Tsinghua-Universität, Roboter-Steuerungssystem

Tsinghua-Universität stellt revolutionäres Roboter-Steuerungssystem frei zur Verfügung

22.01.2026 - 12:02:12

Forscher der Tsinghua-Universität stellen ein Open-Source-Framework vor, das humanoide Roboter mit biologischen Reflexen für Geländegänge und Parkour ausstattet und die Entwicklung demokratisiert.

Forscher der Tsinghua-Universität haben ein bahnbrechendes Open-Source-Framework für humanoide Roboter veröffentlicht. „Project-Instinct“ verleiht Maschinen menschenähnliche Reflexe für Parkour und Geländegänge.

Das am 22. Januar 2026 freigegebene System soll die hohen Einstiegshürden in der Robotikforschung senken. Bislang war die Entwicklung dynamischer Bewegungsabläufe vor allem gut finanzierten Unternehmenslabors wie denen von Boston Dynamics oder Tesla vorbehalten. Die chinesischen Wissenschaftler stellen nun eine vollständige Werkzeugkette unter einer Creative-Commons-Lizenz bereit.

Biologische Reflexe für die Maschine

Die Kerninnovation liegt in der Nachahmung biologischer Instinkte. Statt auf starre, vorprogrammierte Bewegungsabläufe setzt das Framework auf eine vision-basierte Ganzkörpersteuerung. Der Roboter verarbeitet Sensordaten in Echtzeit und trifft blitzschnelle Entscheidungen – ähnlich wie ein Mensch, der auf unebenem Boden das Gleichgewicht hält.

„Diese reflexive Intelligenz ist der Schlüssel für den Einsatz in der echten Welt“, erklärt das Forschungsteam. Damit könnten Roboter künftig in unwegsamen Katastrophengebieten oder auf unstrukturierten Baustellen arbeiten.

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Parkour-Sprünge und Geländemärsche

Die Leistungsfähigkeit demonstrieren zwei Anwendungsfälle: „DeepWhole-bodyParkour“ und „Hiking in the Wild“.

Im Parkour-Modus bewältigen Roboter komplexe Bewegungsabfolgen wie Krabbeln, Rollen und das Erklimmen von bis zu 42 Zentimeter hohen Plattformen. Das System korrigiert Fehleinschätzungen bei Sprüngen autonom und erreichte in Tests eine Erfolgsquote von 100 Prozent.

Für den Dauereinsatz im Gelände ermöglicht die „Hiking“-Funktion das Durchqueren von Grasland, felsigen Hängen und Gräben. Die Roboter bewegen sich dabei mit bis zu 2,5 Metern pro Sekunde fort und umgehen aktiv Hindernisse.

Modulare Plattform für die Forschung

Project-Instinct löst ein zentrales Problem der Robotik: die Zersplitterung der Entwicklungswerkzeuge. Das Framework bietet drei aufeinander abgestimmte Module:

  • InstinctLab für Simulation und Datengenerierung
  • instinct_rl als Bibliothek für Reinforcement Learning
  • instinct_onboard für den Transfer von der Simulation in die reale Welt

Dieser modulare Ansatz erlaubt es Forschungsteams, an einzelnen Komponenten wie Wahrnehmungsalgorithmen zu arbeiten, ohne das gesamte System neu aufbauen zu müssen. Die Software unterstützt bereits die verbreiteten Roboter-Modelle Unitree H1 und G1.

Demokratisierung einer Schlüsseltechnologie

Die Veröffentlichung markiert eine strategische Wende im Wettlauf um humanoide Roboter. Während westliche Konzerne ihre Software meist geheim halten, setzt Tsinghua auf offene Kollaboration.

„Unser Ziel ist es, die Lücke zwischen großen KI-Modellen und physischer Hardware zu schließen“, sagt Forschungsleiter Ziwen Zhuang. Durch eine standardisierte Steuerungsebene soll die Integration von „embodied AI“ beschleunigt werden – also KI, die einen physischen Körper hat und handeln kann.

Beobachter erwarten einen Innovationsschub ähnlich dem, den Open-Source-Bibliotheken in den Bereichen Computer Vision und Sprachverarbeitung auslösten. Die Grundlagenforschung könnte deutlich an Fahrt aufnehmen.

Ausblick: Community-getriebene Entwicklung

Die Projektverantwortlichen haben einen Fahrplan für künftige Updates angekündigt. Geplant sind die Unterstützung weiterer Hardware-Plattformen und fortschrittlichere Tastsensoren.

Langfristig könnte die Grenze zwischen Forschungs- und Industrierobotern verschwimmen. Algorithmen aus Universitätslabors fänden dann schneller den Weg in kommerzielle Anwendungen. Project-Instinct setzt bereits heute einen neuen Maßstab dafür, was offene Zusammenarbeit im Feld der embodied Intelligence erreichen kann.

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