UNC1069-Hacker kapern Rechner über gefälschte Google-Meet-Links
06.04.2026 - 18:09:58 | boerse-global.deSicherheitsforscher warnen vor einer neuen Angriffswelle. Die mutmaßlich nordkoreanische Hackergruppe UNC1069 lockt Opfer mit gefälschten Videocall-Einladungen auf täuschend echte Google-Meet- und Teams-Seiten. Dort zwingt ein angebliches „Update“ die Nutzer in die Falle.
Die perfide Masche: Vertrauen wird missbraucht
Die Angreifer nutzen kompromittierte Konten bei LinkedIn oder Telegram, um alte Gespräche wiederzubeleben. Sie schlagen ein neues Geschäftstreffen vor und schicken einen Link – etwa zu onlivemeet[.]com. Die Seite sieht aus wie die echte Videokonferenz-Plattform, nutzt sogar seriöse Terminplaner wie Calendly.
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Doch der Beitritt zum Meeting schlägt fehl. Stattdessen erscheint eine Fehlermeldung: Ein dringendes Sicherheitsupdate oder ein neues Software-Development-Kit (SDK) müsse installiert werden. Wer hier klickt, übergibt die Kontrolle über seinen Rechner.
MDM-Enrollment: Hacker werden zu Admins
Ein besonders tückischer Angriffsweg nutzt eine legitime Windows-Funktion. Statt eine Malware-Datei zu laden, triggert der Klick einen ms-device-enrollment:-Link. Das ist der Befehl für die Mobile-Device-Management-Registrierung (MDM), mit der Firmen-IT Abteilungen Rechner fernverwalten.
Im Angriffsfall meldet sich der private oder geschäftliche PC aber bei einem Server der Hacker an. Diese erhalten damit Administrator-Rechte: Sie können Software installieren, Dateien auslesen oder das Gerät komplett sperren. Herkömmliche Antivirenprogramme schlagen nicht an – das Betriebssystem selbst führt die Befehle eines „bösartigen Admins“ aus.
ClickFix: Der gefährliche Helpdesk-Trick
Parallel grassiert die sogenannte ClickFix-Taktik. Auf der Fake-Seite erscheint eine Fehlermeldung zu Mikrofon oder Kamera. Zur Fehlerbehebung soll der Nutzer „Windows+R“ drücken und einen Code einfügen.
Diesen Code hat die Webseite jedoch bereits als bösartigen PowerShell-Befehl in die Zwischenablage kopiert. Durch das manuelle Ausführen lädt der Nutzer selbst Infostealer wie Stealc nach, die nach Krypto-Wallets und Passwörtern suchen. Diese Methode umgeht oft Browser-Sicherheitswarnungen.
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So schützen Sie sich vor den Angriffen
Die Tech-Konzerne reagieren: Apple warnt in macOS Tahoe 26.4 nun vor ClickFix-Aktivitäten. Microsoft arbeitet an Schutzmaßnahmen für den Edge-Browser. Experten raten Nutzern zu absoluter Skepsis:
- Nie Updates über Pop-ups installieren: Laden Sie Software nur aus offiziellen Stores oder von den Hersteller-Webseiten.
- Befehle nie blind kopieren: Eine Aufforderung, Code in Terminal oder „Ausführen“ einzufügen, ist immer ein Betrugsversuch.
- MDM-Profile prüfen: Unter Systemeinstellungen bei „Konten“ oder „Profile“ nach unbekannten Verwaltungseinheiten suchen.
- Zwei-Faktor-Authentifizierung nutzen: Hardware-Keys (FIDO2) bieten trotz gestohlener Session-Tokens noch Schutz.
Browser werden zum neuen Schlachtfeld
Der Trend ist klar: Statt klassischer Viren setzen Hacker immer mehr auf Social Engineering, das legitime Systemfunktionen kapert. Betrugsversuche mit gefälschten Browser-Updates stiegen laut einem Report zuletzt um das 17-Fache.
Die Grenze zwischen Fernwartung und Hacker-Angriff verschwimmt. Für Unternehmen heißt das: Sie müssen von dateibasierter auf verhaltensbasierte Erkennung umstellen. Für jeden Nutzer bleibt Misstrauen die wichtigste Waffe – besonders bei unerwarteten Tech-Problemen im Videocall.
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