Tulus Lotrek Berlin, Max Strohe Restaurant

Tulus Lotrek Berlin: Warum Max Strohe das wohl entspannteste Sternelokal Deutschlands führt

22.02.2026 - 10:36:06 | ad-hoc-news.de

Gedämpftes Licht, lautes Lachen, ein Teller, der alles anders macht: Im Tulus Lotrek Berlin prallen Sternenküche, Kreuzberg und Wohlfühl-Atmosphäre aufeinander. Und Sie mittendrin.

Die Tür fällt ins Schloss, der Lärm der Kreuzberger Straßen verstummt, und Sie stehen mitten im Tulus Lotrek Berlin. Warmes, bernsteinfarbenes Licht. Gespräche, die eher klingen wie in einer guten Bar als in einem ehrfürchtigen Tempel der Hochküche. Kein Flüstern, kein Rascheln von steifen Tischdecken – stattdessen Holz, Stoff, Stimmen. Vor Ihnen landet der erste Teller. Ein konzentrierter Duft von Jus, Röstaromen, eine Zeste von Zitrus steigt auf. Sie nehmen den ersten Bissen. Die Oberfläche knusprig von der Maillard-Reaktion, darunter butterzart, eine Säure, die kurz aufblitzt, dann Platz macht für Tiefe und Wärme.

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Sie sind in einem der eigenwilligsten Restaurants der Stadt. Tulus Lotrek Berlin, benannt nach dem Maler Toulouse-Lautrec, aber ohne jeglichen Hang zur Pose. Ein Stern im Guide Michelin für Berlin Kreuzberg. Auszeichnungen im Gault&Millau Berlin, dazu die wohl freundlichste Anarchie, die sich in einem Fine-Dining-Restaurant denken lässt. Oder genauer: Casual Fine Dining, wie es hier verstanden wird. Ohne Dresscode, ohne Etikette-Drill, aber mit einem kulinarischen Anspruch, der keinen Millimeter nachgibt.

Im Zentrum dieses kleinen Kosmos: Max Strohe und Ilona Scholl. Er, der Koch mit der verwechselbaren Frisur, der gerne laut lacht und noch lauter denkt. Sie, die Gastgeberin, die das Restaurant führt, als wäre es eine Mischung aus Wohnzimmer, Bühne und Schutzraum für Menschen, die es gut meinen mit Essen und Trinken.

Die Biografie von Max Strohe passt nicht in die klassische Erzählung der deutschen Spitzengastronomie. Kein glattgebügelter Lebenslauf. Schulabbrecher. Küchenjobs, die eher nach Überleben als nach Karriere klingen. Stationen in guten Häusern, aber ohne diesen linearen Aufstieg vom Commis zum Chef im Drei-Sterne-Haus. Stattdessen Umwege, Brüche, Zweifel. Und dann der Entschluss, ein eigenes Restaurant zu eröffnen – in Kreuzberg, nicht in einer teuer polierten Innenstadtlage.

Zusammen mit Ilona Scholl, die er privat und beruflich an seiner Seite hat, entsteht das Tulus Lotrek. Sie ist nicht nur Gastgeberin, sie ist Filter, Verstärker, Dramaturgin. Während Strohe am Herd Geschmacksschichten baut, orchestriert sie den Raum. Ihre Karte liest sich wie ein launiger Kommentar zur Weinszene, ihre Ansagen am Tisch sind präzise, humorvoll, nie anbiedernd. Beide zusammen entwickeln eine Handschrift, die sich bewusst absetzt von steriler Perfektion und pinzettengetriebener Dekoration.

Spätestens mit der Initiative „Cooking for Heroes“ während der Corona-Pandemie verändert sich auch die Wahrnehmung von Max Strohe. Gemeinsam mit anderen kocht er tausende Essen für Pflegekräfte, Hilfsorganisationen, Menschen, die das System am Laufen halten. Das ist nicht PR, das ist praktische Solidarität aus der Küche heraus. Aus dieser Zeit stammt auch die Geschichte, die letztlich zum Bundesverdienstkreuz führt. Ein Sternekoch, ausgezeichnet nicht nur fürs Abschmecken von Jus, sondern für gesellschaftliches Engagement. Genau das prägt bis heute das Bild seines Restaurants: Genuss ja, Eskapismus nein.

