Ubisoft, Aktie

Ubisoft Aktie: 1,322 Milliarden Euro Nettoverlust

21.05.2026 - 07:15:10 | boerse-global.de

Nach Milliardenverlust konzentriert sich Ubisoft auf seine stärksten Marken und kündigt eine gestraffte Spiele-Roadmap an.

Ubisoft Aktie: 1,322 Milliarden Euro Nettoverlust - Foto: über boerse-global.de
Ubisoft Aktie: 1,322 Milliarden Euro Nettoverlust - Foto: über boerse-global.de

Ubisoft zieht die Entwicklung enger zusammen. Nach hohen Verlusten und schwachen Buchungen richtet der Konzern seine Ressourcen auf die Marken aus, die noch die größte Zugkraft haben: Assassin’s Creed, Far Cry und Ghost Recon. Das neue Motto lautet sinngemäß: Qualität vor Menge.

Hoher Verlust, bessere Liquidität

Im abgelaufenen Geschäftsjahr meldete Ubisoft einen operativen Nettoverlust von 1,322 Milliarden Euro. Die Netto-Buchungen fielen auf 1,525 Milliarden Euro und damit spürbar niedriger aus als zuvor.

Das erklärt, warum das Management die Pipeline nun härter sortiert. Weniger Projekte sollen mehr Aufmerksamkeit, mehr Entwicklungszeit und bessere Bewertungen bekommen.

Besonders schwach war das Schlussquartal. Die Netto-Buchungen lagen bei 415 Millionen Euro, ein Rückgang um 54 Prozent zum Vorjahr, aber über der internen Vorgabe von 390 Millionen Euro.

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An der Börse bleibt die Aktie angeschlagen: Am Mittwoch schloss sie bei 4,94 Euro, seit Jahresanfang liegt das Minus bei 22,34 Prozent. Auf Jahressicht hat sich der Kurs mehr als halbiert.

Die Bilanz wirkt trotz der roten Zahlen stabiler. Die Nettofinanzverschuldung nach Non-IFRS sank von 885 Millionen Euro auf 187 Millionen Euro, gestützt durch eine Tencent-Investition von rund 1,16 Milliarden Euro.

Der Kassenbestand von etwa 1,35 Milliarden Euro verschafft Ubisoft Zeit. Diese Zeit braucht der Konzern, denn der Umbau trifft nicht nur einzelne Titel, sondern die gesamte Produktionslogik.

Roadmap mit den großen drei Marken

Der Schwerpunkt liegt nun klar auf bekannten Serien. Künftige Spiele sollen wieder höhere Qualitätsstandards erreichen, als Ziel nennt Ubisoft Metacritic-Wertungen von mindestens 80 Punkten.

Bei Assassin’s Creed ist „Black Flag Resynced“ für Juli 2026 geplant, „Assassin’s Creed Hexe“ soll im Jahr 2027 folgen. Damit bleibt die wichtigste Marke der zentrale Taktgeber im Portfolio.

Für Far Cry läuft ein neues Projekt unter dem Namen „Project Blackbird“ mit Zieljahr 2027. Ein neuer Ghost-Recon-Titel befindet sich ebenfalls in Entwicklung, mit einem Fenster in den Geschäftsjahren 2027/28 oder 2028/29.

Auffällig ist, was nicht in der kurzfristigen Planung auftaucht. Das Remake von Splinter Cell und Beyond Good and Evil 2 spielen in der Roadmap bis März 2029 keine erkennbare Rolle.

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Harte Einschnitte im Portfolio

CEO Yves Guillemot beschreibt den laufenden Umbau als eine der ambitioniertesten Transformationen der Unternehmensgeschichte. Dazu passt die Bereinigung der Pipeline: Ubisoft strich sieben Projekte und verschob sechs weitere, um Qualitätsziele abzusichern.

Auch die Kostenbasis sinkt. Ende März 2026 beschäftigte Ubisoft noch 16.590 Mitarbeiter, nachdem im Jahresverlauf rund 1.200 Stellen weggefallen waren.

Seit dem Geschäftsjahr 2022/23 reduzierte der Konzern seine Fixkosten um etwa 325 Millionen Euro. Bis März 2028 soll die fixe Kostenbasis auf 1,25 Milliarden Euro sinken.

Der nächste Belastungstest ist das Geschäftsjahr 2026/27. Ubisoft rechnet dort mit dem Tiefpunkt beim freien Cashflow und einem Mittelabfluss von bis zu 500 Millionen Euro; ab 2027/28 soll wieder positiver freier Cashflow erreicht werden. Dafür müssen die neuen Großtitel nicht nur pünktlich kommen, sondern sichtbar besser abschneiden als die jüngsten Problemprojekte.

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