TVAöD: Azubis im öffentlichen Dienst bekommen 75 Euro mehr
03.01.2026 - 22:32:12Für angehende Kaufleute für Büromanagement im öffentlichen Dienst startet 2026 mit wichtigen Neuerungen. Während flexible Arbeitszeitoptionen sofort gelten, steht im Mai eine deutliche Gehaltserhöhung an. Die genauen Konditionen sind jetzt entscheidend für Personalabteilungen und Auszubildende.
Feste Gehaltserhebung im Mai 2026
Die finanziell bedeutendste Änderung tritt am 1. Mai 2026 in Kraft. Auszubildende des Bundes und der Kommunen erhalten dann eine feste monatliche Erhöhung ihrer Ausbildungsvergütung um 75,00 Euro. Diese Regelung stammt aus dem Tarifabschluss vom April 2025.
Für Kaufleute für Büromanagement (TVAöD – Besonderer Teil BBiG) ergeben sich damit folgende Bruttobeträge:
* 1. Lehrjahr: 1.368,26 Euro (bisher 1.293,26 Euro)
* 2. Lehrjahr: 1.418,20 Euro (bisher 1.343,20 Euro)
* 3. Lehrjahr: 1.464,02 Euro (bisher 1.389,02 Euro)
* 4. Lehrjahr: 1.527,59 Euro (bisher 1.452,59 Euro)
Diese Pauschalerhöhung wurde von Gewerkschaften wie ver.di ausgehandelt, um gezielt Auszubildende und Geringverdiener zu entlasten.
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Sofort wirksam: Flexiblere Arbeitszeiten
Bereits seit dem 1. Januar 2026 gelten neue Regelungen. Eine zentrale Neuerung für den Bund und den Kommunen ist die Einführung eines freiwilligen Arbeitszeitkorridors.
Beschäftigte können erstmals auf eigenen Wunsch ihre Wochenarbeitszeit von der Regelarbeitszeit von 39 Stunden auf bis zu 42 Stunden erhöhen. Diese „Arbeit-gegen-Geld“-Option soll Personalengpässe abfedern und durch Zuschläge ein höheres Einkommen ermöglichen. Die Umsetzung erfordert die Zustimmung des Arbeitgebers.
Zudem stieg zum Jahresbeginn der gesetzliche Mindestlohn auf 13,90 Euro pro Stunde. Die gesetzliche Mindestausbildungsvergütung für neue Verträge ab 2026 liegt nun bei 724 Euro im ersten Jahr. Die TVAöD-Sätze liegen damit weiterhin deutlich über dieser gesetzlichen Untergrenze, was den öffentlichen Dienst im Wettbewerb um Auszubildende stärkt.
Ungleiche Bedingungen: Der Faktor TVA-L
Ein wichtiger Unterschied besteht zwischen Auszubildenden des Bundes/Kommunen (TVAöD) und denen der Bundesländer. Für letztere gilt der TVA-L, über derzeit intensiv verhandelt wird.
Die Tarifgespräche für den Länderbereich laufen seit Ende 2025. Die Gewerkschaften fordern hier 200 Euro mehr pro Monat für Azubis sowie unbefristete Übernahmegarantien nach der Ausbildung.
Diese Diskrepanz ist ein großes Thema: Während ein Azubi im Rathaus (TVAöD) seine Erhöhung für Mai sicher hat, wartet sein Kollege im Landesministerium noch auf das Ergebnis der TV-L-Verhandlungen. Diese werden am 15. und 16. Januar 2026 fortgesetzt. Diese Zersplitterung erschwert die Vergleichbarkeit für Bewerber und den Wettbewerb der öffentlichen Arbeitgeber um Nachwuchs.
Kampf um Talente: Attraktivität sichern
Die Anpassungen 2026 sind Teil einer Strategie, den öffentlichen Dienst zukunftsfest zu machen. Angesichts des demografischen Wandels und vieler Renteneintritte muss der Staat als attraktiver Arbeitgeber auftreten.
Die hohen Einstiegsvergütungen von über 1.300 Euro im ersten Lehrjahr positionieren den öffentlichen Dienst in der Spitzengruppe. Doch das Gehalt ist nur ein Faktor. Die neue Arbeitszeitflexibilität soll modernere Karrieremodelle ermöglichen. Fraglich bleibt, wie viele junge Beschäftigte tatsächlich mehr Stunden arbeiten möchten.
Ebenfalls verbessert sich die Jahressonderzahlung. Für kommunale Beschäftigte wird sie 2026 auf 85 Prozent des Monatsgehalts standardisiert, was die Lohnabrechnung vereinfacht.
Ausblick: Verhandlungen und Umsetzung
Im ersten Quartal 2026 stehen die Umsetzung der Arbeitszeitmodelle und der Abschluss der TV-L-Verhandlungen im Fokus.
Kommt es bei den Ländern zu einer ähnlichen Einigung wie auf Bundesebene, könnte sich bis Mitte des Jahres eine harmonisierte Tariflandschaft ergeben. Bleiben die Länder jedoch bei einer Ablehnung der 200-Euro-Forderung, drohen im Februar Warnstreiks in Landesbehörden.
Für Büromanagement-Azubis im TVAöD ist der Weg klar: garantierte mehr Gehalt ab Mai und verbesserte Boni. Für Personalverantwortliche geht es nun um die Aktualisierung der Gehaltssysteme und die Kommunikation der neuen Arbeitszeitoptionen. Diese doppelte Herausforderung wird die Personalarbeit 2026 prägen.
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