Pilotprojekt, Taxis

UK startet Pilotprojekt für fahrerlose Taxis und Busse

29.04.2026 - 01:42:58 | boerse-global.de

Ab April 2026 können Firmen Genehmigungen für autonome Fahrzeuge ohne Sicherheitsfahrer beantragen. London bleibt vorerst außen vor.

UK startet Pilotprojekt für fahrerlose Taxis und Busse - Foto: über boerse-global.de
UK startet Pilotprojekt für fahrerlose Taxis und Busse - Foto: über boerse-global.de

Großbritannien hat einen entscheidenden Schritt in seiner Verkehrsstrategie gemacht: Seit Ende April 2026 können Unternehmen erstmals Genehmigungen beantragen, um fahrerlose Fahrzeuge ohne Sicherheitsfahrer auf öffentlichen Straßen zu betreiben. Das neue „Automated Passenger Services“-Zulassungssystem (APS) erlaubt kommerzielle Testläufe mit autonomen Taxis und Bussen in England, Schottland und Wales.

Meilenstein nach beschleunigtem Zeitplan

Die Einführung des Pilotprojekts krönt einen ehrgeizigen Fahrplan, den das Verkehrsministerium bereits im Juni 2025 vorgestellt hatte. Ursprünglich war der Start erst für 2027 vorgesehen – nun beginnt die Testphase ein ganzes Jahr früher. Ziel ist es, wertvolle Praxisdaten zu sammeln, bevor das vollständige „Automated Vehicles Act 2024“ in der zweiten Jahreshälfte 2027 in Kraft tritt.

Anzeige

Während autonome Fahrzeuge den Personentransport revolutionieren, stehen auch in der Industrie massive Umbrüche durch Automatisierung bevor. Erfahren Sie in diesem kostenlosen Report, welche Unternehmen die nächste industrielle Revolution anführen und wie Sie von den Milliarden-Investitionen in Robotik und KI profitieren können. Jetzt gratis herausfinden, wer die Gewinner der neuen Industrierevolution sind

Die ersten Einsätze sind bewusst klein gehalten: Per App buchbare autonome Taxis und Busse sollen unter strengen Sicherheitsauflagen an den Start gehen. Die Behörden erhoffen sich davon Erkenntnisse über das tatsächliche Nutzerverhalten und die Akzeptanz in der Bevölkerung.

Mehrstufiges Zulassungsverfahren

Die neuen Richtlinien für das Pilotprojekt sehen ein mehrschichtiges Genehmigungsverfahren vor. Interessierte Unternehmen müssen:

  • Sonderfahrzeug-Genehmigungen einholen
  • Registrierungsauflagen nach dem Automated and Electric Vehicles Act 2018 erfüllen
  • Ein robustes Sicherheitsmanagementsystem nachweisen

Die zentrale Vorgabe: Die Fahrzeuge müssen mindestens genauso sicher sein wie ein kompetenter menschlicher Fahrer. Das Verkehrsministerium hat zudem spezielle Informationen für Rettungskräfte veröffentlicht, um sie auf den Einsatz fahrerloser Fahrzeuge vorzubereiten.

London bremst – zumindest vorerst

Doch nicht alle Behörden ziehen mit. Ende April 2026 äußerten Vertreter von Transport for London (TfL) deutliche Bedenken. Der Chef der Londoner Verkehrsbehörde erklärte, dass derzeit kein einziges in Großbritannien zugelassenes autonomes Fahrzeug die strengen Anforderungen für den Einsatz in der komplexen Londoner Innenstadt erfülle.

Die Hauptstadt bleibt damit vorerst außen vor – ein Rückschlag für die Branche, die gerade auf London als Prestigemarkt setzt.

Industrie macht Tempo – Hafenprojekt als Vorzeigebeispiel

Während die Personenbeförderung noch in den Kinderschuhen steckt, zeigt die Industrie, was bereits möglich ist. Am 24. April 2026 präsentierte ein Konsortium um die North East Automotive Alliance und die Softwarefirma Oxa einen Erfolg am Hafen von Tyne: Das „Port-Connected and Automated Logistics“-Projekt (P-Cal) demonstrierte ein vollautomatisiertes Traktorsystem im laufenden Hafenbetrieb.

Die Projektleiter betonten, dass der Test bewies: Bestehende Arbeitsfahrzeuge lassen sich in eine digitale Belegschaft integrieren. Sie übernehmen repetitive und gefährliche Aufgaben, während menschliche Arbeiter sich auf höherwertige Tätigkeiten konzentrieren können.

Milliardenschwere Investitionen

Die industriellen Fortschritte werden durch erhebliche Kapitalspritzen untermauert. Oxa sicherte sich im März 2026 103 Millionen US-Dollar (umgerechnet rund 95 Millionen Euro) in einer Series-D-Finanzierungsrunde – darunter 50 Millionen Dollar vom britischen National Wealth Fund. Das Unternehmen will damit seine „Industrial Mobility Automation“-Lösungen in Häfen, Flughäfen und Lagern ausrollen.

