TSMC Aktie: Guidance auf über 30 Prozent erhöht
05.06.2026 - 17:04:58 | boerse-global.de
Taiwan Semiconductor Manufacturing Company hebt die Latte noch einmal höher. Der Chipriese erwartet für 2026 ein Umsatzwachstum von über 30 Prozent – deutlich mehr als die zuvor anvisierten 25 Prozent. Treiber ist die praktisch unstillbare Nachfrage nach KI-Chips. Konzernchef C.C. Wei sprach auf der Hauptversammlung von einem "immensen" Bedarf, den die gesamte Branche kaum stemmen könne.
Die Aktie notiert am Freitag bei 377 Euro, ein Minus von 1,8 Prozent zum Vortag. Auf Jahressicht steht ein Plus von 38 Prozent zu Buche, über zwölf Monate sogar 112 Prozent. Der RSI von 63 signalisiert weiterhin Raum für Kursgewinne.
Angebot bleibt weit hinter der Nachfrage zurück
Trotz milliardenschwerer Investitionen in neue Fabriken in den USA, Japan und Deutschland kann TSMC die globale Chip-Nachfrage nicht annähernd decken. Das gelte besonders für den KI-Sektor, so Wei. Es werde "sehr lange" dauern, die amerikanischen Kunden zufrieden zu stellen. Die gesamte Lieferkette sei von der explosionsartigen Entwicklung überrascht worden.
Immerhin: TSMC hat die Serienproduktion seiner 2-Nanometer-Chips gestartet. Die neuen Chips nutzen Nanosheet-Transistoren und erzielen nach Unternehmensangaben bereits jetzt branchenführende Ausbeuten. Zu den ersten Abnehmern zählen Apple, Nvidia, AMD und Google – allesamt Schwergewichte im KI-Geschäft.
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Strategische Zurückhaltung bei Preisen
Beim Thema Preisgestaltung zeigt sich TSMC ungewohnt moderat. Wei räumte ein, dass er "gerne" die Preise erhöhen würde. Doch das Unternehmen wolle die volatilen Preissprünge vermeiden, die etwa die Speicherchip-Branche prägen. Stabile Kundenbeziehungen haben Vorrang.
Die hochmodernen High-NA-EUV-Belichtungssysteme hat TSMC bereits angeschafft, setzt sie aber vorerst nur in der Forschung ein. Der Serieneinsatz kommt erst, wenn die Kosten dafür wirtschaftlich darstellbar sind. Ein Balanceakt zwischen technologischer Führung und Margendisziplin.
Expansion kostet vorerst Punkte bei der Marge
Die neue Fabriken in den USA, Japan und Deutschland belasten das Ergebnis. TSMC rechnet ab Ende 2026 mit einem Margenabschlag von zwei bis drei Prozentpunkten, der sich bis 2027 hinziehen dürfte. In den USA bremsen vor allem langsame Genehmigungsverfahren und fehlende Bauarbeiter.
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Parallel dazu fließen massive Mittel in die Forschung. TSMC arbeitet bereits an den nächsten CMOS-Knoten A16 und A14 – und an Technologien jenseits davon. Gemeinsam mit Nvidia treibt der Konzern zudem den Einsatz von KI in den eigenen Fabriken voran, um Entwicklung und Fertigung weiter zu beschleunigen.
Die Konstellation ist selten: Ein Unternehmen hebt die Prognose an, investiert auf Rekordniveau und hält sich bei Preiserhöhungen zurück. Ob diese Mischung auch 2027 trägt, wird sich zeigen, sobald die neuen Fabriken ans Netz gehen und die Margen unter Druck geraten.
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