TÜV SÜD warnt vor Ablauf Tausender Sicherheitszertifikate
15.01.2026 - 10:15:12Ein massiver Fristenstau droht der deutschen Industrie: Tausende Sicherheitszertifikate für Fachkräfte verlieren noch 2026 ihre Gültigkeit. TÜV SÜD warnt Bau- und Industrieunternehmen vor gravierenden Betriebsstörungen, falls sie nicht rechtzeitig umschulen.
Stichtag 31. Oktober 2026: Die versteckte Falle
Die Uhr tickt für einen ganzen Jahrgang an Sicherheitsqualifikationen. Nach Informationen von TÜV SÜD laufen am 31. Oktober 2026 zehntausende Safety Certificate Contractors (SCC) und SGU-Personalzertifikate ab – und das oft Jahre vor dem aufgedruckten Datum. Betroffen sind alle Dokumente, die zwischen November 2016 und Oktober 2021 ausgestellt wurden.
„Unternehmen dürfen sich nicht vom aufgedruckten Ablaufdatum täuschen lassen”, warnt Enes Halilovic, SCC-Produktmanager bei der TÜV SÜD Akademie. Durch eine regulatorische Übergangsregelung werden diese Zertifikate pauschal ungültig, selbst wenn sie formal bis 2028 gelten würden. Für Betriebe, die das übersehen, drohen ab November 2026 Zugangssperren zu wichtigen Industrieanlagen.
Hintergrund: Der Wechsel von DGMK zu VAZ
Der Grund für diese versteckte Frist liegt in einem Systemwechsel. Bis September 2021 lag die Programmhoheit für den SCC-Standard bei der DGMK. Sedem übernahm der VAZ die Verantwortung und führte den neuen „SCC-VAZ 2021″-Standard ein.
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Das brachte eine entscheidende Änderung: Statt bisher oft zehn Jahren gilt nun eine maximale Gültigkeitsdauer von fünf Jahren. Die alte Zehn-Jahres-Regel läuft nun aus. „Die Inhalte der Schulungen sind ähnlich geblieben, aber der Verwaltungsrahmen hat sich grundlegend geändert”, erklärt ein Branchenkenner.
Betriebsrisiko: „No Ticket, No Entry”
Die Folgen sind handfest. In der Chemie- und Raffinerieindustrie gilt striktes „No Ticket, No Entry”. Ohne gültigen Nachweis bleibt Personal vor dem Tor stehen. Für Bauunternehmen und Industriedienstleister bedeutet das: Projektstopps, Vertragsstrafen und massive Imageschäden.
Besonders heikel: Die Umschulung dauert. Sie umfasst Aktualisierungskurse, Prüfungen und administrative Prozesse. Bei zehntausenden betroffenen Fachkräften – von Sicherheitsbeauftragten bis zu Vorarbeitern – zeichnet sich schon jetzt ein Engpass bei den Schulungskapazitäten ab. TÜV SÜD rechnet mit einem Ansturm im zweiten und dritten Quartal 2026.
Handlungsempfehlung: Jetzt prüfen und planen
Experten raten zu sofortigem Handeln. Unternehmen sollten umgehend ein Zertifikats-Audit durchführen. Alle SCC- (Dokumente 016, 017, 018) und SGU-Zertifikate mit Ausstellungsdatum vor dem 31. Oktober 2021 müssen zur Erneuerung markiert werden.
„Frühzeitiges Planen ist mehr als Formsache – es zeigt eine gelebte Sicherheitskultur”, so Halilovic. Wer jetzt handelt, kann Schulungen in betriebsruhigen Zeiten legen und so Produktionsausfälle minimieren. Zertifizierungsstellen bieten bereits verstärkt Präsenz- und Onlineprüfungen an.
Langfristig bewerten Sicherheitsexperten die kürzere Gültigkeitsdauer positiv. Der Fünf-Jahres-Rhythmus stellt sicher, dass Wissen aktuell bleibt – ein wichtiger Beitrag zur Unfallprävention in Hochrisikobereichen. Für die Branche wird jedoch klar: Proaktives Zertifikatsmanagement wird zum entscheidenden Wettbewerbsfaktor.
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