Noch größer investiert das Startup Wayve: Nach einer historischen Series-C-Runde über 1,05 Milliarden US-Dollar im Mai 2024 – angeführt von SoftBank, Nvidia und Microsoft – bereitet das Unternehmen nun Robotaxi-Tests auf Londons Straßen vor. Ein Wayve-Sprecher bestätigte, dass man noch in diesem Jahr starten wolle, um zu beweisen, dass die KI den einzigartigen Londoner Verkehr meistern kann.

Lehren aus Schottland: Bus-Pilotprojekt endet mit gemischter Bilanz

Das neue APS-System baut auf Erfahrungen aus dem CAVForth-Projekt in Schottland auf, das im Februar 2025 planmäßig endete. Seit Mai 2023 verkehrten dort erstmals vollwertige autonome Busse auf einer Strecke zwischen Fife und Edinburgh.

Das Ergebnis: technisch ein Erfolg, kommerziell ernüchternd. Die Fahrgastzahlen blieben hinter den Erwartungen zurück, weshalb der Betrieb nicht verlängert wurde. Allerdings sammelte das Konsortium um Stagecoach und Alexander Dennis wertvolle Daten zu Betriebs- und Regulierungsanforderungen.

Der entscheidende Unterschied zum neuen Pilotprojekt: Die CAVForth-Busse fuhren zwar auf Level-4-Autonomie, hatten aber stets einen Sicherheitsfahrer und einen „Kapitän“ an Bord. Das APS-System erlaubt nun erstmals den völlig fahrerlosen Betrieb – ein Schritt, den die Regierung für unabdingbar hält, um die kommerzielle Tragfähigkeit zu testen, besonders in ländlichen Regionen mit schlechter Verkehrsanbindung.

Rechtsrahmen schafft Klarheit

Die rechtliche Grundlage für all diese Entwicklungen ist das Automated Vehicles Act 2024, das am 20. Mai 2024 die königliche Zustimmung erhielt. Das Gesetz etabliert einen klaren Haftungsrahmen: Im autonomen Modus geht die Verantwortung bei Unfällen vom Fahrer auf den Hersteller oder die autorisierte Betreibergesellschaft über.

Diese Rechtssicherheit soll internationale Investitionen anlocken – etwa von Waymo, das ebenfalls Interesse an einem Einstieg in den britischen Markt signalisiert hat.

38.000 neue Jobs erwartet

Die wirtschaftlichen Prognosen sind ambitioniert. Offizielle Schätzungen des Verkehrsministeriums gehen davon aus, dass der Sektor der autonomen Fahrzeuge bis 2035 38.000 Arbeitsplätze schaffen und 42 Milliarden Pfund (rund 49 Milliarden Euro) zur britischen Wirtschaft beitragen könnte.

Die laufenden Pilotprojekte sind der entscheidende Test, ob diese Prognosen realistisch sind – insbesondere, da andere Regionen wie die USA und China ihre eigenen autonomen Flotten ebenfalls rasant ausbauen.

Anzeige

Der Wettlauf um die Marktführerschaft im Bereich der Künstlichen Intelligenz löst derzeit die größte Börsenchance seit dem Internet-Boom aus. Welche drei Unternehmen laut Experten die Grundsäulen dieses Wachstumsmarkts bilden, enthüllt dieser exklusive Gratis-Report für vorausschauende Anleger. Kostenlosen Report mit den 3 besten KI-Aktien jetzt sichern

Ausblick: Regulierung bis 2027

Während das Antragsfenster für die Pilotprojekte 2026 geöffnet bleibt, verlagert sich der Fokus des Verkehrsministeriums auf die Fertigstellung des umfassenden Regulierungsrahmens. Eine weitere Konsultation zu Sicherheitsprinzipien und sekundären Rechtsvorschriften ist für die zweite Jahreshälfte 2026 geplant. Ziel ist es, bis Ende 2027 einen vollständigen, weltweit führenden Rechtsrahmen zu schaffen.

Die Regierung sucht weiterhin den Dialog mit Verkehrsteilnehmern, Behindertenverbänden und der Industrie, um sicherzustellen, dass die Technologie allen Gesellschaftsgruppen zugutekommt – insbesondere älteren Menschen und Menschen mit Behinderungen.

Umfragen aus dem Spätherbst 2025 zeigten noch eine gewisse Skepsis in der britischen Bevölkerung gegenüber fahrerlosen Taxis. Die Behörden setzen nun darauf, dass die kontrollierten, kleinskaligen Pilotprojekte das Vertrauen durch nachgewiesene Sicherheit und Zuverlässigkeit stärken werden.

Die kommenden Monate werden zeigen, welche Unternehmen die ersten kommerziellen Genehmigungen erhalten – und wie die Öffentlichkeit auf die Ankunft fahrerloser Fahrzeuge auf britischen Straßen reagiert.

So schätzen die Börsenprofis Aktien ein!

<b>So schätzen die Börsenprofis   Aktien ein!</b>
Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlässliche Anlage-Empfehlungen – dreimal pro Woche, direkt ins Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr. Jetzt abonnieren.
Für. Immer. Kostenlos.
de | boerse | 69255358 |