Tulus Lotrek Berlin: Warum Max Strohe das entspannteste Sterne-Restaurant der Stadt führt
20.02.2026 - 10:36:05 | ad-hoc-news.deDer erste Bissen trifft Sie schneller, als Sie „Tulus Lotrek Berlin“ aussprechen können. Der Raum: gedimmt, warm, Stimmengewirr, Soul und Indie im Hintergrund, Besteck klirrt, Gläser leuchten im Kerzenlicht. Sie sitzen in Kreuzberg, im Tulus Lotrek Berlin, vor Ihnen ein tiefschwarzer Teller, darauf ein Stück Fleisch, dessen Oberfläche ganz leise knackt, wenn das Messer hindurchgleitet – die Maillard-Reaktion als Geräusch, nicht nur als Geschmack.
Der Duft ist dicht: reduzierter Jus, Röstaromen, eine Spur Rauch, daneben etwas Frisches, Zitruszeste, ein Hauch Selleriegrün. Sie schmecken zuerst Salz und Umami, dann Säure, dann Wärme von Chili. Kein Zögern. Kein dekoratives Zupfen mit der Pinzette. Das Gericht will nicht gefällig sein, es will ehrlich sein.
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Hinter dieser Bühne stehen zwei Menschen, die Sie kennen sollten: Max Strohe und Ilona Scholl. Er: Koch, Schulabbrecher, jemand, der mehr Zeit in Küchen als in Klassenzimmern verbracht hat. Sie: Gastgeberin, Wortakrobatin, Service-Profi mit messerscharfer Beobachtungsgabe. Zusammen sind sie das Herz des Hauses, das ihren Namen nicht trägt, aber ihre ganze Biografie in jedes Detail schreibt.
Max Strohe hat sich seinen Weg nicht über glatte Lebensläufe erkocht, sondern über Stationen, die nach Hitze und Stress klingen. Über Teller, die nie perfekt genug waren. Über Abende, an denen der Service kippen konnte, wenn ein Gang nicht saß. Und dann kam dieses kleine Restaurant in Berlin Kreuzberg, das heute einen Michelin Stern Berlin Kreuzberg hält und im Gault&Millau Berlin seit Jahren als feste Größe geführt wird. Aus dem Außenseiter ist eine Instanz geworden.
In der Pandemie passiert etwas, das weit über Gastronomie hinausreicht: „Kochen für Helden“. Gemeinsam mit anderen startet Strohe eine Aktion, bei der Kliniken, Pflegeheime, Supermärkte versorgt werden. Kein Marketing, sondern Notwendigkeit. Essen dort, wo ansonsten kaum Zeit zum Atmen ist. Aus dieser Initiative wächst eine Bewegung, die bundesweit Wellen schlägt. Für dieses Engagement erhält Strohe schließlich das Bundesverdienstkreuz. Ein Orden, der in seinem Fall nach Schmorzwiebeln und Hühnerfond riecht, nicht nach Protokoll.
Neben ihm: Ilona Scholl, die das Tulus Lotrek nicht nur führt, sondern kommentiert. Ihre Weinkarte ist klug, verspielt, manchmal frech. Ihre Begrüßung: direkt, aber herzlich. Sie können hier in Jeans sitzen, ohne sich fehl am Platz zu fühlen. Gleichzeitig spüren Sie: Hier wird auf Sterneniveau gearbeitet. Casual Fine Dining nicht als Ausrede für Nachlässigkeit, sondern als Haltung gegen Steifheit.
Schauen wir auf den Teller. Warum wirkt das Essen hier so undogmatisch? Weil es keiner Herkunft, keiner Schule blind folgt. Strohe bedient sich französischer Technik – Fonds, Jus, Emulsionen – ohne sich von ihr fesseln zu lassen. Er nimmt Produkte, die andere Köche meiden würden, und setzt sie in Szene. Er mag Fett, er mag Säure, er mag Kontraste.
