TotalEnergies, Pipelines

TotalEnergies: Pipelines statt Hormus-Risiko

24.06.2026 - 07:28:10 | boerse-global.de

TotalEnergies investiert in Landrouten, um Öltransporte unabhängig von der unsicheren Straße von Hormus zu machen.

TotalEnergies setzt auf Pipelines als sichere Alternative zur Hormus-Straße
TotalEnergies - Ein Netzwerk moderner Öl- und Gaspipelines erstreckt sich über eine Wüstenlandschaft bei Sonnenaufgang. 24.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Die Durchfahrt durch die Straße von Hormus bleibt riskant. Der Ölkonzern TotalEnergies zieht jetzt Konsequenzen – und setzt auf Pipelines als Alternative.

Konzernchef Patrick Pouyanne drängt auf milliardenschwere Investitionen in Landrouten. Rund 15 Prozent der regionalen Öl- und Gasproduktion des Unternehmens sind derzeit von den Unsicherheiten auf See betroffen. Die strategische Lösung: bestehende Infrastruktur ausbauen oder neue Pipelines durch Abu Dhabi, Irak und Syrien bauen.

Ein Vorbild aus den 1920er Jahren

Pouyanne verwies auf die 1928 gebaute Irak-Syrien-Pipeline. Damals entstand eine große Energieverbindung, die unabhängig von maritimen Engpässen funktionierte. Dieses historische Modell soll heute als Blaupause dienen.

Täglich passieren 17 bis 21 Millionen Barrel Öl die Straße von Hormus. Die jüngsten Störungen haben den Schiffsverkehr unberechenbar gemacht. Die Versicherungsprämien für Tanker sind auf bis zu 7,5 Millionen Dollar pro Fahrt gestiegen – ein klares Signal für das gestiegene Risiko.

Parallel dazu geraten die Ölpreise unter Druck. Brent-Rohöl notierte am Dienstag bei rund 76,71 Dollar, WTI bei etwa 72,85 Dollar. Grund sind vorsichtige Signale einer Entspannung zwischen den USA und Iran, die den Seeweg wieder etwas beruhigen.

Aktie unter Druck, Jahresbilanz solide

Die TotalEnergies-Aktie schloss am Dienstag bei 71,36 Euro. Das Papier hat in den vergangenen 30 Tagen knapp acht Prozent verloren. Der Abstand zum 52-Wochen-Hoch von 81,36 Euro beträgt 12,3 Prozent. Auf Jahressicht steht aber immer noch ein Plus von 26,4 Prozent.

Das Unternehmen agiert im Hintergrund. Zwischen dem 15. und 19. Juni kaufte TotalEnergies 1,87 Millionen eigene Aktien zurück – für rund 135 Millionen Euro. Ein Zeichen für das Vertrauen des Managements in die eigene Strategie.

Ob die Spannungen im Persischen Golf schnell nachlassen, ist offen. Analysten warnen: Eine vollständige Normalisierung des Schiffsverkehrs könnte Wochen oder Monate dauern. TotalEnergies setzt deshalb auf den langen Atem – und auf Pipelines, die niemand blockieren kann.

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