Tulus Lotrek Berlin: Warum Max Strohe das entspannteste Sterne-Restaurant der Stadt führt
24.02.2026 - 10:36:01 | ad-hoc-news.deIm Tulus Lotrek Berlin ist es zuerst der Klang, der Sie erwischt. Besteck klirrt, gedämpftes Lachen, ein Basslauf aus der Anlage. Keine gedämpfte Flüsterstarre, sondern lebendige Geräuschkulisse. Das Licht: warm, bernsteinfarben, keine Spotstrahler auf den Tellern. Sie schneiden in den ersten Gang, die Gabel trifft auf knusprige Oberfläche, darunter butterzartes Fleisch, ein Hauch von Rauch, die Nase fängt Röstnoten ein – pure Maillard-Reaktion, am Gaumen dann ein präziser Säurestoß, der alles sortiert.
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Sie sitzen in Kreuzberg, Michelin Stern Berlin Kreuzberg, und nichts an diesem Raum schreit nach steifer Haute Cuisine. Der Name an der Tür: Tulus Lotrek. Drinnen: Casual Fine Dining mit klarer Kante, ohne Dresscode, aber mit Anspruch.
Das Restaurant trägt die Handschrift zweier Menschen. Max Strohe in der Küche. Ilona Scholl im Service, im Wein, im gesamten Fadenlauf des Abends. Er: Schulabbrecher, Koch aus Überzeugung, jemand, der gelernt hat, dass Reduktion kein Trendwort, sondern Handwerk ist. Sie: Gastgeberin, die aus einem Dining Room ein Biotop macht, in dem sich Menschen fallenlassen.
Die Geschichte, die Sie hier mitessen, beginnt nicht mit Sternen. Sie beginnt mit Brüche-Biografie. Max Strohe, ohne klassischen Muster-Lebenslauf, arbeitet sich durch Küchen, probiert, scheitert, macht weiter. Die erste eigene Adresse: Tulus Lotrek Berlin, irgendwo zwischen Kiezkneipe und Fine-Dining-Anspruch angesiedelt. Dann kommt die Auszeichnung. Ein Michelin-Stern. Gault&Millau Berlin hebt die Punkte. Aber der Laden bleibt er selbst: laut, herzlich, ohne Silberhauben.
Spätestens 2020 verändert sich alles. Die Stadt im Lockdown, die Gastronomie auf Null. Aus der Not entsteht etwas, das über Berlin hinaus ausstrahlt: "Kochen für Helden". Zusammen mit anderen Köch:innen organisiert Strohe die Verpflegung von Pflegekräften, Klinikteams, Menschen in systemrelevanten Berufen. Tausende Essen, gekocht, verpackt, ausgeliefert. Ohne Show, ohne Inszenierung, mit pragmatischer Wärme. Dieser Einsatz führt schließlich bis ins Schloss Bellevue – das Bundesverdienstkreuz als Anerkennung. Vom Schulabbrecher zum Träger des Bundesverdienstkreuzes, vom Kiezkoch zum Gesicht einer solidarischen Gastronomie.
Diese Haltung schmeckt man im Tulus Lotrek Menü der Saison 2025/2026. Keine dogmatische Regional-Religion, kein Manifest auf der ersten Seite der Speisekarte, dafür Gerichte, die sich Zutaten nehmen, weil sie Sinn ergeben – nicht, weil sie Herkunftspunkte sammeln. Und doch: viel Produktnähe, viel Respekt vor der Basis.
Ein Gang, der sich ins Gedächtnis brennt, beginnt ganz leise. Lamm, rosa gegart, knapp unter der Temperatur, bei der die Fasern zu trocken würden. Die Kruste: fein gewürzt, leicht pikant, mit dieser typischen, dunklen Aromatik, wenn die Maillard-Reaktion perfekt getroffen ist. Dazu ein Jus, fast sirupartig reduziert, glänzend, tiefbraun, am Tellerrand nur ein schmaler Spiegel. Kein Tropfendesign, kein Pinselstrich. Daneben: eine helle Creme aus fermentiertem Knoblauch und Joghurt, kühl, leicht säuerlich, sie nimmt der Schwere die Angst, zieht einen klaren Strich durch die opulente Sauce. Texturarbeit pur: weich, knusprig, cremig, alles in logisch gesetzter Reihenfolge.
