Uber Aktie: Klage gegen New York
11.06.2026 - 20:34:54 | boerse-global.de
Uber und Lyft ziehen gemeinsam vor Gericht — und stellen sich gegen ein Gesetz, das die Art verändern würde, wie Ride-Hailing-Plattformen ihre Fahrer verwalten dürfen.
Ein Gesetz, das Sicherheitsstandards aushöhlt
Der Streit dreht sich um das New Yorker Local Law 52 aus dem Jahr 2026. Es verpflichtet große Fahrdienstvermittler, Fahrer nur bei einem nachweisbaren wirtschaftlichen oder rechtlichen Grund zu deaktivieren — und schreibt eine 14-tägige Kündigungsfrist vor. Uber und Lyft sehen darin eine direkte Gefährdung der Passagiersicherheit. Das Unternehmen bezeichnet das Gesetz als "rücksichtslos": Es könnte Fahrer, denen sexuelle Übergriffe vorgeworfen werden, auf der Plattform halten — zumindest solange rechtliche Prozesse laufen.
Uber hatte als erstes der beiden Unternehmen am Dienstag in Manhattan geklagt. Lyft folgte einen Tag später. Beide berufen sich auf Verstöße gegen Verfassungsrechte — konkret auf Due-Process- und Redefreiheitsgarantien. Besonders heikel: Das Gesetz sieht vor, dass Passagiere, die Übergriffe melden, ihre Schilderungen direkt dem betroffenen Fahrer offenlegen müssen. Das widerspricht dem Datenschutzanspruch vieler Betroffener.
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Hintergrund: Lawinen von Klagen
Uber steht beim Thema Fahrersicherheit ohnehin unter Beobachtung. In einem landesweiten Sammelklageverfahren vor einem Bundesgericht in San Francisco waren zum 1. Juni dieses Jahres mehr als 3.500 Klagen wegen sexueller Übergriffe durch Fahrer anhängig. Das zeigt, wie sensibel das Thema ist — und warum Uber argumentiert, dass gerade jetzt kein Gesetz verabschiedet werden sollte, das Deaktivierungen erschwert.
Das New Yorker Stadtgesetz wurde ursprünglich vom damaligen Bürgermeister Eric Adams per Veto gestoppt, bevor der Stadtrat es im Januar 2026 mit großer Mehrheit für in Kraft gesetzt hat. Es soll am 28. Juli wirksam werden — sofern es die Gerichte nicht vorher blockieren.
Ob ein Gericht eine einstweilige Verfügung gewährt, entscheidet sich wahrscheinlich noch vor dem Sommer. Bis dahin bleibt das Inkrafttreten des Gesetzes das größte operative Risiko für Uber im größten US-Fahrtmarkt.
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