UN gründet weltweit ersten unabhängigen Wissenschaftsrat für KI
13.02.2026 - 07:31:12Die UN-Vollversammlung hat mit überwältigender Mehrheit die Gründung eines unabhängigen Wissenschaftspanels für Künstliche Intelligenz beschlossen. Die USA stemmten sich als einzige Großmacht vergeblich gegen das Gremium und stehen damit international isoliert.
Der Beschluss fiel am Donnerstag mit 117 Ja-Stimmen. Dagegen votierten nur die USA und Paraguay. Schlüsselverbündete der Amerikaner in Europa und Asien sowie China und Russland unterstützten die Resolution. Sie schafft ein 40-köpfiges Expertengremium, das jährlich wissenschaftliche Bewertungen zu KI-Risiken und Chancen vorlegen soll.
UN-Generalsekretär Antonio Guterres begrüßte den Schritt als „Grundstein für ein globales wissenschaftliches Verständnis von KI“. Das Panel soll allen Mitgliedsstaaten – unabhängig von ihrer technologischen Entwicklung – eine gleichberechtigte Diskussionsgrundlage bieten.
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USA sehen UN-Kompetenz überschritten
Die Abstimmung offenbart eine tiefe strategische Kluft in der KI-Governance. Während die Mehrheit einen multilateralen UN-Ansatz bevorzugt, lehnten die USA dies entschieden ab. Eine Sprecherin der US-Mission nannte die Panel-Gründung einen „gravierenden Kompetenzüberschritt der UN“. KI-Governance sei „keine Angelegenheit, die die UN diktieren sollte“.
Hinter der amerikanischen Position stehen Befürchtungen, Autorität an ein internationales Gremium abzugeben, das von autoritären Regimen beeinflusst werden könnte. Die US-Regierung kritisierte zudem das Auswahlverfahren der Experten als „intransparent“ und will stattdessen mit „gleichgesinnten Nationen“ zusammenarbeiten.
Der diplomatische Konflikt fällt in eine Zeit, in der das US-Verteidigungsministerium laut Berichten heimlich fortschrittliche KI-Systeme in klassifizierte Netzwerke integrieren will. Dieser nationale Sicherheitsfokus kontrastiert scharf mit dem UN-Ansatz für einen kollektiven, transparenten Governance-Rahmen.
Experten aus über 2.600 Bewerbern ausgewählt
Das Unabhängige Internationale Wissenschaftspanel für KI ist das erste globale Gremium seiner Art. Es soll evidenzbasierte Analysen zu gesellschaftlichen Auswirkungen der Technologie liefern. Die Gründung wurde bereits 2024 im Global Digital Compact vereinbart.
Die 40 Mitglieder wurden aus über 2.600 Kandidaten in einem unabhängigen Verfahren ausgewählt, an dem die Internationale Fernmeldeunion (ITU) und UNESCO beteiligt waren. Die Experten stammen aus verschiedenen Disziplinen und Regionen und haben eine dreijährige Amtszeit.
Unter ihnen befinden sich die philippinische Journalistin und Friedensnobelpreisträgerin Maria Ressa sowie je zwei Experten aus den USA und China. Diese Besetzung sichert die Repräsentation der führenden KI-Nationen – trotz des offiziellen Washingtoner Protests.
Globale Wissenslücke soll geschlossen werden
Die Einrichtung des Panels markiert einen Wendepunkt in der globalen KI-Debatte. Bisherige Regulierungsbemühungen waren fragmentiert. Befürworter erhoffen sich nun einen wissenschaftlichen Ankerpunkt für den weltweiten Dialog, der an Menschenrechte und Nachhaltigkeitsziele geknüpft ist.
Die breite Unterstützung zeigt den globalen Wunsch, Entwicklungsländern eine Stimme in der KI-Zukunft zu geben. Guterres warnte vor einer Welt von KI-„Besitzenden und Besitzlosen“ und forderte, die Technologie müsse Ungleichheit verringern, nicht vertiefen.
Doch die Herausforderungen sind enorm. Der amerikanische Widerstand könnte die Arbeit erschweren. Die unverbindlichen Empfehlungen des Gremiums und Finanzierungsfragen bleiben Hürden. Bei rasantem technologischem Wandel muss das Panel agil bleiben. Der erste Bericht wird noch 2026 erwartet – und wird den Beweis liefern müssen, ob ein globaler wissenschaftlicher Konsens in diesem kritischen Feld möglich ist.
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