Trulieve Aktie: 2,5 Millionen Dollar an Trump-Netzwerk
Veröffentlicht am: 27.07.2026 um 08:57 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Trulieve geht in die politische Offensive. Der US-Cannabis-Riese pumpt Millionen in den Wahlkampf, um die starren Regeln in Washington endlich aufzubrechen. Das Ziel ist eine radikale Steuererleichterung durch die Neueinstufung von Marihuana.
Trulieve überwies laut aktuellen Unterlagen der US-Wahlkommission 2,5 Millionen Dollar an das Komitee „America First Agriculture Action Inc.“. Dieser Verbund ist eng mit dem politischen Netzwerk von Donald Trump verknüpft. Hinzu kam eine weitere Spende über 250.000 Dollar an den Republican Jewish Coalition Victory Fund.
Das Unternehmen agiert dabei nicht isoliert. Die Konkurrenten Curaleaf, Verano und Green Thumb Industries zahlten jeweils identische Beträge in den Agrar-Fonds ein. Insgesamt flossen in diesem Zyklus bereits mehr als 11,5 Millionen Dollar aus der Cannabis-Branche an das Komitee.
Kampf gegen die Steuerlast
Die massiven Zahlungen markieren einen Strategiewechsel der großen Marktteilnehmer. Sie setzen nun auf direkten politischen Einfluss. Damit wollen sie die Herabstufung von Cannabis von Stufe I auf Stufe III beschleunigen. Das US-Justizministerium hat diesen Prozess bereits im April angestoßen.
Für Trulieve steht finanziell viel auf dem Spiel. Eine Neueinstufung würde die steuerliche Regelung 280E hinfällig machen. Diese verbietet es lizenzierten Cannabis-Händlern bisher, normale Betriebsausgaben von der Steuer abzusetzen. Ein Wegfall würde den Cashflow und die Nettomargen sofort deutlich verbessern.
Rückenwind an der Börse
Anleger reagieren positiv auf die aggressive Lobby-Strategie. Die Aktie steigt vorbörslich um rund acht Prozent auf 8,20 Euro. Damit setzt das Papier seinen Aufwärtstrend fort. Auf Jahressicht steht bereits ein Plus von gut 90 Prozent zu Buche.
Im August 2026 folgen die nächsten Weichenstellungen. Die Aktionäre stimmen über eine Verlegung des Firmensitzes von Kanada in den US-Bundesstaat Delaware ab. Zeitgleich wird das Management die Finanzergebnisse für das zweite Quartal präsentieren. Parallel dazu bleibt die Entscheidung der US-Drogenbehörde DEA zur Neueinstufung der wichtigste Sektortreiber.
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