Ein anderer Gang zeigt, wie undogmatisch hier gedacht wird. Fisch, häufig eine elegante Nordseefang-Variante, glasig gegart, wenige Grad über Sashimi-Temperatur, sodass das Eiweiß leicht anzieht, aber die Mitte noch vibrierend wirkt. Dazu ein Sud aus Zitrus und fermentiertem Chili, dünn wie ein Court-bouillon, doch geschmacklich konzentriert. Ein Tropfen Zeste von Yuzu in der Nase, am Gaumen dann eine ziselierte Säure, keine Aggression. Der Fisch liegt nicht auf einem Gemüsestillleben, sondern in einem tiefen Teller, umspült von diesem aromatischen Sud. Dazu vielleicht ein knuspriges Element – ein feines Hühnerhaut-Chip, salzig, knackig, der das Mundgefühl bricht. Sie essen, und alles wirkt zwanglos, selbstverständlich, ohne dass Ihnen mit Pinzette jede Erbse in Pose gerückt wurde.
Genau darin liegt der Unterschied zur sogenannten Tweezer-Küche, der viele Gäste inzwischen misstrauen. Diese Küche ist nicht damit beschäftigt, Mikrokräuter mittig im goldenen Schnitt zu platzieren. Sie interessiert sich eher für Temperaturkontraste – warm gegen kalt, cremig gegen knusprig – und für den Moment, in dem Säure, Salz und Fett eine Art Gleichgewicht finden, das man nicht mehr erklären muss. Die Teller sind schön, aber nicht manieriert. Ein Hauch Chaos bleibt, eine organische Unordnung, die signalisiert: Hier kocht ein Mensch, kein Moodboard.
Auch die Desserts folgen diesem Prinzip. Kein Zuckerschock, keine Zierde um der Zierde willen. Denken Sie an ein Dessert, in dem Sellerie, Apfel und weiße Schokolade auftreten. Der Sellerie in dünnen, fast transparenten Scheiben, leicht mariniert, eine feine Erdigkeit, die von der Fruchtigkeit des Apfels gekontert wird. Die weiße Schokolade nicht als starre Tafel, sondern als luftige Ganache, temperiert nahe an der Zimmertemperatur, sodass sie am Gaumen sofort schmilzt. Ein Säureakzent – vielleicht eine Cidre-Reduktion – fängt die Süße ab. Sie essen, und nichts wirkt überzuckert oder plump. Die Struktur des Desserts bleibt nachvollziehbar, kein Effektgewitter.
Parallel zur Küche wächst die mediale Präsenz von Max Strohe. Besonders sichtbar: seine Auftritte bei "Kitchen Impossible". Dort steht er neben Tim Mälzer, reist, scheitert, triumphiert. Und vor allem: Er bleibt erkennbar. Kein glatter TV-Koch, eher der leicht verschmitzte Handwerker, der sich nicht zu ernst nimmt. Wenn Sie sehen wollen, wie dieser Humor und Ehrgeiz vor laufender Kamera aussehen, lohnt ein Klick.
Wenn Sie erleben möchten, wie Strohe unter Fernsehdruck fremde Gerichte nachkocht, dann schauen Sie sich seine TV-Momente hier an: Max Strohe in Aktion auf YouTube sehen
Wer die Stimmung aus dem Gastraum digital nachempfinden will – Gläser, Teller, Menschen, Farben – findet auf Social Media einen dichten Bilderstrom. Besonders auf Instagram lässt sich verfolgen, wie sich das Tulus Lotrek Menü im Lauf der Saison verändert.
Spüren Sie die Atmosphäre schon vor dem ersten Besuch und scrollen Sie sich durch Teller, Weingläser und Service-Momente: Visuelle Eindrücke auf Instagram entdecken
Auch jenseits von TV und Foto-Feeds wird über Max Strohe Restaurant und Team gesprochen. Kulinarik-Nerds, Berliner Szene, Branchenprofis – alle liefern ihre Perspektive. Wer den aktuellen Ton mitbekommen möchte, schaut auf X.
