Tuya Smart: Neues KI-System soll Smart Home revolutionieren
13.01.2026 - 10:39:12Tuya Smart stellt mit seiner Physical AI Engine den Betriebssystem-Kern für die nächste Generation smarter Geräte bereit – und befeuert damit die Vision vom autonomen Zuhause.
Die Smart-Home-Branche steht vor einem grundlegenden Umbruch. Auslöser ist die sogenannte Physical AI Engine (PAE) des chinesischen IoT-Spezialisten Tuya Smart. Das System, das vergangene Woche auf der CES in Las Vegas vorgestellt wurde, verspricht einen radikalen Wandel: weg von passiv gesteuerten Geräten, hin zu aktiven, eigenständig agierenden KI-Agenten in der physischen Welt. Die Ankündigung löste an der Börse eine Rallye aus und dominiert seitdem die Fachdiskussionen.
Kern der Neuheit ist ein dreistufiges „Software-Hardware-Plattform“-Ökosystem. Es soll Geräte mit räumlichem Bewusstsein und Entscheidungsfähigkeit ausstatten. Statt auf explizite Sprachbefehle zu warten, sollen sie mit der PAE ihre Umgebung wahrnehmen, Nutzergewohnheiten erlernen und proaktiv handeln können.
Zentraler Bestandteil ist der neue KI-Assistent „Hey Tuya“. Er nutzt eine Multi-Agenten-Architektur und ein Langzeitgedächtnis namens „OmniMem“. Dies ermöglicht den Sprung von reaktiven Befehlen („Licht an“) zu vorausschauenden Services. Das System passt dann etwa die Beleuchtung automatisch an Tageszeit, erkannte Routine oder sogar die Stimmung der Bewohner an.
Die EU-KI-Verordnung bringt konkrete Pflichten für Kennzeichnung, Risikoklassifizierung und umfassende Dokumentation – genau die Themen, die Hersteller und Entwickler von physischer KI jetzt beschäftigen. Wer PAE‑fähige Geräte baut oder Agenten in Produkten einsetzt, muss wissen, wie man Systeme richtig klassifiziert, welche Nachweise erforderlich sind und welche Übergangsfristen gelten. Unser kostenloses Umsetzungs‑E‑Book erklärt Schritt für Schritt, wie Sie regulatorische Risiken minimieren und Produkte rechtssicher auf den Markt bringen. Jetzt kostenlosen KI‑Verordnungs‑Leitfaden herunterladen
Roboter-Hund und mobiler Begleiter als Vorboten
Die praktischen Anwendungen demonstrierte Tuya mit zwei konkreten Hardware-Projekten, die für Aufsehen sorgen.
- Aura: Dieser KI-gesteuerte Roboter für Haustiere dient als Referenzdesign für die PAE. Er navigiert autonom durch die Wohnung, erkennt über Kamera und Mikrofon die Emotionen des Tieres und kann Leckerlis geben oder spielen. Für Entwickler ist Aura ein Proof-of-Concept, wie die PAE komplexe, autonome Interaktionen in Echtzeit managen kann.
- Fuzozo: In Zusammenarbeit mit Robopoet entsteht der erste per Mobilfunk vernetzte KI-Begleiter. Die Partnerschaft zielt auf eine „emotionale Ökonomie“ auch außerhalb des eigenen Heims ab. Sie unterstreicht Tuya’s Strategie, als „Gehirn-Lieferant“ für Dritthersteller zu agieren, statt nur eigene Endgeräte zu verkaufen.
Cloud-Riesen als Partner, Entwickler im Fokus
Um die Rechenleistung für die physische KI zu stemmen, setzt Tuya auf starke Infrastruktur-Partner. Kooperationen mit Google Cloud und AWS sollen die notwendige „Cloud-Edge-Device“-Synergie liefern.
Mit AWS arbeitet man an unternehmensfähiger, agentenbasierter KI mit Echtzeit-Situationsbewusstsein. Die Google-Cloud-Partnerschaft fokussiert sich auf den Schritt von „KI zuerst“ zu „KI überall“ und nutzt multimodale Fähigkeiten wie Sehen, Sprache und Audio.
Der große Anreiz für Hersteller: Tuya verspricht, dass die Integration dieser komplexen KI-„Gehirne“ in neue Geräte in nur zehn Minuten möglich sein soll. Ein verlockendes Angebot für OEMs, die ihre alten IoT-Produktlinien 2026 auf KI-Standard upgraden wollen.
Börse jubelt, Trend geht zu „Local AI“
Die Märkte honorierten die strategische Neuausrichtung umgehend. Die Aktie von Tuya Smart (NYSE: TUYA) legte am Montag um rund 7% auf 2,36 US-Dollar zu. Das Handelsvolumen übertraf deutlich den 20-Tage-Durchschnitt – ein Zeichen für starkes institutionelles Interesse.
Analysten sehen in der PAE die Lösung für ein zentrales Problem des Smart Home: den Mangel an zusammenhängender Intelligenz. Indem Tuya die Datenverarbeitung näher an die Geräte verlagert („Edge Computing“) und ihnen erlaubt, ohne ständige Cloud-Anfragen zusammenzuarbeiten, trifft das Unternehmen den Nerv der Zeit. Der Trend für 2026 heißt „Local AI“.
Die Branche erwartet nun eine Welle PAE-fähiger Geräte in der zweiten Jahreshälfte 2026. Ob Tuya mit seiner Engine tatsächlich zum Betriebssystem des autonomen Zuhauses wird, hängt maßgeblich davon ab, wie viele Entwickler die Plattform annehmen und wie zuverlässig die Multi-Agenten-Architektur im Alltag funktioniert. Der Wettlauf um die Intelligenz der nächsten Gerätegeneration ist eröffnet.
PS: Wenn Geräte autonomer handeln, steigen auch Dokumentations‑ und Kennzeichnungspflichten – gerade für Entwickler von Multi‑Agenten‑Systemen. Das kostenlose E‑Book zur EU‑KI‑Verordnung liefert kompakte Checklisten, klare Klassifizierungsregeln und die wichtigsten Fristen für die praktische Umsetzung. Ideal für Produktteams und Hersteller im Smart‑Home‑Umfeld, die PAE‑fähige Produkte planen. Gratis‑Download: KI‑Verordnung‑Umsetzungsleitfaden


