TotalEnergies Aktie: EU genehmigt Masdar-JV
18.06.2026 - 02:14:05 | boerse-global.de
TotalEnergies treibt seine Clean-Energy-Strategie gleich an zwei Fronten voran. In Afrika investiert der Konzern massiv in saubere Kochlösungen, während in Asien ein milliardenschweres Joint Venture mit Masdar grünes Licht von der EU-Kommission erhalten hat. Der Ölmulti macht Tempo bei der Wende – doch an der Börse bleibt die Stimmung verhalten.
Millionen für sauberes Kochen
TotalEnergies hat sich zu einer jährlichen Milliarde kenianischer Shilling verpflichtet – umgerechnet rund 7,1 Millionen Euro. Das Geld fließt in Flüssiggas (LPG). Konkret will der Konzern jährlich mindestens 180.000 Kochergasflaschen in Kenia auf den Markt bringen.
Das ist Teil eines größeren Engagements: 400 Millionen Dollar hat TotalEnergies für LPG-Projekte in Afrika und Indien eingeplant. Das Ziel: bis 2030 den Energiezugang für 100 Millionen Menschen verbessern. In Kenia selbst will das Unternehmen bis Jahresende über vier Millionen Haushalte mit Gasflaschen erreichen.
Die Regierung in Nairobi hat sich ein ehrgeiziges Ziel gesetzt: die LPG-Durchdringung von 24 auf 70 Prozent steigern. Der Kenia-Chef von TotalEnergies bezeichnete das Land als Schlüsselmarkt für die Clean-Energy-Strategie des Konzerns. Weitere Länder sind Ruanda, Tansania, Mosambik und Namibia.
EU segnet Milliarden-Joint Venture ab
Parallel dazu hat die EU-Kommission ein Joint Venture zwischen TotalEnergies und Masdar genehmigt. Das Volumen: 2,2 Milliarden Dollar. Die Partner halten jeweils 50 Prozent.
Das Gemeinschaftsunternehmen bündelt zunächst rund 3 Gigawatt an operativen Erneuerbaren-Kapazitäten plus 6 GW in der Entwicklung. Insgesamt kommt das Portfolio auf 9 GW. Schwerpunkt sind Solaranlagen, Onshore-Wind und Batteriespeicher. Die Projekte verteilen sich auf zehn asiatische Märkte – darunter Indonesien, Japan, Kasachstan, Malaysia und Südkorea. Inbetriebnahme der Pipeline: bis 2030.
Börse zeigt sich unbeeindruckt
Die Aktie notierte am Mittwoch bei 71,65 Euro. Das Papier hat in den vergangenen 30 Tagen rund zehn Prozent eingebüßt, auf Jahressicht steht aber ein Plus von knapp 30 Prozent. Mit einem RSI von 32,4 bewegt sich der Titel nahe der überverkauften Zone. Vom 52-Wochen-Hoch bei 81,36 Euro aus dem März trennen den Kurs knapp zwölf Prozent.
Während das Unternehmen strategisch auf Expansionskurs ist, scheinen Anleger kurzfristig die Risiken stärker zu gewichten. Am 30. Juni folgen die nächsten Quartalszahlen – dann zeigt sich, ob die saubere Wende auch den Aktionären wieder Rückenwind gibt.
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