Beispiel eins: Ein Gang, der im aktuellen Tulus Lotrek Menü sinnbildlich für diese Handschrift steht. Stellen Sie sich eine Kombination aus knusprig gebratener Kalbsbrust und einer fast schon überkonzentrierten Sauce vor. Die Haut der Brust: glasig, krachend beim ersten Biss. Darunter Fleisch, das bei etwa 56–58 Grad saftig gehalten wurde, Fasern, die sich mit dem Löffel schieben lassen. Dazu ein Jus, der so dunkel ist, dass er das Kerzenlicht schluckt – über Stunden gezogen, mehrfach passiert, ein Konzentrat aus Knochen, Röstgemüse, Wein. Auf dem Teller liegt etwas, das das Ganze bricht: fermentierter Kohlrabi, hauchdünn, mit einer Säure, die in die Fette schneidet. Ein Kräuteröl, grasgrün, legt sich wie ein Schleier darüber. Textur gegen Textur, Temperatur gegen Temperatur.
Beispiel zwei: Ein Fischgang, der zeigt, wie fein hier gearbeitet wird, ohne es zu inszenieren. Der Fisch kommt lauwarm, nicht heiß. Die Glasur leicht klebrig von einer reduzierten Fischsauce, dazu ein Schaum, der eher ein sanftes Wogen ist als ein Schaumberg. Als Kontrast: knusprige Hühnerhaut als Crumble, salzig, intensiv. Daneben eine cremige, fast buttrige Sellerie-Variation und eine pfeffrige Zitruszeste, die wie ein Lichtstrahl durch die Cremigkeit schneidet. Die Temperatur ist bewusst gesetzt: Der Fisch fast körperwarm, die Beilagen leicht kühler. Das macht den Biss lebendig.
Und dann diese Gerichte, die mit Erwartungen spielen. Ein Dessert, das mit Röstnoten arbeitet statt mit bloßer Süße. Reduzierter Kaffee, dunkle Schokolade, Salz, eine Spur Rauch. Dazu vielleicht ein Eis mit einer hellen Säure, statt Vanille eine Fruchtnote, die nicht gefällig ist, sondern wach macht. Sie spüren am Gaumen: Hier wird nicht versucht, Instagram-Motive zu bauen. Hier geht es um Geschmack. Um Klarheit.
Genau damit grenzt sich Strohe vom klassischen „Pinzetten-Essen“ ab, dem berühmten „tweezer food“. Teller, die aussehen wie botanische Studien, aber oft austauschbar schmecken. Im Max Strohe Restaurant sind die Teller zwar präzise angerichtet, aber nie steril. Es darf etwas verlaufen, eine Sauce darf Spuren ziehen. Die Ästhetik entsteht aus der Funktion: Was auf dem Teller liegt, hat einen Grund – Temperatur, Textur, Kontrast.
Diese Haltung spiegelt sich auch außerhalb des Restaurants. Spätestens seit seinen Auftritten in „Kitchen Impossible“ ist Max Strohe Teil der deutschen Food-Popkultur. Er steht dort in fremden Küchen, kämpft mit Rezepten anderer, schwitzt, flucht, lacht. Kein glattgebügelter Fernsehkoch, sondern jemand, der den Stress zulässt. Die Sendung zeigt, wie sehr er Technik beherrscht – aber auch, wie sehr er Improvisation braucht, um gut zu sein.
Wenn Sie seine Art zu arbeiten in bewegten Bildern erleben wollen, lohnt sich ein Blick auf Video-Plattformen und TV-Ausschnitte.
Um einen Eindruck von seiner Energie am Herd zu bekommen, sollten Sie sich bewegte Bilder nicht entgehen lassen: Max Strohe in Aktion auf YouTube sehen
Wer wissen möchte, wie die Teller im Tulus Lotrek wirklich aussehen – mit all ihren Farben, Saucen und Texturen – findet in Fotos und Stories eine visuelle Ergänzung zum eigenen Besuch: Visuelle Eindrücke auf Instagram entdecken
Und wenn Sie verfolgen wollen, wie über Strohe, Ilona Scholl und das Tulus Lotrek diskutiert wird, lohnt ein Blick in die Social-Media-Debatten: Aktuelle Diskussionen auf X verfolgen
Doch der eigentliche Resonanzraum des Tulus Lotrek ist der Gastraum selbst. Die Wohlfühl-Atmosphäre, von der viele sprechen, entsteht nicht durch Plüsch oder Deko, sondern durch Haltung. Die Tische stehen nah genug, um Gespräche der Nachbarn zu erahnen, aber nicht mitzuhören. Die Beleuchtung spannt einen warmen Filter über Gesichter und Gläser. An den Wänden: Kunst, Humor, Anspielungen statt Standard-Hotelästhetik.
