TV-L, Millionen

TV-L: Millionen Staatsdiener stimmen über Tarifabschluss ab

23.02.2026 - 03:01:12 | boerse-global.de

Die Tarifrunde für den öffentlichen Dienst geht in die finale Phase. Beschäftigte der Bundesländer stimmen über Gehaltserhöhungen ab, die ab April wirksam werden sollen.

Ab heute entscheiden die Beschäftigten der Bundesländer über die vereinbarten Gehaltserhöhungen. Das Ergebnis setzt den Schlusspunkt unter die große Tarifrunde für den öffentlichen Dienst.

Die Tariflandschaft für Deutschlands Beamte und Angestellte steht vor der finalen Weichenstellung. Vom 23. Februar bis 9. März 2026 stimmen die Gewerkschaftsmitglieder über den neuen TV-L-Tarifvertrag für die Beschäftigten der Bundesländer ab. Eine Zustimmung würde den Weg für spürbare Gehaltsplusse ab April ebnen und den bereits beschlossenen Erhöhungen für Bundes- und Kommunalangestellte (TVöD) an die Seite stellen. Insgesamt profitieren damit über 3,5 Millionen Menschen im öffentlichen Dienst.

Die Eckpunkte: So profitieren Bundes- und Kommunalangestellte

Für die etwa 2,6 Millionen Beschäftigten von Bund und Kommunen steht die zweite Stufe der im Frühjahr 2025 ausgehandelten Einigung an. Nach einer ersten Erhöhung um 3,0 Prozent im April 2025 folgt am 1. Mai 2026 ein weiteres Plus von 2,8 Prozent auf die Tabellenentgelte.

Zusätzlich zum Grundgehalt verbessern sich 2026 die Sonderzahlungen. Die jährliche Sonderzahlung – oft Weihnachtsgeld genannt – steigt auf einheitlich 85 Prozent eines Monatsgehalts. Beschäftigte können Teile dieser Zahlung zudem in bis zu drei zusätzliche freie Tage umwandeln. Für Schichtkräfte in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen gelten weiterhin die bereits 2025 deutlich erhöhten Zuschläge.

Der parallele Weg: Das bietet der neue TV-L für Länder

Nach dem Vorbild des TVöD einigten sich die Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) und die Gewerkschaften am 14. Februar 2026 auf einen Abschluss für die Landesbeschäftigten. Nun liegt die Entscheidung bei der Basis.

Das Paket für rund 925.000 Tarifbeschäftigte – mit erwarteter Übertragung auf Millionen Beamte – sieht ein Gesamtvolumen von 5,8 Prozent über 27 Monate bis Januar 2028 vor. Die erste Stufe tritt parallel zum TVöD: Ab 1. April 2026 steigen die Gehälter um 2,8 Prozent, mindestens jedoch um 100 Euro monatlich. Weitere Erhöhungen folgen im März 2027 (plus 2,0 Prozent) und im Januar 2028 (plus 1,0 Prozent).

Ein besonderer Fokus liegt auf dem Nachwuchs. Für die etwa 300.000 studentischen Hilfskräfte an Hochschulen wird zum Sommersemester 2026 ein Mindestlohn von 15,20 Euro pro Stunde eingeführt.

Klarstellung: So steigen die Ausbildungsgehälter wirklich

In der Berichterstattung sorgte die Struktur der Gehaltserhöhungen für Auszubildende immer wieder für Verwirrung. Die oft pauschal genannte Summe von 150 Euro wird in den beiden Tarifbereichen unterschiedlich ausgeschüttet und ist kein Sofortbonus.

  • Im TVöD (Bund/Kommunen): Auszubildende erhielten bereits im April 2025 eine erste monatliche Erhöhung um 75 Euro. Die zweiten 75 Euro folgen am 1. Mai 2026.
  • Im neuen TV-L (Länder): Hier verteilt sich die Gesamterhöhung von 150 Euro auf drei Stufen über die gesamte Vertragslaufzeit. Azubis erhalten ab April 2026 60 Euro mehr, ab März 2027 weitere 60 Euro und ab Januar 2028 die finalen 30 Euro.

Ein Beispiel: Ein Verwaltungsazubi im ersten Lehrjahr im Landesdienst (aktuell ca. 1.236 Euro) erhält also erst April 2026 1.296 Euro, nicht sofort 1.386 Euro. Die gestaffelte Auszahlung soll die Haushalte der Länder entlasten.

Modernisierung und Ausblick

Die parallelen Abschlüsse sollen die Attraktivität des öffentlichen Dienstes im harten Wettbewerb um Fachkräfte steigern. Die Tarifparteien erzielten auch langjährige Modernisierungsziele. So werden im TV-L die Vermögenswirksamen Leistungen für Auszubildende in den ostdeutschen Ländern an das Westniveau angeglichen. Zudem gelten besondere Kündigungsschutzregeln nun auch in den östlichen Bundesländern.

Nach dem Mitgliedervotum bis 9. März folgen die redaktionellen Verhandlungen für den finalen Vertragstext.

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Bei einer Zustimmung beginnt die aufwändige Umsetzung in den Gehaltssystemen von Bund, Ländern und Kommunen, damit die ersten erhöhten Gehälter pünktlich im Frühjahr 2026 auf den Konten der Millionen Beschäftigten landen.

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