TV-L-Verhandlungen: Nächtlicher Endspurt für 2,2 Millionen Beschäftigte
14.02.2026 - 06:11:12Die Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst der Länder steuern in Potsdam auf einen dramatischen Höhepunkt zu. Seit Donnerstag ringen Gewerkschaften und Arbeitgeber um einen Abschluss für rund 2,2 Millionen Angestellte – und der Verhandlungsmarathon geht bis in die Samstagsstunden. Aus Kreisen der Verhandlungsparteien heißt es, die Gespräche seien intensiv und konstruktiv. Ein Durchbruch scheint möglich.
Zähes Ringen um Prozentpunkte und Laufzeit
Im Zentrum des Konflikts stehen zwei Kernpunkte: die Höhe der Gehaltserhöhung und die Laufzeit des neuen Tarifvertrags für den öffentlichen Dienst der Länder (TV-L). Die Gewerkschaften ver.di und dbb fordern sieben Prozent mehr Lohn, mindestens jedoch 300 Euro monatlich, bei einer kurzen Laufzeit von nur zwölf Monaten.
Die Arbeitgeberseite, die Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL), hatte zunächst ein deutlich geringeres Angebot im Raum stehen lassen. Es umfasste ein Volumen von etwa fünf Prozent, gestreckt über 29 Monate. Dies lehnten die Gewerkschaften als völlig unzureichend ab. Im Laufe des Freitags kam jedoch Bewegung in die festgefahrenen Positionen. Der Verhandlungsführer der Länder, Hamburgs Finanzsenator Andreas Dressel (SPD), bestätigte, dass die Angebote der Arbeitgeber inzwischen „im Volumen über 5 Prozent“ liegen.
Druck durch bundesweite Warnstreiks war hoch
Die dritte Verhandlungsrunde galt von Beginn an als entscheidend. Nach zwei ergebnislosen Treffen zuvor erhöhten die Gewerkschaften den Druck massiv. In der vergangenen Woche legten zehntausende Beschäftigte in Kliniken, Landesverwaltungen und Schulen mit bundesweiten Warnstreiks die Arbeit nieder. Diese Aktionen demonstrierten die Entschlossenheit der Belegschaft und zeigen, was im Falle eines Scheiterns droht: eine massive Eskalation mit flächendeckenden Arbeitsniederlegungen.
Die Verhandlungen in Potsdam gestalteten sich äußerst zäh. Vertreter des dbb sprachen zwischenzeitlich von Positionen, die „meilenweit“ auseinanderlägen. Doch sowohl Gewerkschaften als auch Arbeitgeber signalisierten Kompromissbereitschaft. Die Hoffnung wuchs, strittige Einzelfragen zu einem Gesamtpaket zu schnüren.
Kommt der Durchbruch am Wochenende?
Die nächsten Stunden sind entscheidend. Gelingt eine Einigung, würde sie nicht nur für die tarifbeschäftigten gelten. Üblicherweise wird ein solcher Abschluss zeitgleich auf die Beamten der Länder übertragen. Ein Scheitern hingegen würde die Gefahr neuer, länger andauernder Streiks deutlich erhöhen.
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Für Millionen Bürger hängt damit unmittelbar zusammen, ob Schulen, Kliniken und Behörden in den kommenden Wochen verlässlich arbeiten. Der Ausgang des nächtlichen Ringens in Potsdam wird die Funktionsfähigkeit des gesamten Landes öffentlichen Dienstes prägen.
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