TUI Aktie: 40 Millionen Euro Belastung
25.06.2026 - 21:51:55 | boerse-global.de
40 Millionen Euro Belastung durch den Iran-Krieg — und trotzdem springt die TUI-Aktie am Donnerstag um mehr als fünf Prozent nach oben. Der Grund: Zwei gegenläufige Kräfte, die in der Summe positiv wirken.
Kriegskosten treffen auf Nachfrageboom
Der Iran-Krieg hat TUI im zweiten Quartal 2026 direkt getroffen. Rund 10.000 Urlauber mussten evakuiert werden. Zwei Kreuzfahrtschiffe lagen über acht Wochen im Persischen Golf fest. Hotelbauprojekte im Oman stoppte der Konzern vorerst. Das alles summiert sich auf etwa 40 Millionen Euro Ergebnisbelastung.
Allerdings kehrt die Nachfrage stark zurück. TUI-Chef Sebastian Ebel sieht die Pauschalreise im Comeback — weil Sicherheitsaspekte bei Kunden wieder wichtiger werden. TUI Schweiz-Chefin Nicole Pfammatter berichtet von einer Buchungswelle, wie sie seit Jahren nicht mehr vorkam. Nach einer kurzen Verunsicherung zu Kriegsbeginn hat sich ein kräftiger Last-Minute-Trend entwickelt.
Regulierung entlastet die Kasse
Ein zweiter Kurstreiber kommt aus Berlin. Der Deutsche Reisesicherungsfonds halbiert ab November 2026 seine Beiträge: Statt 0,5 Prozent zahlen Veranstalter künftig nur noch 0,25 Prozent ihres Umsatzes. Branchenweit spart das rund 70 Millionen Euro jährlich.
TUI gehört zu den größten Beitragszahlern. Das Fondsvermögen ist bereits auf rund eine Milliarde Euro angewachsen — TUI hatte deshalb sogar eine Absenkung auf null gefordert. Die nun beschlossene Halbierung stärkt die Liquidität des Konzerns unmittelbar.
Griechenland vorn, KI als nächste Wette
In der Sommersaison 2026 führt Griechenland die Beliebtheitsskala an, vor Spanien, der Türkei, Italien und Zypern. Längerfristig setzt TUI auf Künstliche Intelligenz. Bis 2028 soll KI — zunächst bei Reisevorschlägen, später bei direkten Buchungen — das Ergebnis um einen dreistelligen Millionenbetrag verbessern.
Charttechnik: Erholung mit Luft nach oben
Die Aktie kletterte auf 7,71 Euro und überschritt damit knapp den 200-Tage-Durchschnitt bei 7,67 Euro. Seit dem 52-Wochen-Tief Ende April hat sich der Kurs um mehr als 26 Prozent erholt. Seit Jahresanfang liegt das Papier dennoch rund 14 Prozent im Minus — der Abstand zum 52-Wochen-Hoch bei 9,50 Euro beträgt noch knapp 19 Prozent. Sinkende Ölpreise entlasten die Kosten für Flug- und Kreuzfahrtsparte zusätzlich. Der RSI von 68,7 zeigt hohes Momentum, liegt aber noch unterhalb der klassischen Überkauft-Schwelle.
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