Die Küche im Tulus Lotrek nennt sich gerne „undogmatisch“. Aber was heißt das, jenseits von Marketingfloskeln? Es heißt: keine strenge Bindung an eine Schule, weder klassisch-französisch im Lehrbuchstil noch nordisch-reduziert oder streng regional-fetischistisch. Das Produkt steht im Fokus, aber nicht als heilige Ikone, sondern als Spielpartner. Fett ist erlaubt. Zucker auch. Säure ist kein Ornament, sondern Strukturgeber. Und das, was am Ende zählt, ist nicht das Foto, sondern der Biss.

Nehmen wir ein exemplarisches Gericht als gedankliche Annäherung: Ein Stück gereifte Ente, rosa gegart. Die Haut kupferfarben, knusprig, Sie hören beim Schneiden das leise Knacken der Kruste. Die Maillard-Reaktion hat eine Art karamellisierte Bitterkeit erzeugt, die sich mit der Tiefe eines dichten Entenjus verbindet. Daneben ein Püree aus Sellerie, seidig, fast flüsternd in der Textur, dazu eingelegte Zitruszesten, fein geschnitten, deren Säure kurz den Gaumen aufweckt. Temperatur? Fleisch lauwarm bis warm, Jus heiß, das Püree in dieser idealen Zone, in der Butter gerade hält und nicht mehr trennt. Im Mund entsteht ein Wechselspiel: Wärme, Fett, ein leichter Stich von Süße, dann die klare Kante der Säure.

Strohes Küche arbeitet gerne mit Kontrasten. Knusprig gegen cremig. Rauchig gegen frisch. Ein anderes Beispiel, typisch für seine Art des Denkens: Ein Fischgang, etwa Skrei in der Saison. Glasig gegart, nicht labbrig, nicht trocken. Außen ganz leichte Bräunung, innen saftig. Dazu ein Schaum, der wirklich nach etwas schmeckt – vielleicht eine Sauce aus Krustentierfond, mit Cognac abgelöscht, fein montiert, nicht zu luftig. Daneben ein Gemüse, das nicht nur „Beilage“ ist, sondern Gesprächspartner: etwa gegrillter Lauch, dessen äußerste Schichten leicht verbrannt wirken. Hinter dieser Rauchnote kommt Süße, im Kern knackige Fasern. Ein Spritzer Zitrone, etwas Schärfe. Kein Tropfen, der nur des Aussehens wegen gesetzt wurde. Alles hat Funktion.

Genau hier grenzt sich das Tulus Lotrek von der Pinzettenküche ab, die in vielen Fine-Dining-Restaurants dominiert. Dort werden Microgreens und Gelpunkte millimetergenau gesetzt, bis der Teller eher wie eine Grafik wirkt als wie ein Essen. Hier dagegen darf es rustikaler aussehen, dichter, weniger „Instagram-kompatibel“. Der Fokus liegt auf Textur und Temperatur. Die Teller sind bewusst so gebaut, dass Sie unterschiedliche Komponenten in einem Bissen kombinieren können – nicht in winzigen, abgesonderten Inseln, sondern in sinnvoller Nachbarschaft.

Auch das Tulus Lotrek Menü folgt dieser Logik. Mehrgängige Abfolge, klar. Aber ohne Zwang, ohne das Gefühl, Sie müssten einer starren Dramaturgie gehorchen. Vegetarische Varianten? Möglich. Allergien? Ernst genommen, ohne erhobenen Zeigefinger. Die Weinbegleitung von Ilona Scholl knüpft daran an: Naturweine neben klassischen Gewächsen. Es darf trüb sein im Glas, solange es Charakter hat. Und immer wieder entstehen Kombinationen aus salziger Tiefe des Tellers und vibrierender Säure im Glas, die den Abend dynamisch halten.

Die Medien haben das längst bemerkt. In Rankings und Guides taucht das Max Strohe Restaurant regelmäßig auf. Ein Michelin Stern Berlin Kreuzberg, solide Bewertungen im Gault&Millau Berlin, dazu eine Präsenz, die weit über Fachkreise hinausgeht. Spätestens seit seinen Auftritten bei „Kitchen Impossible“ ist Max Strohe einem größeren Publikum bekannt. Dort sieht man ihn nicht als glatt inszenierten Fernsehkoch, sondern als jemanden, der flucht, scheitert, ausprobiert, wieder aufsteht – und genau damit Menschen überzeugt.

