Uber Aktie: 500 Millionen in Nuro-Investment
06.06.2026 - 05:17:48 | boerse-global.de
Uber zieht an zwei Fronten zugleich an. Im Inneren baut der Konzern Stellen und Hierarchien ab. Nach außen schiebt er Milliarden in die autonome Mobilität. Genau dieser Spagat prägt das Bild der Aktie.
Am Freitag schloss das Papier bei 61,50 Euro und gab 1,11 Prozent nach. Auf Wochensicht steht noch ein Plus von 2,50 Prozent zu Buche, seit Jahresbeginn liegt die Aktie aber weiter 13,03 Prozent im Minus.
Weniger Köpfe, weniger Ebenen
Am 3. Juni hat Uber die Einheit „People and Places“ umgebaut. Rund 23 Prozent der Stellen in diesem Bereich fallen weg. Betroffen sind vor allem Führungs- und Managementfunktionen. Gemessen an den weltweit 34.000 Beschäftigten bleibt der Einschnitt jedoch klein.
Jill Hazelbaker, seit Mitte Mai Präsidentin des Unternehmens, begründet den Schritt mit weniger Komplexität und moderneren Strukturen. Uber weist zugleich den Eindruck zurück, die Maßnahme sei eine direkte Folge des KI-Einsatzes. Das Thema ist im Konzern dennoch längst Alltag.
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95 Prozent der 5.000 Ingenieure arbeiten bereits mit KI-gestützten Coding-Tools. Intern sollen rund 70 Prozent des Codes inzwischen über diese Systeme entstehen. Der Jahresetat für KI sei schon in den ersten vier Monaten aufgebraucht gewesen. Deshalb gilt nun eine Obergrenze von 1.500 Dollar pro Tool und Monat.
Milliarden gegen die menschlichen Fahrer
Parallel dazu beschleunigt Uber den Vorstoß ins autonome Fahren. Erst am 5. Juni wurde eine Investition von fast 500 Millionen Dollar in das Start-up Nuro bestätigt. Die Vereinbarung umfasst eine Beteiligung in der Series E sowie weitere Tranchen, die an Meilensteine wie fahrerlose Tests und den Start von Passagierfahrten in der San Francisco Bay Area bis Ende 2026 gekoppelt sind.
Hinzu kommt die Allianz mit Lucid Motors. Geplant ist eine Flotte von 35.000 Robotaxis auf Basis des Lucid Gravity SUV, kombiniert mit Nuros Level-4-Software und Nvidias Drive-AGX-Thor-Hardware. Uber baut sich damit nicht nur als Plattformbetreiber, sondern zunehmend als Daten- und Infrastrukturpartner für das autonome Ökosystem auf.
Auch Rivian bleibt ein Baustein. Bis 2031 sind dort Investitionen von bis zu 1,25 Milliarden Dollar vorgesehen, um eine Flotte von bis zu 50.000 R2-SUVs für Robotaxi-Dienste ab 2028 zu unterstützen. Dazu kommen 500 Hyundai Ioniq 5 als Datenerfassungsfahrzeuge für 2026.
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Der Markt bleibt skeptisch
Der Kursverlauf zeigt, dass die Investoren den Umbau nicht einfach abnicken. Die Aktie notiert 29,38 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 87,09 Euro und zugleich 5,56 Prozent über dem Tief von 58,26 Euro. Auch der Abstand zum 200-Tage-Durchschnitt von 71,00 Euro bleibt deutlich.
Kurzfristig entscheidet weniger die Strategie als die Frage, ob Uber die vielen Projekte auch in messbare Effizienz und belastbare operative Fortschritte übersetzen kann. Die nächsten Impulse dürften von den Robotaxi-Programmen in Europa und den Meilensteinen bei Nuro kommen.
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