Transfette: EU-Grenzwert schützt, doch Gefahr lauert weiter
16.01.2026 - 03:22:13Seit 2021 gilt in der EU ein Grenzwert für schädliche Transfette. Doch die unsichtbaren Krankmacher stecken weiter in vielen Fertigprodukten. Verbraucher müssen genau hinschauen.
Was sind Transfette überhaupt?
Transfette sind eine spezielle Form ungesättigter Fettsäuren. Natürlich kommen sie in geringen Mengen in Fleisch und Milch von Wiederkäuern vor. Die größere Gefahr bilden jedoch industriell hergestellte Transfette. Sie entstehen durch Teilhärtung von Pflanzenölen, um Produkte länger haltbar und streichfähiger zu machen.
Warum sind sie so gefährlich?
Die Gesundheitsrisiken sind eindeutig belegt:
* Sie erhöhen das „schlechte“ LDL-Cholesterin.
* Sie senken gleichzeitig das „gute“ HDL-Cholesterin.
* Dies fördert Gefäßverkalkung und erhöht das Risiko für Herzinfarkte.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schätzt, dass Transfette weltweit jährlich für rund 500.000 vorzeitige Todesfälle durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen verantwortlich sind.
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Die EU-Regelung: Ein Erfolg mit Lücken
Seit April 2021 gilt die EU-Verordnung 2019/649. Sie begrenzt industrielle Transfette auf maximal 2 Gramm pro 100 Gramm Fett in Lebensmitteln. Diese Regelung hat die Mengen in vielen Produkten spürbar reduziert.
Doch die Gefahr ist nicht gebannt. Der Grenzwert ist kein vollständiges Verbot. Besonders in diesen Produkten können weiterhin gehärtete Fette stecken:
* Backwaren wie Croissants, Donuts und Kekse
* Frittierte Snacks wie Pommes und Chips
* Fertiggerichte und Tiefkühlpizzen
* Einige Margarinen und Blätterteige
So erkennen Sie die versteckten Fette
Eine verpflichtende Kennzeichnung von Transfetten gibt es nicht. Der Schlüssel liegt in der Zutatenliste. Warnsignale sind Begriffe wie:
* „Pflanzenfett, teilweise gehärtet“
* „Gehärtete Fette“
* „Hydrogenisierte Pflanzenöle“
Ernährungsexperten raten, die Aufnahme auf weniger als ein Prozent der täglichen Energie zu beschränken. Praktische Tipps für den Alltag:
* Bevorzugen Sie frische Zutaten.
* Nutzen Sie zum Braten hitzestabile Öle wie raffiniertes Rapsöl.
* Vermeiden Sie mehrfaches Erhitzen von Frittierfett.
Der globale Kampf geht weiter
Die EU-Regelung ist Teil einer weltweiten Initiative. Die WHO verfolgt mit ihrem „REPLACE“-Aktionsplan das Ziel, industrielle Transfette global zu eliminieren. Bisher haben 53 Länder Schutzmaßnahmen umgesetzt, die 46 Prozent der Weltbevölkerung schützen.
Doch besonders in Ländern mit niedrigem Einkommen fehlen oft noch Vorschriften. Die größte Gefahr für Verbraucher in Deutschland bleibt der unbedachte Griff zu stark verarbeiteten Lebensmitteln. Die Regelung dämmt das Risiko ein – wachsam bleiben muss aber jeder selbst.