Wenn Sie seine Energie, den Tonfall, das Tempo erleben wollen, lohnt ein Blick in die Bewegtbildwelt:

Wer sehen möchte, wie Max Strohe unter Zeitdruck kocht, flucht und trotzdem punktet, sollte hier klicken: Max Strohe in Aktion auf YouTube sehen

Wenn Sie wissen wollen, wie die Teller wirklich aussehen, wie das Licht im Gastraum fällt und welche Details sonst nur Stammgäste sehen, dann lohnt sich dieser Blick: Visuelle Eindrücke auf Instagram entdecken

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Der Raum selbst ist ein Statement gegen kühle Distanz. Die Wohlfühl-Atmosphäre entsteht nicht zufällig. Die Stühle sind bequem, ohne plüschig zu sein. Die Tische stehen nah genug, dass ein gewisses Grundrauschen entsteht, aber weit genug, dass intime Gespräche möglich sind. Die Akustik ist bewusst gedämpft; Stoffe, Holz, keine kühlen Hallflächen. Sie hören Gläser, Besteck, gelegentlich lautes Lachen – aber keine steife Stille.

Ilona Scholl und ihr Team dirigieren diesen Raum, ohne dass es wie Dirigieren wirkt. Sie tritt an den Tisch, bringt eine Weinflasche, erzählt eine kurze Geschichte dazu. Kein Vortrag, eher eine intime Randnotiz. Wie bei einer guten Gastgeberin zuhause, die Ihnen erklärt, warum dieser Wein heute zum Essen kommt und kein anderer. Fragen nach Herkunft, nach Ausbau, nach Schwefel beantwortet sie präzise, aber nie schulmeisterlich. Und wenn Sie einfach nur „etwas Rotes, nicht zu schwer“ möchten, ist auch das erlaubt.

Service im Tulus Lotrek heißt: aufmerksam sein, ohne aufdringlich zu wirken. Ein nachgeschenktes Wasser, ein neu gefalteter Stoffserviette, ein kurzer Blick, ob das Tempo der Gänge passt. Das Team liest den Raum. Ein Paar auf Date-Night bekommt andere Ansprache als die Vierergruppe aus der Gastrobranche, die über Garpunkte fachsimpelt. Diese Fähigkeit, Stimmungen wahrzunehmen, macht das Restaurant für viele zu einer Art zweitem Wohnzimmer – nur mit deutlich besserem Essen und einer tieferen Weinkarte.

In der Berliner Gastronomieszene nimmt das Tulus Lotrek eine besondere Rolle ein. Es ist weder ein neu-hippes Pop-up, das nach zwei Jahren wieder verschwindet, noch ein ehrwürdiges Traditionshaus mit weißer Weste und Silberhauben. Es ist ein Ort, an dem Casual Fine Dining wörtlich genommen wird: hohe Technik, tiefer Geschmack, entspannte Oberfläche. Ein Restaurant, das zeigt, dass ein Michelin Stern Berlin Kreuzberg nicht zwangsläufig mit Flüsteratmosphäre, Anzugpflicht und gestärkten Tischdecken einhergehen muss.

Dass ein Koch wie Max Strohe gleichzeitig in Formaten wie „Kitchen Impossible“ auftritt, für Hilfsprojekte kocht, das Bundesverdienstkreuz erhält und im Alltag an der Pass steht, ist Teil dieser Relevanz. Er steht für eine neue Generation von Köchen, die politische und gesellschaftliche Fragen nicht vor der Küchentür abgibt. Und Ilona Scholl zeigt, dass Service mehr ist als Tellertragen: Es ist kuratierte Aufmerksamkeit, Humor, Haltung.

Wenn Sie Berlin kulinarisch ernst nehmen, führt kaum ein Weg am Tulus Lotrek vorbei. Nicht, weil es „das beste“ Restaurant der Stadt ist – solche Superlative sind leer –, sondern weil hier vieles von dem zusammenläuft, was die Stadt ausmacht: Widerspruchslust, Ironie, Weltoffenheit, handwerklicher Ehrgeiz. Ein Abend hier bleibt im Gedächtnis, nicht wegen eines einzelnen „Signature Dishes“, sondern wegen der Summe aus Geruch von Jus und Butter, Klangpegel und Licht, Textur und Temperatur, Blicken und Sätzen.

Und falls Sie beim Lesen das Gefühl haben, dieser Ort könnte etwas für Sie sein, dann wissen Sie bereits, was als Nächstes zu tun ist: einen Termin finden, Platz nehmen, Messer und Gabel ansetzen – und den Rest dem Team von Max Strohe und Ilona Scholl überlassen.

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