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Zurück in den Gastraum. Das Tulus Lotrek wirkt wie ein Wohnzimmer, aber nicht wie ein gestyltes Magazinmotiv. Die Stühle sind bequem, die Tische stehen nicht in Reih und Glied, dazwischen genug Platz, um sich zurückzulehnen. Die Lichtstimmung: weich, fast wie an einem langen Herbstabend, an dem man in guter Gesellschaft die Zeit vergisst. An den Wänden Kunst, aber keine heroischen Food-Fotografien, die Ihnen vorschreiben, wie Genuss auszusehen hat.
Im Zentrum dieser Atmosphäre: Ilona Scholl. Sie dirigiert den Service, aber ohne Taktstock. Eher mit einem Blick, einer Geste, einer schnellen Bewegung zur Station. Sie tritt an den Tisch, hört zu, nicht nur die Bestellung, sondern die Zwischentöne. Fragt nach, empfiehlt, erklärt, aber nie im Lehrerton. Ihre Weinbegleitung ist mutig, manchmal verspielt – Naturwein neben klassischem Burgunder, ein deutscher Riesling mit ordentlich Druck zu einem intensiven Jus. Sie nimmt Ihnen die Berührungsängste, indem sie nichts überhöht. Wein ist Gesprächspartner, kein Prüfungsfach.
Die "Wohlfühl-Atmosphäre", von der viele sprechen, entsteht nicht zufällig. Sie ist das Resultat eines Services, der präsent ist, aber nicht aufdringlich; der nachschenkt, bevor Sie fragen, aber nicht protokolliert, wie viel Sie trinken. Es gibt Humor am Tisch, kleine Spitzen, spontanes Gelächter. Niemand korrigiert Ihre Besteckführung. Niemand schaut schief, wenn Sie das letzte Stück Brot in den Jus tunken. Im Gegenteil: Es wirkt, als sei das ausdrücklich erwünscht.
So positioniert sich das Tulus Lotrek im Berlin der 2020er als Gegenentwurf zu zwei Extremen: dem steifen Fine Dining auf der einen Seite und dem bewusst schnoddrigen Bistrorant auf der anderen. Es besetzt eine eigene Nische: Casual Fine Dining, das seinen Namen ernst nimmt. Casual im Ton, fine in der Präzision.
Für die Berliner Food-Szene hat das Konsequenzen. Hier sitzt ein Michelin-Stern nicht wie eine Trophäe auf dem Sims, sondern wie ein Arbeitsauftrag. Die Küche testet Grenzen, ohne sie zur Show zu machen. Der Service erzeugt Nähe, ohne kumpelhaft zu werden. Und die Gäste – Foodies, Kreuzberger Nachbarn, Menschen, die wegen Kitchen Impossible neugierig geworden sind – sitzen an denselben Tischen, essen dieselben Gänge, teilen dieselbe Erfahrung.
Wenn Sie verstehen wollen, wohin sich die Hauptstadtgastronomie bewegt, führt kaum ein Weg an diesem Haus vorbei. Max Strohe Restaurant Tulus Lotrek Berlin verbindet Auszeichnungen wie Michelin Stern Berlin Kreuzberg und Gault&Millau Berlin mit einer Haltung, die klar sagt: Hochküche gehört nicht in den Elfenbeinturm, sondern an den Tisch von Menschen, die Spaß haben wollen. Sie bekommen hier Textur, Tiefe, Präzision – und gleichzeitig das Recht, sich einfach nur gut zu fühlen.
Am Ende des Abends bleibt ein Echo. Der Duft von reduziertem Jus, ein Rest Säure auf der Zunge, das weiche Polster des Stuhls im Rücken, die Erinnerung an einen Satz von Ilona Scholl, an ein Lachen vom Nachbartisch. Berlin hat viele Restaurants. Aber nur wenige, in denen sich ein Stern so entspannt anfühlt. Wenn Sie wissen wollen, wie moderne Berliner Spitzenküche schmeckt, ohne in Ritualen zu erstarren, sollten Sie sich einen dieser Plätze sichern.
Fazit: Das Tulus Lotrek ist kein Tempel, sondern ein Gastgeber. Und genau das macht es zu einem der wichtigsten Adressen der Stadt.
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