TSMC Aktie: CEO will Preise anheben
04.06.2026 - 15:19:57 | boerse-global.de
Auf der Hauptversammlung in Hsinchu ließ CEO C.C. Wei eine ungewohnt offene Aussage fallen: Er würde die Chippreise gerne erhöhen — das Unternehmen müsse schließlich Geld verdienen. Allerdings will er dabei keine abrupten Sprünge wie bei Speicherchip-Herstellern: TSMC sei ein Unternehmen, das auf langfristige, nachhaltige Geschäftsbeziehungen setzt.
KI-Nachfrage als Rückenwind
Wei zeigte sich bei der Aktionärsversammlung klar optimistisch für die kommenden Jahre. Die Nachfrage nach Rechenleistung wachse in allen Segmenten — bei Verbrauchern, Unternehmen und staatlichen KI-Projekten. Das Problem ist dabei nicht die Nachfrage, sondern die Produktionskapazität: Man arbeite mit Hochdruck, könne aber nur so viel herstellen.
Investitionen in neue US-Kapazitäten sollen langfristig Abhilfe schaffen. Rund 165 Milliarden Dollar fließen in Fabriken im US-Bundesstaat Arizona — die dort erworbenen Grundstücke reichen nach Einschätzung des CEO für die nächsten zehn Jahre. Bis die amerikanischen Kunden vollständig aus lokaler Produktion versorgt werden können, werde es allerdings noch sehr lange dauern.
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Mitarbeiter profitieren überproportional
Ein weiteres Signal vom Aktionärstreffen: TSMC will seine Mitarbeiter stärker am Erfolg beteiligen. Die Gewinnbeteiligung stieg von 2023 auf 2024 um rund 30 Prozent — und nochmals in ähnlichem Umfang von 2024 auf 2025. Für 2026 erwartet Wei eine weitere Steigerung in vergleichbarer Größenordnung. Eine Obergrenze für dieses Wachstum sieht er nicht.
Die Aussage kommt nicht ohne Kontext: In Südkorea hatte Samsung zuletzt einen Tarifstreit mit seiner Gewerkschaft beigelegt. TSMC scheint dem Thema Mitarbeiterzufriedenheit vorausschauend begegnen zu wollen.
Neue Technologien auf dem Prüfstand
Beim Thema High-NA-EUV-Lithografiemaschinen des niederländischen Herstellers ASML — die je nach Ausstattung bis zu 400 Millionen Dollar kosten — bleibt Wei pragmatisch. TSMC habe die Geräte erworben und führe Entwicklungsarbeit durch. Für die Serienproduktion seien die Kosten derzeit aber noch zu hoch. Erst wenn die Wirtschaftlichkeit stimme, werde man die Technologie in den Produktionsbetrieb überführen.
Autonome Fahrzeuge und Robotik nennt Wei als langfristige Wachstumsfelder. Taiwans Standortvorteil — bestes Fachpersonal, stärkste Forschungsinfrastruktur, größte Produktionsbasis — soll dabei erhalten bleiben. Der Aktienkurs hatte in den zwölf Monaten bis Mittwoch eine beeindruckende Kursverdopplung hingelegt; am Donnerstag gab er im Einklang mit dem Gesamtmarkt leicht nach.
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