Ubisoft, Aktie

Ubisoft Aktie: Christoph Hartmann übernimmt Creative House 2

04.07.2026 - 05:03:41 | boerse-global.de

Ubisoft holt 2K-Mitgründer Christoph Hartmann zur Wiederbelebung der Tom-Clancy-Marken. Rekordverlust und Stellenabbau belasten den Konzern.

Ubisoft: Branchenveteran Hartmann soll Tom-Clancy-Serien retten
Ubisoft - Abstrakte Darstellung der Videospielindustrie mit stilisierten digitalen Pfaden, die Kreativität und strategische Neuausrichtung symbolisieren. 04.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Der französische Spielekonzern holt sich einen alten Branchenkenner an Bord. Christoph Hartmann, Mitgründer von 2K Games und zuletzt bei Amazon Games, übernimmt die Leitung des „Creative House 2“. Dort verantwortet er künftig die wichtigsten Tom-Clancy-Marken: The Division, Ghost Recon und Splinter Cell. Hinzu kommt der kürzlich erworbene Titel March of Giants. Der Schritt soll die erfolgsverwöhnten Serien nach einer schwächeren Phase wiederbeleben.

Fünf Säulen gegen die Krise

Die Personalie ist Teil einer weitreichenden Umstrukturierung. Ubisoft gliedert seine Studios in fünf sogenannte Creative Houses. Der Druck auf den Konzern ist enorm: Im Geschäftsjahr 2025/26 verbuchte Ubisoft einen Rekordverlust von rund 1,5 Milliarden Euro.

Die Sparmaßnahmen sind deutlich sichtbar. Im Juli 2026 schloss das Unternehmen seine Studios in Winnipeg und Belgrad, rund 380 Stellen fielen weg. Bei Red Storm Entertainment strich Ubisoft weitere 105 Positionen – das Studio konzentriert sich künftig auf technische Unterstützung und die firmeneigene Snowdrop-Engine. Dazu kippte der Konzern mehrere Projekte, darunter das Prince of Persia-Remake und das Lebenssimulationsspiel Alterra.

Tencent bringt frisches Geld

Ein Lichtblick ist die milliardenschwere Beteiligung des chinesischen Investors Tencent. Rund 1,16 Milliarden Euro fließen in Vantage Studios, die Heimat von Assassin’s Creed und Far Cry. Das Geld soll die Entwicklung der zuverlässigsten Umsatztreiber absichern.

Die Aktie notierte am Freitag bei 5,50 Euro – ein Minus von 0,9 Prozent zum Vortag. Über die Woche gerechnet steht aber ein Plus von 5,5 Prozent. Das Papier erholt sich langsam von seinem 52-Wochen-Tief bei 3,69 Euro im März, liegt aber noch 46 Prozent unter dem Höchststand von 10,20 Euro. Der RSI von 60,4 deutet auf moderate Dynamik hin.

Was jetzt zählt

Die kommenden Monate werden zeigen, ob der Konzern seinen schlankeren Release-Plan einhalten kann. Im Juli 2026 startet Assassin’s Creed Black Flag Resynced, im Oktober folgt Rayman Legends Retold. Für Anleger steht eine Frage im Mittelpunkt: Gelingt es Hartmann, die Tom-Clancy-Reihen mit hochwertigen Neuauflagen wieder nach vorne zu bringen? Die Aktie hat in den vergangenen zwölf Monaten rund 40 Prozent ihres Wertes verloren. Ein Stabilisierungssignal wäre der erste Schritt.

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