrage, wonach 27 Prozent der deutschen Bankkunden unzufrieden seien. Internationale Institute und Fintechs hätten daher bereits Marktanteile erobert. Die Botschaft: Für ein starkes europäisches Institut gebe es Platz.

Die Annahmefrist für das Umtauschangebot ist verlängert. Eine Nachfrist läuft von Ende Juni bis Anfang Juli. Die endgültigen Ergebnisse werden Anfang Juli erwartet.

Für Unicredit steht viel auf dem Spiel. Eine Vollkonsolidierung der Commerzbank würde die Kapitalquote belasten. Analysten beobachten genau, wie sich Orcel zwischen Expansion und Bilanzstärke entscheidet.

Anzeige

Unicredit-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Unicredit-Analyse vom 18. Juni liefert die Antwort:

Die neusten Unicredit-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Unicredit-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 18. Juni erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Unicredit: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

de | IT0005239360 | UNICREDIT | boerse | 69571867 |