UAE, Zahlungen

UAE startet Zahlungen per Gesichts- und Handflächen-Scan

30.01.2026 - 21:12:12

Die Vereinigten Arabischen Emirate testen ein neues Bezahlsystem, das auf der Kombination von Gesichts- und Handflächenerkennung basiert. Die Technologie soll sicherer und schneller sein, wirft aber Datenschutzfragen auf.

Die Vereinigten Arabischen Emirate testen als erstes Land im Nahen Osten ein revolutionäres biometrisches Bezahlsystem. Statt Karte oder Smartphone genügen ein Blick und die Handfläche.

Ab sofort können Kunden beim Dubai Land Department Einkäufe autorisieren, indem sie kurz in einen Scanner blicken und ihre Handfläche zeigen. Die Technologie kombiniert Gesichts- und Handvenenerkennung und kommt ganz ohne physische Zahlungsmittel aus. Die nationale Zentralbank (CBUAE) hat das Pilotprojekt diese Woche gestartet. Es ist Teil einer umfassenden Strategie für eine sichere, bargeldlose Wirtschaft.

Doppelte Biometrie als Sicherheits-Revolution

Das System geht deutlich über die gängige Fingerabdruck- oder Gesichtserkennung in Smartphones hinaus. Es setzt auf einen multi-modalen Ansatz: Erst die Kombination aus Gesichts- und Handflächen-Scan ermöglicht die Zahlung. Besonders die einzigartigen Venenmuster der Handinnenfläche gelten als äußerst fälschungssicher. Sie können nur von einem Infrarot-Scanner erfasst werden.

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„Diese Schichtung verschiedener biometrischer Merkmale ist die Antwort auf Betrug mit gestohlenen Karten oder unsicheren PINs“, erklärt ein Branchenexperte. Die Technologie soll nicht nur sicherer, sondern auch hygienischer und schneller als herkömmliche Bezahlvorgänge sein.

Netzwerk aus etablierten Partnern

Hinter dem Pilotprojekt steht eine Kooperation zwischen der CBUAE, dem in Dubai ansässigen Zahlungsabwickler Network International und dem US-Biometrie-Spezialisten PopID. PopID liefert die Plattform zur Identitätsverifikation, auf der ein verschlüsselter biometrischer Datensatz jedes Nutzers gespeichert wird. Network International stellt die Zahlungsinfrastruktur bereit.

Bereits 2023 hatten die Partner das reine „Face Pay“-System in Carrefour-Supermärkten eingeführt. Die neue, erweiterte Technologie wurde im geschützten Rahmen des „Sandbox Programme“ der Zentralbank entwickelt, das das Testen innovativer Finanztechnologien erlaubt.

Der schmale Grat zwischen Innovation und Privatsphäre

Die Einführung fällt mit der Digital Economy Strategy der UAE zusammen. Erst kürzlich kündigte die Zentralbank an, unsichere SMS-TANs für Online-Zahlungen schrittweise durch biometrische Verfahren zu ersetzen. Befürworter betonen den Komfort und den potenziellen Beitrag zur finanziellen Inklusion.

Doch der Schritt wirft kritische Fragen zum Datenschutz auf. Biometrische Daten wie Gesichts- und Venenmuster sind einzigartig und permanent. Im Falle eines Datenlecks können sie – anders als ein Passwort – nicht einfach zurückgesetzt werden. Datenschützer fordern daher besonders strenge Regeln für die Erfassung, Speicherung und Nutzung dieser sensiblen Informationen.

Globale Vorreiterrolle mit Weitblick

Der Pilotversuch ist ein klares Signal für einen weltweiten Trend. Angesichts immer raffinierterer Betrugsmethoden, etwa mit KI-generierten Deepfakes, gilt die Mehrfach-Biometrie als zukunftssicherer Standard. Der globale Markt für biometrische Zahlungen wird in den kommenden Jahren auf einen Volumen von Billionen Dollar geschätzt.

Bei Erfolg könnte das System bald über den Immobiliensektor hinausrollen. Visionäre sehen eine Zukunft, in der eine einmalige biometrische Registrierung für alles reicht: vom Brötchenkauf bis zur Passkontrolle am Flughafen. Die Finanzwelt beobachtet gespannt, wie die Emirate den Spagat zwischen bahnbrechender Innovation und dem Schutz der Privatsphäre meistern werden.

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