UN-Generalsekretär, KI-Regeln

UN-Generalsekretär fordert globale KI-Regeln

20.02.2026 - 20:24:12 | boerse-global.de

Die Vereinten Nationen stellen eine umfassende Initiative vor, um Künstliche Intelligenz global zu regulieren und Entwicklungsländer einzubinden. Ein neues Wissenschaftsgremium und ein Fonds sind zentrale Elemente.

Die Zukunft der Künstlichen Intelligenz darf nicht von einer Handvoll Länder oder Milliardäre bestimmt werden. Das forderte UN-Generalsekretär António Guterres auf dem Global AI Impact Summit 2026 in Neu-Delhi. Er stellte eine neue UN-Strategie vor, um die Technologie zum Wohle aller zu lenken.

Wissenschaft als Grundlage für Regeln

Kern der Initiative ist ein neues unabhängiges Wissenschaftsgremium, das nach dem Vorbild des Weltklimarats (IPCC) arbeiten soll. Die UN-Vollversammlung hat bereits 40 Experten für dieses Internationale Wissenschaftliche Gremium für Künstliche Intelligenz bestätigt. Es soll Regierungen faktenbasierte Bewertungen liefern, um klügere Gesetze zu entwerfen.

„Wir brauchen weniger Hype, weniger Angst, mehr Fakten und Beweise“, sagte Guterres. Die Innovation entwickele sich mit „Lichtgeschwindigkeit“ und überhole die Fähigkeit der globalen Institutionen, sie zu verstehen oder zu steuern. Das Gremium soll eine gemeinsame Wissensbasis schaffen und so internationale Zusammenarbeit fördern. Sein erster Bericht wird für Juli erwartet.

Milliardenschwerer Fonds für Entwicklungsländer

Ein weiterer Pfeiler ist ein geplanter Globaler KI-Fonds mit einem Zielvolumen von drei Milliarden Euro. Er soll Grundkapazitäten in Entwicklungsländern aufbauen. Ohne erhebliche Investitionen riskierten viele Nationen, „aus dem KI-Zeitalter ausgesperrt zu werden“, warnte Guterres.

Das Geld soll in Schulungen, Dateninfrastruktur und Zugang zu bezahlbarer Rechenleistung fließen. Der Generalsekretär wies darauf hin, dass die Summe weniger als ein Prozent des Jahresumsatzes eines einzigen großen Technologiekonzerns darstelle – ein „geringer Preis für eine KI, die allen nützt“. Die Ausrichtung des Gipfels in Indien habe „besondere Bedeutung“, um die Debatte näher an die Realität des Globalen Südens zu rücken.

Risiken: Von Vorurteilen bis zum Energiehunger

Jenseits institutioneller Rahmenwerke benannte Guterres konkrete Gefahren. Unkontrollierte KI könne Ungleichheit vertiefen, Vorurteile verstärken, Desinformation befeuern und Arbeitsmärkte durcheinanderwirbeln. Er äußerte auch Bedenken zum enormen Energie- und Wasserbedarf von Rechenzentren.

Ein Kernprinzip der UN-Vision ist die Gewährleistung robuster menschlicher Kontrolle. Verantwortung dürfe „niemals an einen Algorithmus ausgelagert“ werden. Guterres gab auch eine deutliche Warnung bezüglich der Auswirkungen auf Kinder aus: „Kein Kind sollte Versuchsobjekt für unregulierte KI sein.“

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Ein Wettlauf gegen die Zeit

Die Ankündigungen markieren einen der bisher umfassendsten Versuche, einen globalen, multilateralen Rahmen für die KI-Governance zu schaffen. An dem Gipfel nahmen auch CEOs großer Tech-Firmen wie OpenAI und Google teil.

Die Welt blickt nun auf die nächsten Schritte. Der erste Bericht des Wissenschaftsgremiums im Juli wird ein wichtiger Meilenstein sein. Der Erfolg hängt von einem schwierigen Konsens der Mitgliedstaaten und den notwendigen finanziellen Zusagen ab. Die zentrale Herausforderung bleibt, das rasante Tempo des technologischen Wandels mit dem bedächtigen Tempo internationaler Diplomatie in Einklang zu bringen.

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