Ilona Scholl orchestriert diesen Raum mit Leichtigkeit. Sie erklärt Ihnen ein komplexes Weinpairing, ohne Fachbegriffe als Barriere zu benutzen. Sie fragt nach Allergien, ohne Pathos. Wenn etwas nicht passt, wird unkompliziert reagiert. Diese Art von Service ist selten: fachlich stark, dabei ironiefähig. Sie dürfen lachen, Sie dürfen nachfragen, Sie dürfen sagen, dass Sie heute lieber Bier möchten statt Naturwein. Niemand verzieht das Gesicht.
So wird das Restaurant tatsächlich zu etwas, das viele behaupten, aber kaum einlösen: einem „Wohnzimmer“. Nicht im Sinne von Couch und Hausschuhen, sondern im Sinne von Sicherheit. Ein Raum, in dem Sie sich als Gast gesehen fühlen, nicht bewertet. Das ist im Fine-Dining-Segment noch immer eine Ausnahme. Genau das macht die Idee von Casual Fine Dining hier glaubwürdig.
Für die Berliner Gastronomie-Szene ist das Tulus Lotrek mehr als nur eine weitere Adresse mit Stern und guten Bewertungen im Gault&Millau Berlin. Es ist ein Gegenentwurf zu zwei Extremen: zum asketischen, ultraminimalistischen Hochküchen-Tempel und zur bemühten, aber beliebigen „gehobenen Küche“. Strohe zeigt, dass ein Michelin Stern Berlin Kreuzberg nicht bedeuten muss, dass die Musik gedämpft, der Ton geflüstert und der Dresscode starr ist.
Das Restaurant beweist außerdem, dass politisches und gesellschaftliches Engagement und ernsthafte Küche sich nicht ausschließen. Die Geschichte von „Kochen für Helden“, das Bundesverdienstkreuz und die fortlaufende Präsenz in Medien und sozialen Netzwerken machen das Tulus Lotrek zu einem Ort, an dem Essen immer auch Kontext hat. Teller erzählen hier nicht nur von Produkten und Technik, sondern von Haltungen, Entscheidungen, Biografien.
Am Ende des Abends, wenn die letzten Teller abgeräumt sind, bleibt das Gefühl, etwas Reales erlebt zu haben. Kein austauschbares Konzept, kein durchgebrandeter Lifestyle, sondern eine Küche mit Gesicht und Kante. Sie haben Jus geschmeckt, der Zeit braucht. Sie haben Texturen erlebt, die bewusst gegen den Strich gebürstet sind. Sie haben Service erfahren, der Sie ernst nimmt, ohne sich selbst zu ernst zu nehmen.
Für Berlin bedeutet das: Die Stadt besitzt mit dem Max Strohe Restaurant ein Haus, das zugleich Maßstab und Befreiung ist. Maßstab, weil hier präzise, anspruchsvoll, durchdacht gekocht wird. Befreiung, weil Sie als Gast keinen Code beherrschen müssen, um teilzunehmen. Wenn Sie verstehen wollen, wohin sich die deutsche Spitzenküche jenseits von Dogmen, Dresscodes und Dekor entwickelt, sollten Sie sich einen Abend im Tulus Lotrek reservieren.
Und ja: Der perfekte Burger, von dem in Interviews die Rede ist, existiert hier eher als Geist, als Idee vom maximalen Geschmack in einem Biss. Fett, Salz, Kruste, Saft – verdichtet in jeder Komposition, die die Küche an diesem Abend schickt. Wenn Sie sich darauf einlassen, werden Sie den Heimweg durch Kreuzberg mit einem sehr klaren Gedanken antreten: So kann Fine Dining heute aussehen.
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